Regal soll Kirchhellener Kindern in der Corona-Krise Freude schenken

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Die Kirchhellenerin Rebecca Schwartmann hat ein Projekt für Kinder gestartet. Sie möchte damit Kindern einen Ort bieten, auf den sie sich freuen können.

Kirchhellen

, 23.04.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Lass uns doch einen Spaziergang machen oder eine Runde Fahrrad fahren“ - auf diesen Satz reagieren viele Kinder momentan eher genervt als erfreut. Das liegt oft daran, dass es kaum spannende Ziele gibt, die angesteuert werden können. Spielplätze sind geschlossen, Freunde dürfen nicht besucht werden und auch Freizeitstätten haben noch nicht wieder geöffnet.

Die Kirchhellenerin Rebecca Schwartmann ist Gründerin der Facebookgruppe „Free your Stuff Bottrop-Kirchhellen“, hat einen siebenjährigen Sohn und kennt das Problem. Als sie vor Kurzem auf dem Rückweg von der Arbeit eine Art Tauschtisch für Trödel aller Art vor einer Haustür sah, kam ihr der Gedanke, so etwas auch für Kinder anzubieten. Doch noch war ihr nicht klar, wie sie diese Idee praktisch umsetzen sollte.

Regal zum Spielzeugtausch in Kirchhellen

Rebecca Schwartmann stellt jeden Morgen ein Regal in Kirchhellen auf. Daraus können sich Kinder ein Spielzeug oder Buch aussuchen und nicht mehr gebrauchtes Spielzeug hineinlegen. © privat

„Ich habe zwar noch einiges an Spielzeug, für das mein Sohn zu alt geworden ist, aber ich wollte das nicht einfach in einem Karton auf die Straße stellen“, erzählt die Kirchhellenerin. Sie arbeitet in einer Kita und dort hatte ihre Chefin zufälligerweise eine ganz ähnliche Idee für die Kita-Kinder, die aktuell zu Hause bleiben müssen. Sie wollte dafür einen Schrank aufstellen.

Regal war teilweise sogar zu gut gefüllt

Im heimischen Keller fand Rebecca Schwartmann ein kleines Regal, füllte es mit etwas Spielzeug, stellte es am Samstag (18. April) auf die Dorfheide und veröffentlichte ihre Idee vom Spielzeug-Tausch-Regal in zwei Facebook-Gruppen. „Dort wurde die Idee total positiv aufgenommen“, erzählt die Mutter. Sogar fast zu positiv, denn am Wochenende war das Regal teilweise regelrecht überfüllt.

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Daher musste Schwartmann ein Hinweisschild anbringen, dass nur neues Spielzeug reingelegt werden darf, wenn noch Platz ist. „Es soll für die Kinder übersichtlich bleiben. Außerdem möchte ich nicht, dass Sachen neben das Regal gestellt werden, denn das ist dort ein Fußgängerweg und der soll ja benutzbar bleiben“, sagt die Kirchhellenerin. Wenn zu viel Spielzeug im Regal lande, habe sie außerdem Sorge, dass vieles nicht mitgenommen und im Endeffekt dann in ihrem Keller landen werde.

Ein Ort als Ziel für Kinder in der Corona-Krise

Jeden Morgen stellt Rebecca Schwartmann nun also das Regal raus und jeden Abend wieder rein. „Es ist sehr spannend, abends zu gucken, was abgeholt und was hineingetan wurde.“ Viele Bücher, eine Motorikschleife, Lego, Brett- und Kartenspiele sowie Sandspielzeug hätten unter anderem schon den Weg in das Regal gefunden. Den genauen Standort auf der Dorfheide möchte sie nicht verraten. Sie ist sich aber sicher, dass Spaziergänger und Radfahrer das Regal finden werden. „Ich wollte einen Ort schaffen, der für Kinder ein schönes Ziel ist.“

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