Beeindruckend und beängstigend zugleich wirkt der Kampfhubschrauber Apache aus der Nähe. © Sebastian Kreutzkamp
US-Army

Kampfhubschrauberflüge über dem Kreis Recklinghausen haben ernsten Hintergrund

Für viel Wirbel und Aufsehen haben die Kampfhubschrauber „Apache“ der US-Army gesorgt. Die Tiefflüge über dem Kreis Recklinghausen haben jedoch einen ernsten Hintergrund.

Sechs Hubschrauber waren im Formationsflug über den Kreis geflogen. Von schwerbewaffneten Helikoptern war bei den Augenzeugen die Rede. Dabei ging es in geringer Höhe über die Dächer der Region. Die sechs Kampfhubschrauber der US-Army waren zum Militärstützpunkt Gilze-Rijen in der Nähe von Tilburg unterwegs. Die Reise der Helikopter des Typs Boeing „AH-64 Apache“, den wohl berühmtesten Kampfhubschrauber weltweit, hatte dabei einen ernsten Hintergrund.

Operation „Atlantic Resolve“ der US-Armee

Denn im Rahmen der Operation „Atlantic Resolve“ lassen die Amerikaner alle neun Monate eine Heeresflieger- und eine Panzerbrigade rotieren. „Dies geschieht seit der Annektierung der Krim“, erklärt Major der Reserve Sebastian Kreutzkamp auf Anfrage dieser Redaktion. Generell hänge dies mit der angepassten Bedrohungslage vor allem für die baltischen Staaten zusammen. „Angst muss man auf jeden Fall nicht haben“, sagt Kreutzkamp, der selbst auch Autor verschiedener Militärbücher ist. Definitiv gebe es aktuell keinen Zusammenhang mit den russischen Militärbewegungen an der Grenze zur Ukraine.

Die Flugzeuge, Panzer und Hubschrauber verbleiben teils in Deutschland, gehen aber auch zum Teil ins Baltikum oder zum Beispiel nach Polen. Die Brigaden würden jedes Mal ihr gesamtes Material per Schiff mit hin- und zurücknehmen. Auf den Schiffen würden die Hubschrauber zusammengebaut und anschließend an ihren Bestimmungsort fliegen. Derzeit werde die Hubschrauberbrigade abgelöst. Während also die Hubschrauber der neuen Brigade auf den Schiffen (aktuell in Vlissingen in Zeeland) montiert werden, treten die anderen den Flug in Richtung Heimat bzw. ebenfalls Niederlande an, so auch die Hubschrauber, die aus Illesheim und Katterbach kommen.

Hubschrauber müssen zwischendurch tanken

„Die ungewöhnlichen Routen hängen damit zusammen, dass die Helikopter aufgetankt werden müssten“, erläutert der Reserveoffizier, der hauptberuflich als Schulleiter in Sprockhövel aktiv ist. In Deutschland und den Niederlanden legen die Flieger aber auch mal einen technischen Halt ein, dann allerdings auf Militärflugplätzen wie in Fritzlar, von wo der Überflug über den Kreis Recklinghausen startete.

Verteidigungsministerium bestätigt die Angaben

Auch die niederländische Zeitung „Brabants Dagblad Tilburg“ schreibt über die Bewegungen der US-Armee, bei denen es sich um den Wechsel zweier Hubschrauberbrigaden in Deutschland handelt. Das niederländische Verteidigungsministerium bestätigt diese Angaben auf seiner Homepage. Und die US-Armee postete Fotos von der Bodenkontrolle im Hafen Vlissingen. Bis Mitte Dezember könne es sogar weitere solcher Flüge über Deutschland und den Niederlanden geben – und dann vielleicht auch wieder im Luftraum über dem Kreis Recklinghausen. Die Amerikaner fliegen ihre Kampfhubschrauber zwar in kleinen Päckchen, doch insgesamt handele es sich um rund 40 bzw. 60 Helikopter, die reinkommen bzw. rausgehen.

Info

Bücher von Sebastian Kreutzkamp

Sebastian Kreutzkamp hat bereits einige Militärbücher veröffentlich, so zum „Challenger 2“, einem Kampfpanzer der von verschiedenen Armeen eingesetzt wird, und zum Panzerspähwagen „Fennek“ (benannt nach dem gleichnamigen Wüstenfuchs).

Zudem arbeitet er aktuell an zwei weiteren Bildbänden zur Britischen Armee.

Über den Autor
Redaktionsleiter CvD/ Online

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