„Das Impfzentrum hätte nie geschlossen werden dürfen." Dessen sind sich der Leiter der koordinierten Impfeinheit, Michael Althammer, und Impfarzt Dr. Harald Hofer sicher. © Stadt Bottrop
Coronavirus

Wiedereröffnung des Bottroper Impfzentrums ist ein Kraftakt

Um das Impfzentrum am Südring wieder öffnen zu können, kommt die Stadt Bottrop an ihre Grenzen. Die Termine waren bereits nach wenigen Minuten ausgebucht. Was die Stadt jetzt empfiehlt.

Vor gerade einmal zwei Monaten wurden die Impfzentren auf Anordnung des Landes geschlossen. Von Beginn an beteuerte der Leiter des Bottroper Impfzentrums, Michael Althammer, dass dies ein Fehler sei. In Hoch-Zeiten wurden am Südring bis zu 1.200 Menschen am Tag geimpft. „Diesen Wert werden wir bei weitem nicht erreichen können“, weiß Andreas Pläsken, Sprecher der Stadt Bottrop.

Dabei wären Zahlen wie diese wünschenswert. Aktuell ist der Andrang aufgrund der Boosterimpfung, die nun für alle Personengruppen ab 18 Jahren empfohlen wird, immens. Die Stadt Bottrop hat in den vergangenen Wochen mit Impfangeboten an Bussen in der Innenstadt und der kürzlich eröffneten Impfstation in der Dieter-Renz-Halle versucht, den Andrang abzufangen. Denn nachdem die Impfzentren geschlossen wurden, waren die Haus- und Fachärzte für die Impfungen zuständig.

Erkältungswelle und Auslastung der niedergelassenen Ärzte

Zu beachten sei insbesondere auch, dass man leicht vergesse, dass es gerade im Winter noch andere Krankheiten gibt. Die Erkältungswelle geht um und die Ärzte sind bereits ausgelastet. Es ginge nun nicht mehr darum, Menschen vorrangig für die Erstimpfung zu gewinnen, denn Bottrop ist statistisch gesehen eine der Städte mit den höchsten Quoten in NRW. Das heißt aber auch, dass all diese Geimpften nun eine Boosterimpfung verlangen. „Wir kommen alle an unsere Grenzen“, sagt Althammer.

Michael Althammer und Dr. Harald Hofer koordinieren die Impfaktionen der Stadt Bottrop. Das Impfzentrum am Südring wieder zu eröffnen, sei der einzig richtige Schritt.
Michael Althammer und Dr. Harald Hofer koordinieren die Impfaktionen der Stadt Bottrop. Das Impfzentrum am Südring wieder zu eröffnen, sei der einzig richtige Schritt. © Stadt Bottrop © Stadt Bottrop

Lange Warteschlangen an den stationären Impfstellen und mehrere Monate Wartezeit auf einen Termin beim Hausarzt seien die Folge. Zunehmend schlechtere Witterung und Kapazitätsgrenzen an allen Stellen veranlassten die Stadt nun gezwungenermaßen, aus eigener Kraft das Impfzentrum am Südringcenter wiederzueröffnen. „Dafür müssen wir Mitarbeiter vom Gesundheitsamt abziehen, die dann dort beispielsweise bei der Kontaktnachverfolgung fehlen. Die Situation ist alles andere als ideal“, bedauert Pläsken.

Impfangebote sollen weiterhin ausgeweitet werden

Zuletzt wurde medizinisches Personal von der Kassenärztlichen Vereinigung gestellt, um den Impfandrang zu bewältigen. Ohne diese Unterstützung sieht die Stadtverwaltung eine Mammutaufgabe, die kaum zu bewältigen ist. Dass die über 2.000 bis Weihnachten zur Verfügung gestellten Impftermine innerhalb weniger Minuten ausgebucht waren, bestätigt diese Befürchtung. Impfangebote, wie der Tag der offenen Tür am 12. Dezember bei den Fachärzten in Bottrop, sollen zusätzlich unterstützen.

Es wird empfohlen, weiterhin bei den niedergelassenen Haus- und Fachärzten nach Impfterminen zu fragen. Der Impfbus wird künftig nicht mehr am Altmarkt stehen. Folgende Termine finden noch in der Dieter-Renz-Halle statt: Montag, 22. November, und Mittwoch, 24. November, jeweils von 9 bis 17 Uhr, sowie Sonntag, 28. November, von 11 bis 19 Uhr. Ab 1. Dezember (Mittwoch) ist dann das Impfzentrum am Südring 79 montags, mittwochs und freitags, jeweils von 9 bis 17 Uhr, geöffnet. Etwa ein Drittel der Impfplätze ist Kurzentschlossenen vorbehalten, wobei mit langen Wartezeiten zu rechnen sei.

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