Tausende nehmen beim Tag der offenen Tür Abschied von Prosper-Haniel

Bergwerk Prosper-Haniel

Ein letztes Mal öffnete die letzte aktive Zeche Prosper-Haniel in Kirchhellen ihre Tore für Besucher. Geboten wurde ein vielfältiges Programm unter und über Tage.

Kirchhellen

, 09.09.2018, 12:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Viele Besucher beim Tag der offenen Tür im Bergwerk Prosper-Haniel nutzten die Gelegenheit für ein Foto vor passender Kulisse.

Viele Besucher beim Tag der offenen Tür im Bergwerk Prosper-Haniel nutzten die Gelegenheit für ein Foto vor passender Kulisse. © Guido Bludau

Noch ein letztes Mal gab es am Samstag für Besucher die Chance, das Bergwerk Prosper Haniel in Kirchhellen zu besichtigen, bevor Ende des Jahres endgültig Schicht im Schacht ist. Inzwischen ist Prosper-Haniel nämlich das letzte aktive Steinkohlebergwerk in Deutschland.

Es herrschte den ganzen Tag über noch einmal Hochbetrieb auf der Zeche am alten Postweg. Zahlreiche Gäste, egal ob groß oder klein, kamen vorbei, um Prosper-Haniel einen letzten Besuch abzustatten und Bergbaugeschichte hautnah mitzuerleben.

Ein letztes Mal hatten Besucher am Samstag Gelegenheit, das Bergwerk Prosper-Haniel in Kirchhellen zu besichtigen, bevor Ende des Jahres endgültig Schicht im Schacht ist.

Ein letztes Mal hatten Besucher am Samstag Gelegenheit, das Bergwerk Prosper-Haniel in Kirchhellen zu besichtigen, bevor Ende des Jahres endgültig Schicht im Schacht ist. © Guido Bludau

Beim Tag der offenen Tür warteten viele Attraktionen auf die Besucher. Ein besonderes Highlight waren dabei die Grubenfahrten, die aber nur vorab bei einem Gewinnspiel verlost wurden. Für den großen Rest gab es aber auch über Tage viel zu schauen und zu erleben. So wurden zum Beispiel die Führungen zur Fördermaschine im Förderturm von Schacht 10 gerne genutzt. Hier bildeten sich lange Warteschlangen. Auch gab es über Tage viele Informationsstände, Kinderprogramm und reichlich zu essen und trinken.

Das Ehepaar Nadine und Tim Steier aus Gelsenkirchen schaute mit Tochter Marina vorbei und nahm sich viel Zeit für eine ausgiebige Tour. „Mein Vater war auch noch unter Tage beschäftigt und so ist das Interesse vor allem bei mir sehr groß, noch einmal zu sehen, wie der Arbeitsalltag hier aussieht. Diese Gunst der Stunde wollten wir uns nicht entgehen lassen, um noch einmal einen Einblick zu bekommen“, erklärt Tim Steier.

Für Kinder wurde viel geboten. Unter anderem wurde ein Bergwerksschacht zum Durchlaufen nachgestellt.

Für Kinder wurde viel geboten. Unter anderem wurde ein Bergwerksschacht zum Durchlaufen nachgestellt. © Guido Bludau

Michael Schabis war mit seinem neunjährigen Sohn Nils hier und sie nutzten die angebotene Chance, vor entsprechender Kulisse ein paar Fotos zu machen. Dafür hatten die Bergmänner extra ein paar Utensilien parat gelegt, um stilecht in Bergmannskluft abgelichtet zu werden. Auf die Frage, wie es ihm denn gefalle, antwortete Nils mit strahlenden Augen und einem knappen: „Sehr gut. Es gibt hier viele tolle Sachen zu entdecken.“

Grube muss gründlich geräumt werden

Markscheider Joachim Bock wies bei einem ausführlichen Rundgang darauf hin, dass zwar offiziell Ende des Jahres Schluss ist, doch dass es auch danach für einige Kumpels noch für einige Monate hier Arbeit gibt. „Nach dem Ende der Kohleförderung wird das Bergwerk noch ausgeraucht. Das heißt, dass alles, was wasser- oder umweltgefährdend ist, wieder zurück nach über Tage kommt. Die Grube muss wirklich geräumt werden, sodass keine Gefahrstoffe unter Tage bleiben. Dazu gehört auch beispielsweise ein Telefon.“

Der Steuerstand der Fördermaschine im Förderturm von Schacht 10 konnte besichtigt werden.

Der Steuerstand der Fördermaschine im Förderturm von Schacht 10 konnte besichtigt werden. © Guido Bludau

Das Bergwerk und Bottrop verbindet nicht nur eine mehr als 150-jährige Geschichte, der Bergbau beeinflusste auch maßgeblich die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Seit Aufnahme der Förderung wurden im Bereich des Bergwerks über 300 Millionen Tonnen Steinkohle gewonnen. Vier ursprünglich eigenständige Bergwerke haben sich zum Bergwerk Prosper-Haniel zusammengeschlossen.

Wegweisende Technik zur Kohleförderung

Die Technik, mit der die Kohle abgebaut und gefördert wird, ist weltweit wegweisend. Diese Hightech-Produkte werden gemeinsam mit der Zulieferindustrie und Hochschulen entwickelt und finden auch branchenübergreifend ihren Einsatz.

Die Kaue konnte nur zum Teil besichtigt werden. Bergmänner zogen sich hier noch für ihre Arbeit um.

Die Kaue konnte nur zum Teil besichtigt werden. Bergmänner zogen sich hier noch für ihre Arbeit um. © Guido Bludau

Das Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop zählt zu den leistungsstarken Bergwerken, die von der RAG Deutsche Steinkohle AG an der Ruhr, in Ibbenbüren und im Saarland betrieben werden. Dafür setzten sich bisher rund 2600 Mitarbeiter täglich ein.

Am Ende des Tages war dann zwar Schluss für die vielen Besucher, doch für die Kumpels ging es dann erst richtig los. In einem riesigen Zelt auf dem Gelände gab es dann eine zünftige interne Abschiedsparty. Na dann: Glück Auf!

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