Kinder, Eltern und Großeltern machten sich vor der Sitzung des Jugendhilfeausschusses in der Bottroper Dieter-Renz-Halle für mehr Kita-Plätze in Feldhausen stark. © Petra Berkenbusch
Eltern-Demo

Politiker wollen keinen „Kita-Notstand“ für Kirchhellen ausrufen

Die Corona-Lage in den Bottroper Kitas ist derzeit entspannt. Es gibt kaum Fälle. Auch bei der Bedarfsplanung gebe es keinen Notstand, hieß es im Jugendhilfeausschuss.

Der Bottroper Inzidenzwert ist gerade vergleichsweise niedrig, „aber die Lage ist nicht stabil“, warnte der Erste Beigeordnete Paul Ketzer am Dienstag in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Der Leiter des Corona-Krisenstabs ist davon überzeugt, dass mehr Testungen schon in Kürze die „Dunkelziffer erhellen“ und Inzidenzwerte immer nur Momentaufnahmen sein können.

Zum Glück, und das war die gute Nachricht, gebe es in Bottrop gerade kein Ausbruchsgeschehen in Seniorenheimen, Schulen oder Kindertageseinrichtungen. Dafür aber seit dem 5. März täglich eine neue Verordnung. „Geordnetes Verwaltungshandeln ist das nicht“, kritisierte Ketzer kopfschüttelnd die tägliche Modifizierung der Coronaschutzverordnung durch das Land, auf die die Kommune jeweils kurzfristig reagieren muss.

28 von 3.500 Kita-Kindern sind in Quarantäne

Positiv fiel dagegen sein aktueller Blick auf die Corona-Lage in den Kitas aus: Derzeit ist in zwei Einrichtungen jeweils eine Gruppe betroffen. In der Feldhausener Kita St. Mariä Himmelfahrt und in der Bottroper Stadtmitte-Kita an der Pfarrstraße gibt es zwei positiv getestete Erzieherinnen und vier in Quarantäne. Zudem seien insgesamt 28 Kinder in Quarantäne. Das sei bei stadtweit insgesamt rund 3.500 Kindergartenkindern eine beruhigende Zahl.

Inzwischen sind drei Viertel der Kita-Kinder wieder in den eingeschränkten Regelbetrieb zurückgekehrt. Test- und Impfmöglichkeiten fürs Kita-Personal, so hofft Ketzer, sollen die angespannte Lage in den Kitas hoffentlich bald ein wenig entspannen.

Politiker aller Parteien teilen die Kritik aus Feldhausen nicht

Die angespannte Lage in der Kita-Landschaft Feldhausens wird dagegen weiterhin ein Thema bleiben. Die Initiative Feldhausen „Gemeinsam.Zukunft.Gestalten“ demonstrierte vor der Sitzung mit Plakaten und Flyern, um ihrem Antrag auf Ausrufung des Kita-Notstands in Kirchhellen Nachdruck zu verleihen. Die Ausführungen der Verwaltung überzeugten die Politiker aller Fraktionen aber offenbar mehr als die Argumente der Eltern und Großeltern.

Von einem allgemeinen Notstand könne angesichts der vorliegenden Zahlen nicht die Rede sein. Sachgebietsleiterin Ursula Sommer vom Jugendamt machte erneut deutlich, dass auch für Feldhausen die gesetzlich geforderte Versorgungsquote für Kinder unter drei Jahren von 35 Prozent erfüllt werde und Kirchhellener Einrichtungen den darüber hinausgehenden Bedarf abdecken können. Für das Jugendamt versprach sie, gemeinsam mit den Familien nach geeigneten, individuellen Lösungen zu suchen.

Karl Trimborn, Fachbereichsleiter Jugend und Schule, wollte die Notstandskritik nicht auf der Stadt sitzen lassen. „Wir haben in den letzten Jahren 1.000 neue Kita-Plätze geschaffen. Einen solchen Kraftakt hat keine andere Stadt geschafft.“

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
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Petra Berkenbusch
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