In Bottrop sollen rund 2090 iPads für Schüler angeschafft werden. © picture alliance/dpa
Schulen

So steht es um die Digitalisierung der Bottroper Schulen

Vielen Lehrern, Eltern und Schülern in Bottrop geht sie zu langsam - die Digitalisierung in den Schulen. Ein Bericht der Stadt gibt jetzt Einblicke in die tatsächliche Situation.

Das Thema Digitalisierung an Schulen ist nicht nur in aller Munde, sondern oft wird auch kritisiert, dass der gesamte Prozess zu lange dauere. Erst kürzlich hat beispielsweise der Förderverein des Vestischen Gymnasiums in Kirchhellen 25 iPads für die Schule aus eigener Tasche finanziert. Doch wie steht es tatsächlich um die Digitalisierung der Bottroper Schulen?

Ein Sachstandsbericht des Fachbereichs Jugend und Schule gibt darüber Aufschluss. Doch zunächst einmal die harten Fakten:

Das Förderprogramm „DigitalPakt Schule“ umfasst 5 Milliarden Euro, davon bekommt NRW 1 Milliarde Euro und Bottrop 5,7 Millionen Euro – wobei die Stadt einen Eigenanteil von 635.000 Euro zuschießen muss. Gefördert werden vier Bereiche: die IT-Grundstruktur (WLAN, digitale Tafeln etc.), digitale Arbeitsgeräte (Lehrerarbeitsplätze, 3D-Drucker, Roboter etc.), mobile Endgeräte (Laptops, Tablets etc.) sowie Systeme und Dienste, die bestehende Angebote verbessern.

Weitere Anträge sollen bald folgen

Die Stadt Bottrop wollte eigentlich im Sommer des vergangenen Jahres bereits einen ersten Antrag für den Bereich digitale Arbeitsgeräte bei der Bezirksregierung stellen, doch durch Corona und einige Nachforderungen der zuständigen Stelle schaffte sie es erst im November. Der Antrag umfasst 3,6 Millionen Euro. Weitere Förderanträge – unter anderem für den Bereich mobile Endgeräte – sollen folgen.

Eine weitere Zusatzvereinbarung soll es Schulen ermöglichen, Schüler mit Tablets oder Laptops auszustatten. Der Stadt Bottrop stehen dafür insgesamt 1.045 Millionen Euro zur Verfügung (104.500 Euro davon zahlt die Stadt). Zwischen März und Juli gefördert werden Anschaffung, Inbetriebnahme, Zubehör sowie Software und eventuelle Schulungen.

Sekundarschule Kirchhellen
Stefan Völlmert, Schulleiter der Kirchhellener Sekundarschule, hatte im Januar bemängelt, dass Videokonferenzen über die NRW-Plattform Logineo noch nicht möglich seien. Jetzt hat das Schulministerium die Freischaltung dieser Funktion bekannt gegeben. © Jennifer Uhlenbruch (A) © Jennifer Uhlenbruch (A)

Der Antrag der Stadt Bottrop wurde im September bewilligt, im Dezember gab es den Startschuss für die Ausschreibung. 2.090 iPads sollen angeschafft werden. Lieferzeiten: zwei bis drei Monate. Für die Stadt werden wahrscheinlich rund 250.000 Euro an Mehrkosten entstehen, da die Geräte samt Zubehör eher 600 als die geförderten 500 Euro kosten werden.

Die meisten Bottroper Schulen wollen iPads für ihre Lehrer

Nicht nur die Schüler, auch die Lehrer sollen digitale Endgeräte bekommen. Bottrop bekommt dafür vom Land 568.500 Euro, muss aber nach eigenen Angaben noch 230.000 Euro selbst dazu steuern, um alle Lehrkräfte in Bottrop ausstatten zu können. 1.140 Geräte sollen angeschafft werden – die Ausschreibung wurde im Dezember gestartet. Die meisten Schulen haben sich auch hier für iPads und nur wenige für Laptops entschieden.

In Bottrop nutzen bis auf fünf Grundschulen – darunter auch die Grundschule in Grafenwald – sowie die Hauptschule Welheim und die Gesamtschulen alle Schulen die vom Land NRW zur Verfügung gestellte Kommunikationsplattform Logineo. Darüber können Lehrer beispielsweise Termine organisieren, Materialien austauschen oder rechtssicher über dienstliche Mail-Adressen kommunizieren.

Die dazugehörige Lernplattform Logineo LMS ermöglicht ihnen, Lerninhalte für die Schüler bereitzustellen, deren Bearbeitung einzusehen und Rückmeldungen zu geben, Videos einzustellen oder Online-Klassenzimmer einzurichten. Zudem gibt es noch den Logineo Messenger für den Austausch zwischen Lehrern und Schülern. Die Schulleiter des Vestischen Gymnasiums Kirchhellen sowie der Sekundarschule hatten im Januar beklagt, dass die Möglichkeit, Videokonferenzen über diesen Messenger abzuhalten, noch nicht freigeschaltet sei. Nur wenige Tage später hatte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer mitgeteilt, dass die Funktion ab sofort zur Verfügung stehen soll.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge

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