Sekundarschule sorgt für Zündstoff

Diskussion in der Bezirksvertretung

Bei der Frage nach der Organisationsform der geplanten Sekundarschule in Kirchhellen herrscht Uneinigkeit bei den Parteien. Die einen befürworten eine teilintegrierte Form, die anderen wollen ein kooperatives Modell. Die Befragung der Eltern brachte kein eindeutiges Ergebnis.

Kirchhellen

, 21.01.2014, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sekundarschule sorgt für Zündstoff

Die Organisationsform der neuen Sekundarschule steht zur Diskussion.

Diskutiert wurde der Vorschlag der Verwaltung, die Schule in teilintegrierter Form zu errichten. Damit folgt die Verwaltung der Empfehlung von Schulaufsicht und Vorbereitungsgruppe (wir berichteten).

"Damit sind wir nicht einverstanden. Wir fordern eine kooperative Form. Ansonsten befürchten wir einen Fehlstart der neuen Schule", sagte Sigrid Pestka (CDU). Zudem sei der durch die Befragung ermittelte Elternwille eindeutig zu Gunsten der kooperativen Form ausgefallen. "Man akzeptiert die Entscheidung der Eltern nicht, weil sie einigen nicht in den Kram passt", ergänzte Rainer Hürter (CDU). Ähnlich sieht das Oliver Mies (FDP): "Wir brauchen ein Angebot für Realschüler, die sonst woanders hingehen. Daher sind wir für die kooperative Form. Nur mit Kirchhellenern kriegen wir die Schule nicht voll."Schule des 19. Jahrhunderts

Für die vorgeschlagene teilintegrative Form sprachen sich die Grünen aus. "Mit dem kooperativen Modell bleiben wir im 19. Jahrhundert stecken", sagte Sigurd Köllner (Grüne). Ein Sprung ins 21. Jahrhundert und eine lange Zeit des gemeinsamen Lernens sei nur mit einer Teilintegration möglich. Ähnlich sieht das die Kirchhellener SPD. "Wir sollten die teilintegrative Form anbieten und dann gucken, wie es läuft", so Willi Kaminski (SPD). Einen eindeutigen Elternwillen für die kooperative Form könne er nicht erkennen. Der Erste Beigeordnete der Stadt Bottrop, Paul Ketzer, stoppte die Debatte. "Bleiben Sie bitte bei der Sache. Diese Diskussion ist zum Fremdschämen", sagte er. Zum einen habe keine Abstimmung, sondern lediglich eine Elternbefragung stattgefunden. "Und auch, wenn der Elternwille uneindeutig ist, müssen wir uns entscheiden. Dafür haben wir das Votum von Schulaufsicht und Vorbereitungsgruppe eingeholt", so Ketzer. Die Verwaltung habe einen Vorschlag gemacht, damit sei eigentlich alles gesagt.Hohe Anforderung an Eltern

Auch Hanno Bühren, Mitglied der Vorbereitungsgruppe, ergriff noch einmal das Wort: "Aus unserer Sicht ist für die Situation in Kirchhellen und die geplante Dreigliedrigkeit die teilintegrierter Form die geeignetste. Mit ihr kann man am besten auf unterschiedliche Kinder mit unterschiedlichem Förderbedarf eingehen."

Dass viele Eltern in der Befragung keine Meinung geäußert haben, überrasche ihn nicht. "Das ist eine hohe Anforderung an die Eltern, sich für etwas zu entscheiden, von dem man nur die äußere Hülle kennt."

Darüber hinaus ginge es in erster Linie auch nicht um den Namen der Form, sondern darum, was darin passiere. "Wir brauchen ein überzeugendes Konzept und frühzeitig gutes Personal, der Name ist zweitrangig", mahnte er.

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