Bottroper Schüler könnten von einem Förderprogramm zur Schließung von pandemiebedingten Lernlücken profitieren. Die Umsetzung ist jedoch schwierig. (Symbolbild) © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Schulen

Schüler in der Pandemie: Bottrop sieht Schwierigkeiten bei Förderung

Bottroper Schulen könnten an einem NRW-Förderprogramm teilnehmen, um Pandemie-bedingte Lernlücken bei Schülern zu schließen. Doch die Umsetzung stellt sich als äußerst schwierig heraus.

Wochenlanges Homeschooling und wenig Kontakt zu den Lehrern haben auch in Bottrop nicht alle Schüler gleich gut weggesteckt. Manche von ihnen haben große Lücken beim Unterrichtsstoff. Um diese Lücken zu schließen, gibt NRW 36 Millionen Euro für das Förderprogramm „Extra-Zeit“ aus. Auch Bottrop möchte davon profitieren, die Hürden sind jedoch sehr hoch.

„Extra-Zeit“ soll bis zu den Sommerferien im kommenden Jahr laufen und „Pandemie-bedingte Lernlücken“ schließen. Geplant sind außerschulische Bildungsangebote und spezielle Ferienprogramme. Die Angebote können flexibel gestaltet werden – unter anderem auch an den Wochenenden – und sind für alle Schüler offen. Grundsätzlich umfasst die Maßnahme jeweils sechs Stunden, die aber auch auf zweimal drei Stunden aufgeteilt werden können.

Dabei handelt es sich laut Stadt Bottrop nicht um „Nachhilfe“, sondern um Unterstützungsmaßnahmen zum verbesserten Lernen. Durchgeführt werden sollen sie vom Träger vor Ort. Eine Gruppe muss aus mindestens acht Schülern bestehen und wird mit 500 Euro gefördert.

Zum Start nehmen nur Bottroper Grundschulen teil

In Bottrop soll das Programm zunächst nur an Grundschulen zum Tragen kommen, da dort durch den Offenen Ganztag bereits Träger vorhanden wären. Nach einer kurzen Abfrage sehen sechs Bottroper Grundschulen Bedarf für die „Extra-Zeit“. Insgesamt sei die Resonanz aber sehr gering, so die Verwaltung. Das wiederum könne zu Problemen führen, da es nur Geld vom Land gebe, wenn auch tatsächlich acht Kinder pro Gruppe teilnehmen würden.

Auch die drei Träger in Bottrop sehen Schwierigkeiten durch die geringe Resonanz sowie durch den hohen Aufwand. Ein zwischen Schule und Träger abgestimmtes und für eine finanzielle Förderung notwendiges Konzept könnten sie aktuell nicht entwerfen, das müssten die Schulen übernehmen. Problematisch sehen die Träger auch die Durchführung der „Extra-Zeit“ in den Sommerferien, da unklar sei, ob in dieser Zeit genügend Personal zur Verfügung stehe.

Zentrales Angebot ist in der Pandemie nicht möglich

Laut Stadt macht es Pandemie-bedingt nur Sinn, die Angebote an den einzelnen Schulen und nicht zentral für alle zu machen. Denn ansonsten würden sich die Schüler aus verschiedenen Schulen vermischen, was sich negativ auf das Infektionsgeschehen auswirken könnte.

Trotz aller Probleme ist die Stadt dafür, das Programm ab den kommenden Sommerferien zu starten und danach auch Angebote für die Zeit nach Schulschluss zu schaffen – dann auch für die weiterführenden Schulen. Die Verwaltung warnt jedoch vor zu viel Euphorie: „Es wird jedoch keine Leichtigkeit, entsprechende Angebote unter den geschilderten Voraussetzungen zu gestalten.“

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge
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