Im Eingangsbereich der frisch renovierten St. Johanneskirche in Kirchhellen versteckt sich neuerdings eine Kamera. Sie überwacht den Innenraum und wird Mitschnitte des Gottesdienstes aufnehmen, die dann für Daheimgebliebene im Youtube-Kanal zu sehen sein werden. © Maria Dehling
Kirche

Umbau St. Johannes: Mehr Licht, mehr Technik, mehr Möglichkeiten

Die Renovierung der Kirchhellener Pfarrkirche St. Johannes ist nahezu abgeschlossen. Nicht nur Technik und Anstrich sind neu - Vieles hat sich verändert. Ein Rundgang verrät mehr.

Noch legen letzte Gewerke Hand an: Tontechniker, Elektriker und Restauratoren wuseln durch die Kirchhellener Pfarrkirche. Alle arbeiten auf einen Termin hin, denn am 4. Fastensonntag (14. März) werden die Kirchhellener den ersten Gottesdienst in der frisch renovierten St. Johanneskirche feiern. Wir haben schon vorher einen Blick hinein geworfen.

Beim Betreten der Kirche scheint es zunächst so, als wäre das Kirchenschiff um fünf bis zehn Meter größer als zuvor. „Das macht die neue Beleuchtung mit LED-Technik und eine besondere Ausrichtung der Strahler. Dazu kommt der weiße Anstrich hinter der Kreuzigungsgruppe am Altar und die Fenster, die sorgen für so viel Licht im Kirchenraum, ein richtiger Glanz ist das“, erklärt Pastor Christoph Potowski.

Nicht ganz ein Jahr hat der Umbau gedauert. Die letzte Renovierung erfolgte vor 36 Jahren. Die Gesamtkosten des aktuellen Umbaus betragen rund 985.000 Euro. „Umgerechnet wären das circa 27.000 Euro pro Jahr, jetzt ist der Betrag einmalig angefallen, das passt schon,“ so Potowski. Das Bistum Münster hat eine Teilfinanzierung übernommen, bedingt durch Bergschäden hat auch die RAG etwas zugesteuert.

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So sieht die Johanneskirche nach der Renovierung aus

Viele Dinge haben sich im Zuge der Renovierung geändert – manche übersieht man vielleicht beim ersten Betreten, andere sind deutlicher zu erkennen. Das Taufbecken begegnet dem Besucher zum Beispiel jetzt schon beim Eintritt auf der sogenannten „Frauenseite“. „Die Taufe ist das Eingangssakrament, die Aufnahme in die Kirche, daher steht es nun direkt beim Eingang. Irgendwann hat es sogar schon einmal hier gestanden,“ so Pastor Potowski.

Kamera schneidet Gottesdienste mit

Steht man direkt vor dem Mittelgang und wirft einen Blick nach oben, sieht man eine Kamera im Holzbogen. Sie dient zum einen der Überwachung des Kirchenraums und zum anderen dem Mitschnitt von Gottesdiensten, die dann auf Youtube eingestellt werden, um so den Gläubigen die Messfeier nach Hause bringen zu können.

Beim Blick zurück fallen dem Besucher Schrankwände seitlich des mittleren Ausgangs ins Auge. „Hier sollen Tische und Bänke Platz finden. Der Pfarreirat möchte neue Wege gehen. Warum sollte man nicht nach dem Gottesdienst auf einen Kaffee zum Beispiel noch etwas zusammenstehen?,“ so der Pastor.

Weiter vorn auf der rechten Seite offenbart sich ein Holzpodest für Chöre und Musikgruppen, direkt dahinter der Platz für die Medientechnik. Gesteuert wird sie zentral von der Sakristei aus. Am Altar arbeitet mit größter Sorgfalt und Ausdauer die Firma Berchem aus Essen-Borbeck. Mit einem kleinen Schwämmchen wird dort Millimeter für Millimeter die Fläche gereinigt.

Die neue, jetzt einheitliche, Fliesenfläche vor dem Altar strahlt eine gewisse Ruhe aus. Die Seitenkapelle ist noch leer und wird vermutlich auch leer bleiben. „Der Platz hier soll vielfältig genutzt werden, ob Kinderaktionen, Kunstausstellungen, kleine Gottesdienste – wir möchten ihn temporär gestalten. Auch das hat sich während der Bauphase ergeben,“ erklärt Potowski.

Sternsinger-Fenster in St. Johannes Kirchhellen
Das neu gestiftete Sternsinger-Fenster vor der Orgelbühne, oberhalb der rechten Eingangstür, sticht sofort ins Auge. © Maria Dehling © Maria Dehling

Direkt ins Auge fällt das neue, gespendete Fenster mit Sternsinger-Motiv direkt über der „Männerseite“. Auch der Stimm- und Probenraum erhält gerade noch ein neues Fenster. Komplett neu geworden ist die Medien- und Lichttechnik. Mehr als fünf Kilometer Kabel wurden verlegt. „Das ist für St. Johannes eine neue Technikwelt“, sagt Gregor Unterberg von der Lembecker Ingenieurfirma Cosanne.

Eine feierliche Eröffnung der Kirche wird es coronabedingt nicht geben. „Das bedauern wir alle. Erste Blicke können aber ab dem 13. März in die Kirche geworfen werden. Dann möchten wir die Türen öffnen“, freut sich Christoph Potowski. „Mein Dank gilt allen Ehrenamtlichen, allen fleißigen Händen und Köpfen für die vielen, vielen geleisteten Stunden – nur so konnten wir das schaffen. Das gute Miteinander der Baufirmen, das Hand-in-Hand arbeiten, möchte ich auch erwähnen – auch für mich, als neuer Seelsorger in Kirchhellen, ein sehr gutes Gefühl.“

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