Schüler bauen im Praktikum Insektenhotels

Umweltschutz

Das Schülerpraktikum bei der Bernd Schnieder GmbH setzt diese Woche ganz auf eine grüne Botschaft. Denn neben einen Einblick in den Betriebsalltag bauen die Schüler Insektenhotels.

Kirchhellen

, 09.04.2019, 05:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schüler bauen im Praktikum Insektenhotels

Petra Stallherm baut mit Felix Siegmann an einem der Insektenhotels. © Kevin Kallenbach

Viele Bienen, Hummeln und andere Krabbler finden keine geeigneten Unterschlüpfe mehr, um zu überwintern oder neue Nistplätze zu schaffen. Dadurch gibt es immer weniger Insekten, die Pflanzen bestäuben können. Der Auslöser einer Spirale mit Auswirkungen auch für Menschen.

„Das Insektensterben geht uns alle an“, meint Christoph Große-Kock von der Bernd Schnieder GmbH auf der Bergiusstraße 7-11. „Wir wollen in diesen Zeiten Lebensraum für die bedrohten Tiere schaffen.“ Ein Grund, weswegen sich im Schreinerei- und Fensterbaubetrieb dazu entschlossen wurde, mit den Schülerpraktikanten Insektenhotels zu bauen.

Nebenbei bietet das Bauen von Insektenhotels aber auch einen guten Einblick in die verschiedenen Arbeitsweisen des Betriebs. Denn um ein gutes Asyl für die nützlichen Tiere zu schaffen, braucht es die unterschiedlichen Produktionsbereiche des Handwerks.

Praktikanten lernen alle Bereiche kennen

So können die Praktikanten innerhalb ihres Schnuppertages sowohl den Maschinenpark als auch den Bankraum und die Oberflächenbearbeitung kennenlernen. Außerdem werden die Schüler so auch mit den verschiedenen Materialien vertraut gemacht, die das Handwerk bietet. Neben dem verarbeiteten Rahmen wird das zukünftige Insektenhotel nämlich unter anderem mit Ziegeln und unbearbeitetem Holz gefüllt.

Den Rahmen bauen die Schüler – ganz nach dem „Upcycling“-Prinzip – zum Beispiel aus alten Fensterrahmen, die bei der Montage von neuen Fenstern übrig geblieben sind.

Im Mittelpunkt der ganzen Aktion steht vor allem jedoch der Wunsch, die Jugend wieder fürs Handwerk zu interessieren. „Immer mehr Jugendliche wollen lieber studieren“, sagt Petra Stallherm, die die Praktikanten während des Projekts betreut. „Dabei werden auch handwerkliche Berufe gut bezahlt und bieten eine sichere Existenz.“

Handwerk auch für Jugendliche interessant

Aus diesem Grund nimmt die Bernd Schnieder GmbH regelmäßig auch Schülerpraktikanten auf. „Besonders mit der Hauptschule Kirchhellen haben wir einen ganz guten Draht. Seit sechs, sieben Jahren kommen immer wieder Klassen zur Besichtigung des Betriebs vorbei. Darunter gibt es dann immer wieder Interessierte, die ein Praktikum bei uns machen“, sagt Carsten Püschel, Vertriebsleiter Holz bei der Firma Schnieder. Aus manchen Praktikanten werden Auszubildende, die anschließend eine Festanstellung bekamen.

Handwerk wird interessanter und auch das Insektensterben

Bei den Schülern kommt die Arbeit an den Insektenhotels gut an. Felix Siegmann (15) von der Willy-Brandt-Gesamtschule in Bottrop sagt: „Mir macht das Projekt viel Spaß. Hier lernt man direkt, etwas zu bauen.“ Auch einen pädagogischen Effekt haben die Insektenhotels. So hat sich Felix vorher nicht mit dem Thema Insektensterben auseinandergesetzt, „jetzt interessiert es mich aber schon“.

Was letzten Endes mit den Insektenhotels gemacht wird, bleibt offen. Bislang gibt es Überlegungen, sie an Kitas oder andere öffentliche Einrichtungen zu verschenken. Damit ließe sich dann auch gleichzeitig die kommende Generation für das Handwerk begeistern.

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