Hendrikje Spengler, Leiterin des Kulturbüros, zeigt Werke im Kunstarchiv, die nun entliehen werden können. © Gorecki, Dortmund Agentur
Kunstarchiv

Dortmunder Kunstarchiv ist bald für alle geöffnet

Dortmunder Bürger können sich demnächst Skulpturen, Gemälde und Fotografien von lokalen Künstlern ausleihen. Andere Städte haben bei dieser Methode dagegen Zweifel.

Bisher durften sie sich nur in städtischen Büros und Besprechungsräume befinden, bald wird es für alle Dortmunder möglich sein: Jeder kann sich ab Herbst dieses Jahres ein Werk eines Dortmunder Künstlers ausleihen.

Dafür öffnet die Stadt unter dem Titel „Kunst Aus(leihe) Dortmund“ ihr bisheriges Kunstarchiv mit über 2000 Werken und einem Mix aus Skulpturen, Gemälden und Fotografien. Unter anderem kann man Stücke von Garrett Anderson Williams, Dina Nur, Erich Krian sowie Antje und Sybille Hassinger leihen.

„Wir wollen damit die städtische Künstlerszene unterstützen“, sagt Stadtsprecherin Katrin Pinetzki, „die Ausleihe soll ein wichtiges Förderinstrument für professionell ausgebildete Künstler werden – für Menschen, die Kunst studiert haben.“

Damit will man sich ganz bewusst von Hobbykünstlern abgrenzen. Auch weil das Geld der Kulturförderung begrenzt ist und alle Bereiche wie Musik, Theater, Kunst und weitere gleichrangig behandelt werden sollen.

Zuletzt wurde die Ausleihe nur selten genutzt

Bereits seit über 60 Jahren kauft die Stadt jährlich Werke von Dortmunder Künstlern in regulärer Höhe von 25.000 Euro an.

Zuletzt wurde die Möglichkeit der Ausleihe zum Zweck der Büro-Dekoration nur selten genutzt: Pro Jahr werden durchschnittlich 34 Werke verliehen. Um diese Zahlen zu steigern und zudem die Werke des Kunstarchivs auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, soll das Kunstarchiv nun allen Bürgern zur Verfügung stehen.

Versicherungsgebühr beträgt maximal 6 Euro

Und wie läuft eine Ausleihe ab? Letztlich ähnlich wie in der Artothek, die der Stadt- und Landesbibliothek angeschlossen ist. Die Ausleihe wird über den Bibliotheksausweis mit Dortmunder Adresse möglich sein. Ein Werk kann man sich drei Monate lang in die eigenen vier Wände holen. Nach Ablauf der drei Monate kann um weitere drei Monate einmalig verlängert werden.

In der Tiny Hall im Rombergpark waren zuletzt einige Kunstwerke zu sehen, die man ab Herbst dieses Jahres ausleihen kann.
In der Tiny Hall im Rombergpark waren zuletzt einige Kunstwerke zu sehen, die man ab Herbst dieses Jahres ausleihen kann. © Kulturbüro © Kulturbüro

Die Gebühr für eine Leihe stehe noch nicht endgültig fest, sagte Pinetzki, aber die Beträge werden ähnlich zu denen der Artothek sein. Hier werden 2,50 Euro pro Objekt fällig. Zudem werde eine Versicherungsgebühr von 1 bis 6 Euro je nach Wert des Werkes anfallen. Bei Überschreiten der Leihfrist fallen Versäumnisentgelte an.

Werke in der Brückstraße abholbar

Also, viele Parallelen zwischen Artothek und der „Kunst Aus(leihe)“ – wo sind eigentlich die Unterschiede? „Unsere Sammlungsleihe ist Dortmund spezifisch. In der Artothek befinden sich Exponate regionaler, nationaler und internationaler Künstler“, erklärt die Stadtsprecherin.

Einen Überblick über die ausleihbaren Objekte können sich die Dortmunder im Online-Katalog der Stadtbibliothek verschaffen, wo die Werke mit Abbildungen

einsehbar und bestellbar sind. Später ist eine Abholung im „Superraum“ möglich. Der „Superraum“ befindet sich in der Brückstraße, eröffnet im Frühjahr und ist ein neuer, moderner Projektraum der Stabsstelle Kreativquartiere Dortmund / Dortmund kreativ.

Andere Städte des Ruhrgebiets planen keine Ausleihe

Zunächst muss jedoch erstmal der Rat die „Kunst Aus(leihe) Dortmund“ beschließen. Hierzu wird am 25. März getagt. Das Projekt beginnt dann vermutlich im Herbst dieses Jahres. Davor muss erstmal der Bestand katalogisiert werden.

Und wie ist es in den anderen Städten des Ruhrgebiets? Hier gibt es zwar mancherorts – wie beispielsweise in Essen – eine Förderung der lokalen Kunst, indem Werke städtischer Künstler angekauft werden, aber eine Ausleihe an die Bürger ist aktuell nicht geplant. In Bochum befürchte man, dass Bürger die Kriterien, damit Werke an Qualität nicht verlieren, nicht gewährleisten können, sagt Pressesprecher Peter van Dyk.

In Duisburg wurde die Ausleihe von Kunstwerken 2006 eingestellt, da es sich herausgestellt hat, dass die Kunstwerke leider nicht immer sachgerecht behandelt wurden, teilt Pressesprecherin Gabi Priem mit. In Oberhausen ist die Kunstausleihe über die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen organisiert, die Kunstwerke an Bürger vermittelt.

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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad

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