Race@Airport auf Flugplatz Schwarze Heide - Der Rat der Stadt Bottrop hat abgestimmt

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Die Linke wollen klimaschädliche Veranstaltungen wie das Race@Airport auf dem Flugplatz Schwarze Heide künftig verhindern. Der Rat der Stadt Bottrop hat am Dienstag abgestimmt.

Kirchhellen

, 18.02.2020, 17:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Fraktion Die Linke ist die Veranstaltung Race@Airport ein Dorn im Auge. Deshalb hatte sie den Antrag „Verzicht auf besonders klimaschädliche Sonderveranstaltungen, insbesondere Motorsportveranstaltungen mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren, bei der Flugplatzgesellschaft Schwarze Heide“ gestellt.

Niels-Holger Schmidt, Ratsherr der Bottroper Linken, begründete seinen Antrag. Seine Fraktion spreche sich dafür aus, die politischen Ziele einer Stadt im Klimanotstand in die Tat umzusetzen. Man könne nicht die Menschen dazu auffordern, weniger Auto zu fahren, sich Innovation City nennen und gleichzeitig einer Veranstaltung zustimmen, die klimaschädlich sei.

„Wir müssen als Stadt Problembereiche anpacken, die auch uns selbst etwas angehen und nicht nur sagen, dass die Leute ihren alten Diesel nicht mehr fahren dürfen“, so Niels-Holger Schmidt. Ansonsten mache sich die Stadt lächerlich.

Grünen Ratsherrin nennt Antrag „Rosinenpickerei“

Andrea Maria Swoboda von den Grünen konnte dem Antrag der Fraktion Die Linke nicht zustimmen: „Eine Stadt wie Bottrop hat rund 88.000 angemeldete Autos. Das Thema Klimaschutz muss insgesamt angepackt werden, es nutzt nichts, sich das Festival wie eine Rosine rauszupicken.“

Außerdem habe Race@Airport eine Art Sogkraft und es werde gut angenommen. Die Linke solle andere Punkte in Angriff nehmen und „das Festival soll im Dorf bleiben“. Die Stadt Bottrop müsse in der Mobilitätswende eine Vorbildfunktion übernehmen, aber nicht auf diese Art.

Linke erstaunt über „Grünen-Rückzug“

Christoph Ferdinand von der Linken-Fraktion zeigte sich einigermaßen erstaunt über Swobodas Äußerungen. Wer sich seit zehn Jahren Innovation City nenne und wo einstimmig für den Klimanotstand gestimmt worden sei, da dürfe es solch eine Diskussion nicht geben. „Es zeigt sich hier eine Ambivalenz zwischen öffentlichem Auftreten der Stadt Bottrop und dem tatsächlichen Handeln“, so Ferdinand.

SPD und CDU würden sich bei der Berücksichtigung des Klimanotstandes in Ratsbeschlüssen generell entziehen. In Essen gebe es so etwas nicht. Dort gebe es eine Klimaampel bei jedem Antrag.

DKP will Veranstaltung mit alternativen Antriebsarten

Marianne Dominas von der ÖDP stimmte ihrer Vorrednerin zu. Die Frage sei, wie weit man in das Privatleben der Menschen eingreifen wolle. Ein so plattes Veranstaltungsverbot sei aus der Sicht der ÖDP nicht sinnvoll.

Michael Gerber von der DKP ist hingegen der Meinung, dass die Stadt ein Zeichen setzen müsse. Eine solche Veranstaltung wie Race@Airport sei für eine klimafreundliche Stadt nicht angebracht. Er halte in diesem Kontext eine Veranstaltung für sinnvoll, bei der alternative Antriebsarten eingesetzt werden.

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Auch das Argument, dass viele Menschen von weit weg angefahren kommen, um sich die quietschenden Reifen anzuhören und das Gummi auf dem Asphalt zu riechen, konnte Thomas Göddertz von der SPD nicht überzeugen: „Wenn wir damit jetzt anfangen, dann müssten wir ja ab sofort jede Veranstaltung, jedes Bundesliga-Spiel, jede Sportveranstaltung verbieten, weil die Leute mit dem Auto dahin fahren.“

Hermann Hirschfelder von der CDU sieht die Stadt in der Pflicht, für alle da zu sein und nicht nur für einzelne Gruppen. „Es gibt viele, die sich für Race@Airport interessieren“, so der Ratsherr.

Nach ausführlicher Stellungnahme der Parteien wurde mit vier Gegenstimmen und zwei Enthaltungen der Antrag der Linken abgeschmettert. Somit dürfen sich Autoverrückte weiterhin auf Race@Airport auf dem Flugplatz Schwarze Heide freuen.

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