Ein Shetlandpony ist in Kirchhellen gerissen worden. © Vornbrock
Wolfsgebiet Schermbeck

Shetlandpony in Kirchhellen gerissen – „Für mich waren es Wölfe“

Ein Shetlandpony ist am Sonntagabend in Kirchhellen gerissen worden. Der Ehemann der Besitzerin konnte mit einer Taschenlampe zwei Tiere beobachten: „Für mich waren es Wölfe.“

Eckhard Vornbrock von der AG Wolf des Gahlener Bürgerforum hat von dem Vorfall ein Protokoll erstellt, wie es die Arbeitsgemeinschaft immer tut, wenn sie von einem Wolfsriss im Wolfsgebiet Schermbeck erfährt. Ihm berichtete der Ehemann der Pony-Besitzern, der nicht mit Namen in der Öffentlichkeit genannt werden möchte, dass er aufmerksam geworden sei, als gegen 22.45 Uhr eines der Ponys gewiehert habe: „Das ist ungewöhnlich!“

Mit einer starken Taschenlampe habe er vom Schlafzimmerfenster aus auf die Weide am Haus geleuchtet und dort zwei Augenpaare in der Reflektion der Taschenlampe gesehen: „Ein Augenpaar befand sich direkt neben dem getötetem Pony, das andere Augenpaar seitlich um 20 Meter versetzt dahinter.“

Wölfe liefen Richtung Wald

Für den Mann sowie den am selben Abend hinzugerufenen Tierarzt steht fest, dass es Wölfe waren. Die beiden Wölfe seien Richtung Wald gelaufen und hätten in etwa 200 Metern Entfernung noch einmal innegehalten, um dann weiter Richtung Wald zu laufen. „Meine Lampe leuchtet bis 300 Meter, danach konnte ich nichts mehr erkennen.“

Der Ehemann rief die Polizei sowie den Tierarzt, der nur noch den Tod eines Ponys feststellen konnte. Das zweite Pony wurde nicht verletzt. „Beim LANUV konnte ich unter drei Telefonnummern, die ich im Internet gefunden habe, niemanden erreichen“, so der Ehemann der Geschädigten. Am Morgen habe aber Wolfsberater Niels Ribbrock zurückgerufen und für denselben Morgen einen Termin vereinbart.

6 Kilogramm Fleisch aus Hinterkeulen gerissen

Eckhard Vornbrock stellte an dem Pony, das rund 50 Meter vom Wohngebäude entfernt lag, Fraßspuren fest. Etwa 6 Kilogramm Fleisch aus beiden Hinterkeulen fehlten. Mit zwei bis drei Elektrolitzen und teilweise Stacheldraht sei die Weide gesichert gewesen. „Herdenschutz nicht erfüllt“, notierte Vornbrock in seinem Protokoll.

Trotzdem sieht der Ehemann eine „Sauerei“. Das LANUV habe immer wieder gesagt, dass Wölfe keine Pferde oder Kühe angriffen. Ribbrock selbst hat vor zwei Jahren berichtet, dass Pferde vor Wölfen flüchten würden und Wölfe nur bei jungen Fohlen erfolgreich sein könnten, wenn es ihm gelinge, sie zu separieren.

Dass Pferde nicht angegriffen würden, „stimmt einfach nicht“, sagt der Ehemann der Geschädigten. Ein Nachbar habe vor einiger Zeit seine Ponys mit einem 1,50 Meter hohen Zaun neu eingezäunt. „Aber selbst das wird nicht reichen, wenn ich an die Risse in den Damwildgattern in den letzten zwei Jahren denke.“ Für den Mann steht fest: „Ich werde ab heute mein übrig gebliebenes Pony nachts in den Stall sperren.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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