Liz (Mélanie Laurent) steckt, gefangen in einer Metall-Kapsel, in größter Not. © Netflix
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Bei Netflix: „Oxygen“ erzählt vom Überleben im stählernen Sarg

Ein sehenswerter Film: „Oxygen“ auf Netflix ist ein Kammerspiel aus einer verriegelten Kapsel: Irgendwo zwischen Thriller, SciFi und Mystery, minimalistisch und spannend.

Eine Frau erwacht, durchstößt die Folie, die ihren Körper umspannt, und fragt sich, was ihr zugestoßen ist. Warum steckt sie in dieser metallenen Kapsel – und wo? Sie befragt die Künstliche Intelligenz, die Kapsel und Vitalfunktionen steuert. Sie bekommt Kontakt mit der Polizei, bittet um Hilfe und Aufklärung, während ihr Sauerstoff knapp und knapper wird.

„Oxygen“ ist ein französischer Thriller von Alexandre Aja (läuft auf Netflix): eine Variation über das Gruselthema „Lebendig begraben“. Liz (Mélanie Laurent) kann sich nicht damit trösten, dass die Kapsel mit ihr spricht, sie steckt in einem stählernen Sarg, ohne Orientierung, ohne Erklärung.

Noch 30 Prozent Sauerstoff

Ihre Erinnerung bleibt schemenhaft, Bilder eines Labors flackern auf in ihr. Wurde sie Opfer eines Experimentes? Offenbar hat man sie in Kälteschlaf versetzt. Angst und Panik wollen sie übermannen, dabei gilt es, kühlen Kopf zu wahren.

Noch 30 Prozent Oxygen, noch 22 Prozent.

Auf engstem Raum kreiert das klaustrophobische Kammerspiel beachtlich viel Nervenkitzel. Wir hören Herztöne, die Kamera rückt der verzweifelten Liz dicht auf die Pelle, während sie die Injektionsnadel der Roboter-Automatik abwehrt. Wie ein Detektiv setzt Liz Puzzleteile aus ihrem Gedächtnis zusammen, lässt die K.I. telefonieren und das Internet durchforsten.

Mystery-Drama in Echtzeit

Ihr bleiben 15 Prozent Sauerstoff, schwindende Luft wird zum Schrittmacher eines Mystery-Dramas, das in Echtzeit spielt.

Liz‘ Identität und der Ort des Geschehens sorgen für Überraschungen, die man nicht ausplaudern darf. Nur dies: Liz ist Teil des Projektes „Neue Heimat“. Wie „Oxygen“ zeigt, brauchen gute Thriller gar nicht viel: Cleveres Drehbuch und Konzept können schon reichen.

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Kultur-Redaktion
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