Aktuell sind die Trainingsstätten des Tanzsportclubs Harmonie in Kirchhellen und Gladbeck geschlossen. Der Verein kämpft zudem mit einigen Problemen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Tanzsport

Tanzsportclub Harmonie braucht dringend einen neuen Vorstand

Der Tanzsportclub Harmonie mit Sitz in Kirchhellen hat zwar keine finanziellen Sorgen, braucht aber zeitnah ein neues Vorstandsteam. Corona sorgt außerdem für rückläufige Mitgliederzahlen.

Ruhig ist es im Tanzsportclub Harmonie geworden. Seit Wochen wird sowohl in Gladbeck als auch in Kirchhellen wieder nicht getanzt. Finanziell kann sich der Verein einigermaßen gut über Wasser halten, die Corona-Pandemie bringt jedoch ganz andere Probleme mit sich.

„Aktuell hangeln wir uns so durch und versuchen, das Beste aus der Situation zu machen“, sagt der 1. Vorsitzende Robert Heinrich. Man versuche auf vielen verschiedenen Wegen Kontakt zu den Mitgliedern zu halten. So finden sie Material zu einigen Tanzkursen auch online, über Weihnachten gab es ein kleines Gewinnspiel. Ende Januar ist zudem ein Online-Stammtisch per Zoom geplant. „Der Kontakt ist ganz wichtig, das darf man nicht unterschätzen“, so Heinrich.

Der 69-Jährige ist froh, dass er die laufenden Kosten wie Miete, Versicherungen, Heizung etc. gerade so mit den Mitgliederbeiträgen bezahlen kann. Zwar zahlen die nicht den vollen Beitrag, aber dank einer Klausel in der Vereinssatzung immerhin einen Grundbeitrag. Einige hätten die Rückzahlung der zu viel gezahlten Beiträge auch gar nicht haben wollen und den Trainern gespendet.

Deutlich weniger Mitglieder durch Corona

Nicht glücklich ist Heinrich jedoch über die aktuelle Entwicklung bei den Mitgliederzahlen. Waren es zu Beginn des vergangenen Jahres noch 556, sind es jetzt nur noch 470. Zwar habe man gerade bei den Kindern und Jugendlichen immer eine gewisse Fluktuation, aber normalerweise würden auf Kündigungen auch immer wieder zahlreiche Neuaufnahmen folgen.

„Wir haben weit über 100 Interessenten auf der Warteliste, aber der Lockdown verhindert, dass wir die leeren Plätze wieder auffüllen können“, so Heinrich. Zahlreiche Interessenten habe man im Sommer zu Schnupperstunden eingeladen, doch kurz darauf sei die nächste Schließung der Trainingsstätten gefolgt.

Der aktuelle Vorstand des Tanzsportclubs (v.l.n.r.): Wolfgang Vestweber (2. Vorsitzender), Agnes Vestweber (Beisitzerin), Christa Hoffmann (Kassenwartin), Sandra Heitmann (Schriftführerin), Rita Silz (Jugendwartin), Elisabeth Heinrich (Sportwartin) und Robert Heinrich (Vorsitzender). © privat © privat

Der 1. Vorsitzende ist jedoch zuversichtlich, dass viele nur darauf warten, dass es wieder losgeht und zügig neue Mitglieder wieder aufgenommen werden können. Er rechnet jedoch nicht damit, dass das vor Ostern passieren wird. Schwierig gestaltet sich die Situation bei der Vorstandsarbeit. Vier Vorstandmitglieder – darunter auch er und seine Frau – hatten eigentlich schon im vergangenen Jahr ausscheiden wollen. Es habe, so Heinrich, auch bereits Interessenten gegeben, die die Ämter übernehmen wollten. „Aber dann kam Corona und wir konnten keine Versammlung mit Wahlen durchführen“, erzählt der Vorsitzende.

Sorge um die Vorstandsarbeit des Kirchhellener Vereins

So blieb der alte Vorstand vorerst im Amt. Heinrich sorgt sich jedoch, ob es bei der nächsten Sitzung, die für Mai geplant ist, noch Interessenten für die Ämter geben wird. „Durch Corona ist die Vorstandsarbeit nicht einfacher geworden, außerdem fehlen der persönliche Kontakt und die direkten Gespräche“, sagt Heinrich.

Robert Heinrich ist seit über 40 Jahren Vorsitzender des Tanzsportclubs Harmonie mit Sitz in Kirchhellen. © privat © privat

Nicht nur beim Vorstand, auch bei den Trainern gab es kurzfristig Engpässe. Studenten, die sich mit dem Unterrichten Geld dazu verdienten, kündigten und suchten sich andere Jobs, ähnlich gestaltete sich die Situation bei den selbstständigen Trainern. „Wir haben jedoch in der Vergangenheit immer wieder junge Mitglieder bei der Ausbildung zu Trainern unterstützt, sodass wir die Lücken schnell wieder füllen konnten“, sagt Robert Heinrich.

Aktuell ist er dabei, die Homepage des Tanzsporclubs (www.tsc-harmonie.de) umzustellen, um die Übergabe der Vorstandsarbeit noch einfacher zu machen. Er hofft, dass sich sowohl die Vorstandsfrage zügig klärt, bald wieder trainiert werden darf und dann auch wieder neue Mitglieder in den Verein kommen. Für ihn wäre dann nach über 43 Jahren im Vorstand Schluss. „Damals wollte ich eigentlich nur tanzen gehen und schwupps war ich erster Vorsitzender. Aber es waren viele schöne Momente und ich denke, es ist ein tolles Produkt rausgekommen.“

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge

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