WPZ: Nachwuchs bei den Mufflons und den Wildschweinen

dzCorona-Zwangspause

Ausgerechnet im Jubiläumsjahr muss das Waldpädagogische Zentrum seine Aktivitäten drosseln. Gearbeitet wird dort trotzdem. Die Tiere am Ruhehorst scheinen die Ruhe zu genießen.

Kirchhellen

, 13.06.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Mufflon-Baby schaut die Besucher ein wenig ungläubig an, und die Frischlinge scharen sich sicherheitshalber um ihre Mutter und meiden den Kontakt mit den Besuchern am Zaun. Der Nachwuchs im Waldpädagogischen Zentrum der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald am Ruhehorst zwischen Bottrop und Grafenwald wurde hineingeboren in die Coronakrise, in den Lockdown ohne Besuch von Schulklassen und Kita-Gruppen.

Ob die Tiere die Ruhe vielleicht sogar genießen, weiß man nicht genau, aber die Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter des WPZ scharren deutlich hörbar mit den Füßen. Sie haben während der Corona-Pause auf dem Gelände eine Menge Arbeit geleistet und würden lieber heute als morgen wieder in Normalbetrieb gehen. Vorerst müssen sie sich jedoch mit kleinen Schritten zufrieden geben.

Das WPZ empfiehlt sich für einen Familienausflug

Montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr ist das WPZ für Besucher geöffnet. „Auch in den Sommerferien“, betont Förster Markus Herber und empfiehlt Familien einen Besuch am Ruhehorst. Wer das Gelände betritt, wird begrüßt von vier Hennen und zwei Hähnen, deren Vorgänger im vorigen Jahr vom Marder geholt wurden und die demnächst einen komplett neuen Stall mit weitläufigen Außengelände beziehen dürfen.

Vorstand WPZ

Michael Seidel (vorn) füttert die Burenziegen. Peter Pawliczek (v.l.), Markus Herber, Klaus Michels und Horst Dieter Pfeiffer vom Vorstand des WPZ haben ihre Pläne fürs 25-Jährige auf Eis legen müssen. © Petra Berkenbusch

Für die ehemalige Eichhörnchenstation des WPZ haben sich auch „Nachmieter“ gefunden: In dem naturnah hergerichteten Gehege leben und picken Europäische Wachteln, die dort in einer Brutmaschine herangewachsen und geschlüpft sind. Seit sie sieben Wochen alt sind, legen sie schon Eier. Menschlichen Besuchern gegenüber sind sie sehr aufgeschlossen. Vorsitzender Peter Pawliczek und seine Vorstandskollegen freuen sich schon auf die ersten Begegnungen der Wachteln mit Kindern.

Mufflon- und Wildschwein-Kinder genießen die Ruhe

Das vor etwa vier Wochen geborene Mufflon-Böckchen ist dagegen deutlich scheuer, wenngleich es auch schon neugierig zum Zaun gestakst kommt, um Fremde zu beäugen.

Mufflon-Baby im WPZ

Das Mufflon-Baby ist etwa vier Wochen alt. © Petra Berkenbusch

Dagegen nehmen die niedlichen Frischlinge, die Mutter Paula in der Osterzeit geboren hat, von den Fremden kaum Notiz.

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Frischlinge im Waldpädagogischen Zentrum

Wie dem gesamten Gelände, sieht man auch dem gepflegten Kräutergarten und dem Backhaus die Zwangspause nicht an. Das ist den vielen fleißigen ehrenamtlichen Helfern und hauptamtlichen Mitarbeitern zu verdanken, die das WPZ fürs 25-jährige Bestehen aufgehübscht haben. Ob das in diesem Jahr noch gefeiert werden kann, steht noch in den Corona-Sternen.

Burenziegen im WPZ

Für Futter kommen die Burenziegen den Menschen ganz nah. © Petra Berkenbusch

Förster Herber wäre schon froh, wenn er im Dezember mit den Zweitklässlern den nächsten Jahrgangswald pflanzen könnte.

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Jedem Kind ein Baum

Der erste Jahrgangswald ist bald voll
  • Das WPZ ist ein außerschulischer Lernort aller Bottroper Grund- und Förderschulen mit dem Ziel einer waldbezogenen und nachhaltigen Naturerziehung für Kinder vom 1. bis zum 4. Schuljahr.
  • Alle Grund- und Förderschulen haben das Konzept des WPZ seit 1999 in ihr Schulprogramm aufgenommen, und ein regelmäßiger Besuch der Einrichtung ist ein fester Bestandteil des Unterrichts.
  • Im ersten Schuljahr pflanzen die Kinder einen Setzling, im zweiten und dritten Schuljahr lernen sie eine Menge über den Wald und begutachten ihren Setzling, im vierten Schuljahr pflanzen sie „ihren“ Baum im Jahrgangswald in der Kirchhellener Heide aus.
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