Durch die Hilfe vom „Wunschzauberer“ konnte sich Stina neue Maschinen für die Teddybären-Produktion kaufen. © privat
Velvety-Cos

Teddybären-Start-Up: „Es ist wie eine Therapie für mich“

Anfang des Jahres hat die Kirchhellenerin Stina Schulzke angefangen, Teddybären mit Handicap zu nähen. Seitdem ist bei der jungen Frau viel passiert. Auch ihre Krankheit hat sie viel besser im Griff.

Im März hat die Dorstener Zeitung über die Kirchhellenerin Stina Schulzke berichtet, die an einer generalisierten Angststörung leidet und angefangen hat, Teddybären mit Handicap zu nähen.

Nach der Veröffentlichung ist viel bei der 27-Jährigen passiert. Sie ist nicht nur mit ihrem Teddybären Start-Up „Velvety-Cos“ in Produktion gegangen – auch ihre Krankheit hat sie heute besser im Griff …

„Ich schlafe wieder wie ein normaler Mensch“

„Ich bin heute entspannter, glücklicher und schlafe endlich wieder wie ein normaler Mensch. Das hat es seit vielen Jahren nicht mehr gegeben“, berichtet Stina Schulzke. Viel Positives hat sie in den vergangenen Monaten erfahren dürfen. Ihr Teddybären Start-Up ist für die junge Kirchhellenerin mehr als nur eine Geschäftsidee. „Es ist wie eine Therapie für mich“, sagt sie.

Als sie im März an die Öffentlichkeit ging, hätte sie sich noch nicht vorstellen können, wie sich alles entwickelt. „Wir waren maßlos unterfinanziert und ich habe an einer kaputten Nähmaschine gearbeitet. Pro Bären habe ich damals drei Stunden gebraucht“, erzählt sie.

Heute kann sie ihre Bären in 45 Minuten fertigen. Denn sie hat finanzielle Unterstützung vom Bottroper Verein „Wunschzauberer“ bekommen.

Ihr Schlafzimmer ist nun Nähzimmer. In Zukunft möchte Stina Schulzke aber eine Räumlichkeit finden, wo genug Platz ist, um die Bären zu nähen. © privat © privat

Oliver Helmke vom Verein wurde durch den Artikel auf die Kirchhellenerin aufmerksam und wollte diese Idee unterstützen. Dadurch konnte sich Stina eine neue Stickmaschine, Nähmaschine und einen Schneiderplotter leisten. Ihr Schlafzimmer ist jetzt zum Nähzimmer umgebaut. „Ohne den Wunschzauberer wäre das nicht möglich gewesen“, sagt sie dankbar.

Verein will 300 Bären verschenken

Doch nicht nur finanziell erfährt sie vom Verein Unterstützung. Auch bei Fragen rund um die Existenzgründung ist das Team für Stina immer da und vermittelt Kontakte. Im Gegenzug näht Stina 300 Bären, die der Verein an Kinder verschenken will.

Die ersten Schritte sind gemacht. Ihr Webshop ist online gegangen und verschiedene Bären können bestellt werden. Auch viele Ideen für neue Bären mit Behinderungen, Krankheiten oder besonderen Charakterzügen gibt es schon. Eine erste Mitarbeiterin ist auch schon gefunden, die Stina unterstützt. „Ziel war es von Anfang auch, Leuten eine Arbeit zu geben, die es sonst auf dem Arbeitsmarkt schwer haben“, berichtet Stina.

In naher Zukunft will sie mit ihrem Unternehmen „Velvety-Cos“ weiter wachsen. Dazu sucht sie aktuell Räumlichkeiten für eine Teddybären-Werkstatt. „Ein Traum von mir wäre es, in die Villa Körner einzuziehen und dort meine Näherei zu eröffnen“, erzählt sie.

Mehr über die Idee hinter „Velvety-Cos“ und den Onlineshop unter: www.velvety-cos.com

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Ich bin in Dorsten aufgewachsen und lebe seit einigen Jahren in Kirchhellen. Die Region kenne ich also von klein auf. Trotzdem entdecke ich durch meine Tätigkeit als Journalist immer wieder neues. Die lokale Berichterstattung finde ich spannend, weil ich dadurch viele nette Menschen kennenlernen darf und immer mitten im Geschehen bin. Als Fotograf ist mir dabei wichtig, meine Geschichten auch immer visuell ansprechend zu gestalten.
Zur Autorenseite
Julian Schäpertöns

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.