Freizeitparks

Scharfe Kritik: Freizeitpark-Verband warnt vor Betriebsschließungen

Während in anderen Bundesländern die Freizeitparks nach und nach öffnen, ist für Movie Park, Schloß Beck und Co. noch keine Öffnung in Sicht. Ihr Verband warnt jetzt vor gravierenden Folgen.
Der Movie Park wehrt sich gemeinsam mit dem Verband Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen gegen eine weitere Verschiebung des Saisonstarts. © Julian Schäpertöns (A)

Seit Monaten sind Movie Park, Schloß Beck, aber auch Ketteler Hof oder Fort Fun geschlossen. Während es in anderen Bundesländern und zum Teil auch in Nachbarländern, wie beispielsweise den Niederlanden, erste Öffnungen gibt, gibt es für die Parks in NRW noch keine Perspektive. Das hat der Verband Deutscher Freizeitparks- und Freizeitunternehmen (VDFU) jetzt scharf kritisiert.

Der Verband wirft dem Land vor, stoisch an einer epidemiologisch und „sachlich unbegründeten“ Schließung der Freizeitparks festzuhalten. „Dabei können die negativen Folgen dieser Politik der Ignoranz langfristig sein und vor allem die verwundbarsten Bevölkerungsgruppen treffen: Kinder und einkommensschwache Familien“, heißt es in einer Mitteilung des VDFU.

Auch die Feldhausener Parks Movie Park und Schloß Beck hatten gegenüber unserer Redaktion bereits ihren Unmut über die aktuelle Vorgehensweise der Landespolitik geäußert. Thorsten Backhaus, Geschäftsführer des Movie Parks, legt jetzt noch einmal nach: „Von den in der Coronaschutzverordnung genannten Freizeit- und Vergnügungsstätten dürfen einige Outdooreinrichtungen ihren Betrieb wieder aufnehmen und auch andere Branchen erhalten konkrete Öffnungsperspektiven. Einzig Freizeitparks sind hiervon explizit ausgeschlossen. Das ist nicht nachvollziehbar.“ Seit Freitag (21. Mai) greift in Bottrop nicht mehr die Bundesnotbremse.

Verband verweist auf geringes Infektionsrisiko

Auch der Verband hat wenig Verständnis für die politische Vorgehensweise, denn Freizeitparks hätten ein ebenso geringeres Infektionsrisiko wie beispielweise Zoos. Die wissenschaftliche Erkenntnis, dass Outdooraktivitäten für das Infektionsgeschehen kaum eine Rolle spielen, würde die Landesregierung zwar als Begründung für die Öffnung von Zoos, Außengastronomie und Freibädern nutzen, „einzig bei Freizeitparks findet sie keine Anwendung.“

Der VDFU wünscht sich hier eine Erklärung aus Düsseldorf. Dort habe man es auch versäumt, Vermutungen zu entkräften, dass die oftmals mit öffentlichen Geldern finanzierten Einrichtungen, wie beispielsweise Freibäder, von politischen Akteuren bevorteilt würden. Die Öffnung der Freizeitparks unter Einhaltung der bewährten Hygienekonzepte ist laut VDFU-Geschäftsführer Jürgen Gevers kein Privileg, „sondern die einzig logische Konsequenz“.

Leidtragende seien einmal mehr Kinder und Familien. Gerade sie benötigten nach Monaten des Lockdowns eine Perspektive, „um in einem sicheren Umfeld Freizeit zu genießen“. Und der Verband geht noch weiter: Sollte sich der Saisonstart der Freizeitparks noch weiter verzögern, schließt er Betriebsschließungen nicht aus. „Dies würde nicht nur eine Lücke in die touristische Infrastruktur Nordrhein-Westfalens reißen, (…) dadurch würden Familien auch langfristig um die Möglichkeit gemeinsamer Erlebnisse, sozialer Begegnung und einer Auszeit vom Alltag gebracht.“

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