Verschenken statt wegwerfen

Neue Gruppe gegründet

Fast jeder hat sie irgendwo in der Wohnung – Dinge, die zum Wegwerfen zu schade, aber zum Verkaufen doch nicht mehr geeignet sind. Sie verstauben, nehmen Platz weg, belasten. Genau solchen Gegenständen hat die Kirchhellenerin Rebecca Schwartmann jetzt eine Plattform gegeben.

Kirchhellen

, 16.02.2017 / Lesedauer: 3 min
Verschenken statt wegwerfen

Rebecca Schwartmann hat die Facebook-Gruppe "Free your Stuff Bottrop-Kirchhellen" gegründet.

Im Oktober 2016 gründete sie im sozialen Netzwerk Facebook die Gruppe „Free your Stuff Bottrop-Kirchhellen“. Verschenken statt wegwerfen ist die ganz simple Idee, die dahinter steckt. „Neu ist sie nicht, in vielen großen Städten wie zum Beispiel Essen gibt es schon solche Gruppen, aber nicht hier in der Nähe“, erzählt die 31-Jährige.

Sie interessiert sich sehr für gebrauchte Sachen, die zu verschenken sind, hat aber auch selber viele Dinge im Haushalt, die sie zwar nicht wegwerfen, aber auch nicht mehr verkaufen kann. Früher war die Kirchhellenerin daher immer wieder bei Ebay-Kleinanzeigen unterwegs. Doch oft hätte man für die guten Angebote viel zu weit fahren müssen, als dass sich der Aufwand gelohnt hätte.

Schleppender Start

Nachdem sie auf verschiedene „Free your Stuff“-Seiten im Netz gestoßen war, gründete sie kurzerhand eine für den Raum Bottrop-Kirchhellen. Die ersten 16 Gruppenmitglieder fügte sie selber hinzu. „Das waren Bekannte, bei denen ich dachte, dass die Idee zu ihnen passen könnte. Aber es lief zunächst sehr schleppend“, erzählt Schwartmann, die in Dorsten als Integrationshelferin arbeitet. Den Durchbruch brachte erst ein Aufruf in der Facebook-Gruppe „Wir sind Kirchhellen“.

Inzwischen zählt ihre Gruppe rund 160 Mitglieder (Stand 14. Februar 2017) und Rebecca Schwartmann erhält viel positives Feedback. Das Prinzip ist einfach: Wer etwas zu verschenken hat, stellt es samt Foto und Beschreibung als Beitrag in die Gruppe ein. Angegeben werden sollte auch, ob der Gegenstand nur für Selbstabholer gedacht ist, oder auch verschickt werden könnte. Den Rest klären Verschenker und Interessent unter sich. In der Regel gilt: Wer zuerst kommt, erhält den Zuschlag.

Briefkasten für die Klassenpost

So wechselten in der Kirchhellener Gruppe beispielsweise schon Lampen und ein Briefkasten den Besitzer. „Den Briefkasten hat eine Lehrerin für ihre Klassenpost genommen“, erzählt Rebecca Schwartmann. Aber auch Handtaschen, Blumentopf-Rollbretter, Kuscheltiere, eine Laufstalleinlage oder ein halb volles Parfum stehen zum Verschenken bereit.

Der Initiatorin ist wichtig, dass die Gruppe übersichtlich bleibt. Daher werden sehr alte Beiträge, oder solche, bei denen das Verschenken schon stattgefunden hat, regelmäßig gelöscht. „In ähnlichen Gruppen größerer Städte haben Leute, die nicht ständig im Internet sind, teilweise keine Chance, etwas zu bekommen. Daher wird da teilweise ausgelost, wer den Zuschlag bekommt“, erzählt Schwartmann. Ihre Gruppe sei jedoch noch relativ klein, daher halte sie das derzeit nicht für notwendig. 

Lesen Sie jetzt