Die Kirchhellener Werbegemeinschaft steht vor dem Aus

dzKein neuer Vorsitzender

Niemand will Vorsitzender der Kirchhellener Werbegemeinschaft werden. Steht der Zusammenschluss der Kaufleute womöglich vor dem endgültigen Aus?

von Michelle Hoffmann

Kirchhellen

, 10.12.2019, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Jahre ist es her, dass der Bottroper Stephan Kückelmann als Vorsitzender einsprang und die Kirchhellener Werbegemeinschaft vor dem sicheren Aus bewahrte. Jetzt steht der Verein erneut vor einem Führungsproblem, denn Kückelmann will nicht weitermachen.

Nur zehn von 60 Mitgliedern waren am Montag zur Jahreshauptversammlung gekommen, um einen neuen Vorstand zu wählen. „Das ist eine schwache Ausbeute“, sagte Ulrich Scharun bedauernd. „Und das bei einem so wichtigen Thema“.

Sprachlosigkeit sorgt für Frustration

„Das ist eigentlich auch das Hauptproblem bei uns“, ergänzte Stephan Kückelmann „Eine Werbegemeinschaft funktioniert einfach nur über Kommunikation. Und wenn ich kein Feedback und keine Antworten bekomme, dann macht so ein Zusammenschluss einfach keinen Sinn und frustriert nur.“

Und das sei auch der Grund dafür, dass er den Job nicht noch weitere zwei Jahre machen möchte. „Es ist einfach keine Resonanz da. Und deshalb müssen wir uns überlegen, ob die Werbegemeinschaft in dieser Form überhaupt noch Sinn macht und wie wir weiter vorgehen. Vielleicht besteht ja auch einfach kein Bedarf“.

Ohne die Werbegemeinschaft kämpft jeder für sich allein

Der Verlust, den eine Auflösung des Vereins mit sich brächte, sei groß. „Etwas Ähnliches kann man nicht so schnell wieder auf die Beine stellen. Wenn sich der Verein auflöst, dann muss jeder für sich alleine kämpfen“, sagte Kückelmann. Veranstaltungen wie das Candlelight-Shopping oder verkaufsoffene Sonntage würden erstmal wegfallen. Und auch für die Weihnachtsbeleuchtung und für den Facebook- und Instagram-Auftritt wäre niemand mehr zuständig. „Wir würden ganz klar auch ohne den Verein klarkommen, aber es wäre schwieriger.“

Veranstaltungen wie das Dorffest oder Gourmetfest sind dagegen nicht nur an einen Verein gekoppelt, das heißt, sie würden trotz des Verlustes bestehen bleiben. Ulrich Scharun: „Wir müssen jetzt also überlegen, wie es weitergeht. Eine Alternative zur vollständigen Auflösung wäre eine Stilllegung. Das würde bedeuten, dass der Verein weiter bestehen bleibt. Aus dem Geld in der Kasse könnte zum Beispiel die Weihnachtsbeleuchtung noch ein paar Jahre weiter gezahlt werden. Und vielleicht würde sich in zwei Jahren ein neuer Vorstand finden.“

Kein gemeinsamer Nenner für 60 Mitglieder?

„Und selbst, wenn wir einen neuen Vorsitzenden finden sollten, dann müssen wir uns trotzdem überlegen, wie es jetzt weitergeht. Vielleicht haben wir auch einfach zu viele Mitglieder mit zu vielen unterschiedlichen Interessen. Bei 60 Leuten einen gemeinsamen Nenner zu finden, ist natürlich schwierig“, sagte er weiter.

Die Kirchhellener Werbegemeinschaft steht vor dem Aus

Ulrich Scharun © Foto: Manuela Hollstegge

„Aber auch hier ist es so, dass nur sprechenden Menschen geholfen werden kann. Woher soll ich als Vorsitzender wissen, was für Interessen die einzelnen Mitglieder haben, wenn ich keine Rückmeldung bekomme?“, ergänzte Kückelmann. Das Problem der fehlenden Kommunikation zieht sich also wie ein roter Faden durch den Verein. „Ich hoffe sehr, dass die Mitglieder endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen und reagieren.“

Entscheidung ist aufgeschoben bis Ende Januar

Die Sitzung und damit auch die Wahl eines neuen Vorstands wurden auf den 27. Januar verschoben. Bis dahin sollen sich die Mitglieder Gedanken über die Zukunft der Werbegemeinschaft machen. Kückelmann bot dem neuen Vorstand seine Hilfe an, wenn die erwünscht sei. Er hofft sehr, dass sich ein Freiwilliger findet, der den Vorsitz übernimmt und den Verein so vor dem Aus rettet.

„Wir haben noch 14.000 Euro in unseren Kassen, damit kann man so viel Schönes machen. Es wäre schade, wenn wir das Geld nicht mehr nutzen würden“, appellierte er an alle 60 Mitglieder. „Und gerade die Leute, die Kritik am Verein geäußert haben, sind jetzt die perfekten Kandidaten für den Vorsitz. Denn nur wer sich einsetzt, kann auch etwas ändern“, ergänzte Ulrich Scharun abschließend.

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