Ulrike Eikenkamp (2.v.r.) vom Sozialwerk St. Johannes in Kirchhellen hofft, dass sie bald wieder mit ihren Ehrenamtlichen zum Seniorentreff oder anderen Aktivitäten einladen kann. Das Foto entstand vor „Corona“. © Nina Louwen (A)
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Sozialwerk St. Johannes hofft auf die Treue der Ehrenamtlichen

Corona macht es dem Team des Sozialwerks St. Johannes bei ihrer Arbeit enorm schwer. Auch, weil viele Ehrenamtliche selbst zur Risikogruppe gehören. Pläne für 2021 gibt es trotzdem.

Kleiderstube, Seniorentreff, Caritas-Sammlungen, Besuche in Seniorenheimen, Kindertreff für behinderte Kinder, Frühstück für Bedürftige – das, was das Kirchhellener Sozialwerk St. Johannes eigentlich ausmacht, sind die persönlichen Kontakte. Corona trifft die Einrichtung also besonders hart. Ulrike Eikenkamp ist seit vielen Jahren hauptamtliche Angestellte beim Sozialwerk und blickt sorgenvoll in die Zukunft.

„Fast alle unsere Veranstaltung fallen jetzt natürlich wieder aus oder konnten teilweise seit März nicht mehr stattfinden“, sagt sie. Trotzdem versuche man, sowohl mit den Kirchhellenern, die diese Angebot sonst genutzt hätten, als auch mit den Ehrenamtlichen in Kontakt zu bleiben.

Da der Seniorentreff am Montagnachmittag nicht stattfinden kann, wird es in der Adventszeit ein besonderes Angebot geben. „Montags wird es ab nächster Woche immer eine kleine Andacht im Pfarrheim mit kurzen Impulsen geben“, erzählt Eikenkamp. Das sei zwar nicht mit dem eigentlichen Kaffeetrinken, Quatschen und Spielen zu vergleichen, aber so hätten die Senioren wenigstens ein Ziel an diesen Tagen, kämen raus und würden zumindest kurze Gespräche führen können.

Ehrenamtliche sollen Augen und Ohren offen halten

Ihr Team aus Ehrenamtlichen hat sie darauf eingeschworen, Augen und Ohren offen zu halten. „Sie sollen sich sofort melden, wenn sie irgendwo eine Schieflage erkennen, bei der wir helfen könnten“, so Eikenkamp. Man müsse besonders die Senioren und die, die alleine leben, im Blick behalten. Vieles laufe zwar momentan dann über Telefon oder E-Mail, aber das sei besser als nichts.

Die Kleiderstube des Sozialwerks ist momentan geschlossen.
Die Kleiderstube des Sozialwerks ist momentan geschlossen. Die Ehrenamtlichen, die sie sonst betreuen, gehören selbst zur Risikogruppe. © Manuela Hollstegge (A) © Manuela Hollstegge (A)

Viele der Ehrenamtlichen des Sozialwerks sind selber „älteren Semesters“, wie Ulrike Eikenkamp es ausdrückt, und gehören auch zur Risikogruppe. Die von ihnen, die die Kleiderstube betreuen, haben zuletzt darum gebeten, diese zu schließen, um sich selbst vor einer möglichen Corona-Infektion zu schützen. „Wer aber in ganz großer Not ist, dem schließe ich die Stube schnell auf und der bekommt auch Kleidung“, sagt Eikenkamp. Sie habe schließlich den „Luxus“ eines Einzelbüros, sei daher vor Ort (An St. Johannes 3) und nicht im Homeoffice. Erreichbar ist sie unter Tel. (02045) 40 45 14 oder per E-Mail an ulrike.eikenkamp@caritas-bottrop.de.

Stutenkerle an den Haustüren verteilt

Sie hofft, dass die Ehrenamtlichen „nach Corona“ dem Sozialwerk die Treue halten. Wahrscheinlich seien viele von ihnen dann über ein Jahr nicht mehr ehrenamtlich aktiv gewesen und hätten sich vielleicht gut damit eingerichtet. Um den Kontakt nicht zu verlieren gab es für sie statt eines Stutenkerl-Dankeschön-Essens einen Stutenkerl an der Haustür überreicht.

Doch nicht alle Aktionen des Sozialwerks St. Johannes fallen in der Weihnachtszeit Corona zum Opfer. So findet die Paket-Aktion gemeinsam mit der Kolpingsfamilie, bei der Kirchhellener Pakete für bedürftige Familien packen können, auf jeden Fall statt. An der Haustür für die Caritas sammeln, können die Ehrenamtlichen in diesem Jahr zwar nicht, dafür werden Briefe mit Überweisungsträger verschickt.

Programm für das nächste Jahr steht

Auch das Programm für das kommende Jahr ist gedruckt und wurde an die Ehrenamtlichen übergeben. „Wir wollen und müssen planen, auch wenn manches vielleicht für die Hutablage ist. Räumlichkeiten müssen ja zum Beispiel reserviert werden und wir wollen auf jeden Fall sofort loslegen können, wenn wir wieder dürfen“, sagt Ulrike Eikenkamp.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge

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