Stadt Bottrop möchte weitere Anteile am Flugplatz Schwarze Heide verkaufen

dzFlugplatz Schwarze Heide

Bereits 2017 hat die Stadt Bottrop Anteile der Flugplatzgesellschaft Schwarze Heide an ein Privatunternehmen verkauft. Jetzt will sie es wieder tun.

Kirchhellen

, 10.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Noch hält die Stadt Bottrop 44 Prozent Anteile an der Flugplatzgesellschaft Schwarze Heide. Wenn der Rat am 26. Februar (Dienstag) zustimmt, könnten es bald nur noch 34 Prozent sein. Jeweils fünf Prozent der Anteile sollen an den Bottroper Gesellschafter Andreas Bromkamp und das Kirchhellener Unternehmen Stremmer Sand + Kies verkauft werden.

Bereits 2017 hatte Klaus Lesker, Geschäftsführer des Essener Konzerns Ferrostaal, fünf Prozent Anteile von der Stadt gekauft. Genauso wie er müssten auch Bromkamp und Stremmer rund 1.270 Euro dafür bezahlen. Laut Beschlussvorlage würde sich der Betriebskostenzuschuss der Stadt durch den Verkauf der Anteile um jährlich rund 21.000 Euro verringern.

Bottrop bleibt größter Anteilseigener an der Gesellschaft

Anschließend blieben der Stadt noch 34 Prozent Anteile. „Damit wäre Bottrop immer noch größter Anteileigner an der Gesellschaft“, erklärte Stadtsprecher Andreas Pläsken auf Anfrage der Redaktion.

Hintergrund für die Gewinnung von Privatunternehmen als Mitgesellschafter sei neben einer Reduzierung der städtischen Zuschüsse, auch die „Förderung der Weiterentwicklung der Flugplatzgesellschaft durch entsprechend engagierte und interessierte private Anteilseigner“.

Andreas Bromkamp ist Geschäftsführender Gesellschafter der Bromkamp GmbH, einem 1962 gegründeten Familienunternehmen in Bottrop. Die Firma ist europaweit in den Bereichen Elektrik und Mechanik aktiv. Das 1938 gegründete Kirchhellener Familienunternehmen Stremmer Sand + Kies gewinnt Sand aus Abbaufeldern in der Kirchheller Heide.

Gesellschafter werden voraussichtlich auf Rechte verzichten

Damit der Verkauf der Anteile erfolgen kann, müssen die anderen Gesellschafter (Hünxe, Voerde, Dinslaken und Wesel) auf ihre Vorverkaufsrechte verzichten. „Nach dem Ergebnis der bisherigen Anfragen erscheint es wenig wahrscheinlich, dass nunmehr ein Gesellschafter von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch machen wird“, heißt es in der Beschlussvorlage des Fachbereichs Finanzen.

Erst einmal sollen nicht noch mehr Anteile verkauft werden. „Es besteht Einigkeit mit den anderen Gesellschaftern, dass der weit überwiegende Anteil der Flugplatzgesellschaft in öffentlicher Hand bleibt“, so Pläsken. Damit solle sowohl die öffentliche Infrastrukturfunktion des Platzes als auch die Koexistenz mit dem Flug- und Segelsport sichergestellt werden.

Wirtschaftlichkeit des Flugplatzes hat sich verbessert

Insgesamt konnten nach Angaben des Stadtsprechers die Zuschüsse der Stadt Bottrop in den vergangenen Jahren von 132.000 auf unter 100.000 Euro reduziert werden. Dafür seien aber vorrangig nicht die Anteilsverkäufe verantwortlich, sondern hauptsächlich die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des Flugplatzes.

Im vergangenen Jahr war nicht nur eine neue Flugzeughalle fertig geworden, sondern es hatte sich auch die Werft Skytec Airservice angesiedelt. Zudem erzielt die Gesellschaft auch Einnahmen aus am Flugplatz stattfindenden Events. Zusätzlich hofft man, dass eine mögliche Schließung des Flugplatzes Essen/Mülheim 2034 Aufschwung für den Flugplatz Schwarze Heide bringen wird.

Verzögerungen bei der Verfüllung der ausgekiesten Flächen

Seit langem ist in der Politik auch die Rede von der Einrichtung eines Gewerbegebiets am Flugplatz. Seit 2014 gewinnt die Euroquarz GmbH (EQ) dort Kies und Sand. Bei der Wiederverfüllung der ausgekiesten Flächen kam es in der Vergangenheit jedoch immer wieder zu Verzögerungen. Laut Stadt konnten so die vertraglich vereinbarten Werte für Standsicherheit und Bebaubarkeit nicht eingehalten werden.

Seit Frühjahr 2018 sei EQ bei der Wiederverfüllung jedoch „auf einem fachlich erfolgsversprechenden Weg“, so Stadtsprecher Pläsken. Für die durch ein Gutachten geforderte Wiederaufnahme des Materials, die Umlagerung und den anschließenden lagenweisen Einbau sei eine Dauer von 18 Monaten vorgesehen.

Unternehmen wird Flächen voraussichtlich Ende 2019 zurückgeben

Die Stadt Bottrop hofft, dass die Fläche Ende 2019 wieder von EQ an die Stadt zurück übertragen werden kann. „EQ wird nach Abschluss der Arbeiten mit einem weiteren Gutachten die Standsicherheit der Auskiesungsflächen nachweisen. Dieser Nachweis soll auch für die Gespräche mit potenziellen Investoren verwandt werden“, erklärte Pläsken.

Eine Ansiedlung im Rahmen der geltenden Festsetzungen des Bebauungsplans sei jedoch auch schon jetzt möglich, sofern auf das konkrete Bauobjekt ausgerichtete Maßnahmen zur Untergrundverdichtung eingesetzt würden.

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