Filmziege Bounty von der Dortmunder Tiertrainerin Claudia Neumann hat den Rekord für die meisten Tricks in einer Minute aufgestellt. Ab diesem Donnerstag ist sie mit Otto Waalkes in „Catweazle" im Kino zu sehen. © Filmpfoten Filmtierschule
Filmtiere

Dortmunder Ziege spielt mit Otto in „Catweazle“

Erst Matthias Schweighöfer, jetzt Otto Waalkes: Die Ziege Bounty kommt wieder auf die Kinoleinwand. Dabei ist sie nicht der einzige tierische Star.

Die große Bühne kennt Bounty schon. Der Zwergziegenbock aus Dortmund-Mengede spielte vor knapp drei Jahren an der Seite von Matthias Schweighöfer und Jella Hasse die tierische Hauptrolle in der Komödie „Vielmachglas“. An diesem Donnerstag kehrt der Vierbeiner auf die Leinwand zurück.

Für den Film „Catweazle“ spielt Bounty an der Seite von Otto Waalkes. Der Komiker mimt einen schrulligen Magier, der beim Zaubern Unterstützung von Kindern bekommt. Mittendrin: Ziege Bounty.

„Otto war ganz lieb zu Bounty und ist sehr sensibel mit ihr umgegangen“, erzählt Tiertrainerin Claudia Neumann und ergänzt: „Er war genau so, wie man ihn kennt: Witzig, freundlich, immer ein Scherz auf den Lippen.“

Weltrekord

Claudia Neumann hat für diesen Dreh mit der Filmtier Agentur von Aurelia Franke-Hornung zusammen gearbeitet. Und neben Bounty sind auch die Dortmunder Ziegen Mr. Müsli und Nougat kurz in dem Film zu sehen. Für den Abspann hat die Produktion sogar eine Ziege gezeichnet, die wie Bounty aussieht.

Bounty ist ohnehin ein echtes Original. Zuletzt gelang dem Ziegenbock ein Weltrekord: Er schaffte die meisten Tricks in einer Minute. „Ich würde mal behaupten, dass er damit auch die einzige Ziege der Welt ist. Ich bin mega stolz darauf, Bounty ist was ganz Besonderes und meine große Ziegenliebe“, sagt die Tiertrainerin, die ihn und viele andere Tiere in Mengede betreut.

„Mogli zwischen Wölfen“

„Filmpfoten“ nennt sich ihre Filmtierschule. Sie vermittelt Hunde, Ziegen, Hühner, Schweine und viele Tiere mehr. „Demnächst kann man unsere Filmtiere in einer neuen RTL-Show sehen, in den Serien „Der Lehrer“, „Toni’s Welt“, „Köln 50667“ oder in „Der Welpentrainer“, berichtet Neumann mit Stolz. Zudem sieht man samstags den Filmhund Tom Tom im Trailer von „Hundkatzemaus“ auf Vox.

In der Vergangenheit tummelten sich die Filmtiere in Werbespots von Bosch und Obi, in den ZDF-Serien Heldt und Soko Köln oder auch im Musikvideo von Hip-Hop-Musiker Eko Fresh.

Otto Waalkes spielt in „Catweazle“ einen Hexer.
Otto Waalkes spielt in „Catweazle“ einen Hexer. © STILLS PHOTOGRAPHER _TOM TRAMBOW © STILLS PHOTOGRAPHER _TOM TRAMBOW

Seit Kindheitstagen hat die gebürtige Dortmunderin Tiere in ihr Herz geschlossen: „Ich wollte immer was mit Tieren machen“, erzählt sie. „Mein Vater hat Schäferhunde gezüchtet und für die Polizei ausgebildet, somit bin ich wie Mogli zwischen Wölfen mit Schäferhunden groß geworden.“

Schon als Kind habe die 41-Jährige alle Tiere mit nach Hause gebracht und wollte ihnen helfen. Als junges Mädchen pflegte sie Pferde, machte anschließend eine Ausbildung in einer Tierklinik als Tiermedizinische Fachangestellte. Später arbeitete die Dortmunderin als Co-Tiertrainerin. Dann folgte mit der Gründung der Filmpfoten Filmtierschule der Schritt in die Selbstständigkeit.

Traumberuf Filmtiertrainerin

„Ich arbeite jetzt schon seit 16 Jahren als Filmtiertrainerin und auch wenn es nicht immer einfach ist, da man immer flexibel sein muss und an verschiedenen Orten auch zu jeder Jahreszeit arbeitet, ist es mein Traumberuf“, erzählt sie voller Stolz.

Und wie sieht die Woche einer Filmtiertrainerin mit all ihren Zwei- und Vierbeinern aus? Das sei immer unterschiedlich, weil man nie oder selten wisse, was für Aufträge reinkommen, sagt die 41-Jährige. Für größere Projekte wie Serien oder Kinofilme könne man planen, aber oft werde ein Tier nur für ein oder zwei Tage gebucht und da bekomme man oft den Auftrag erst ein paar Tage vorher.

Gerade im Frühling und Sommer ist die Dortmunderin viel unterwegs. In den Wintermonaten wird weniger gedreht. Es kommt auch vor, dass über Wochen nichts ansteht: Zu Corona-Zeiten seien die Auftragsbücher leer gewesen.

Wenig Zeit für Hobbys

Aber auch wenn sie mal nicht am Set für Film, Serie oder Werbespot ist, hat Neumann viel zu tun: Die Gehege und Ställe müssen gesäubert, die Tiere gefüttert und gepflegt werden. Und alle Zwei- und Verbeiner müssen trainiert werden, damit sie fit bleiben.

Fürs Privatleben bleibt wenig Zeit: „Ich male gern und kümmere mich viel um den Garten. Aber ein regelmäßiger Termin in der Woche für ein Hobby lässt sich nicht einrichten, weil ich mit den Tieren nicht planen kann, wann ich wo hinfahre“, sagt die Dortmunderin.

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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad

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