Oberbürgermeisterwahl: Swoboda will Kirchhellen nicht ausgrenzen

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In einer Serie stellt die Redaktion die sechs Bottroper Oberbürgermeisterkandidaten und ihre Sicht auf Kirchhellen vor. Dieses Mal geht es um Andrea Swoboda, Kandidatin der Grünen.

Kirchhellen, Bottrop

, 30.08.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Grünen treten in Bottrop mit einer erfahrenen Kommunalpolitikerin als Kandidatin für das Amt des Oberbürgermeisters an. Andrea Swoboda selbst machte bei der Wahlversammlung ihrer Partei deutlich, dass sie es wichtig findet, dass die Wähler genau wissen, wofür die Partei steht. Dabei kritisierte sie die Entscheidung der Bottroper CDU, keinen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken.

Andrea Swoboda ist 51 Jahre alt, „glücklich verheiratet“, hat zwei Söhne und arbeitet als Angestellte im Einzelhandel. Ihre politischen Herzensthemen sind der Zusammenhalt der Bottroper, die soziale Gerechtigkeit und eine vorsorgende Umweltpolitik. Doch wie positioniert sich die Politikerin bei Themen, die Kirchhellenern am Herzen liegen?

Senioren

Dass in Kirchhellen viele ältere Menschen leben, findet Swoboda nicht schlimm. Sie lobt den familiären und nachbarschaftlichen Zusammenhalt in Kirchhellen. Um diesen zu unterstützen, könne sie sich ein „Programm der 100 Sitzbänke“ vorstellen, außerdem die Ausstattung öffentlicher Plätze mit Trinkwasserbrunnen sowie mehr öffentliche Toiletten. Statt großer Seniorenheime wünscht Swoboda sich generationsübergreifende Wohn- und Pflegeangebote.

Feuerwache

Ganz klar positioniert sich die 51-Jährige bei der Frage nach dem Standort der neuen Kirchhellener Feuerwache. Der aktuelle Standort an der Rentforter Straße käme für sie nicht infrage. „Die Auswahl dieses zu recht umstrittenen Standortes war so wenig transparent und ordentlich diskutiert“, sagt sie. So schaffe man Misstrauen und Unmut. „Ich mache mich stark für eine Bürgerbeteiligung, die nicht erst alibimäßig ansetzt, wenn schon alles hinter den Türen beschlossen wurde“, so die Kandidatin der Grünen.

Ehrenamt

Kirchhellen zeigt immer wieder, wie gut das Ehrenamt im Dorf funktioniert - auch und gerade in Zeiten von Corona. Doch wie kann man die Ehrenamtler unterstützen? Die Ehrenamtskarte sei ein erster Schritt in Richtung einer angemessenen Wertschätzung, findet Swoboda. Auf Dauer brauche es jedoch eine lokale Stiftung, „die die Vernetzung und Weiterentwicklung professionalisiert.“

Kinder und Jugendliche

Das neue Jugendhaus hat einen guten Start hingelegt. Doch ist damit genug für Kinder und Jugendliche im Ort getan? Andrea Swoboda glaubt, dass es niemals ein „Genug“ geben wird. Bedürfnisse und soziale Strukturen seien ständig im Wandel. „Genaue Zahlen der Auslastung, des Feedbacks und der Altersstruktur wurden der Politik noch nicht vorgelegt“, sagt sie mit Blick auf das Jugendhaus.

Andrea Swoboda möchte den Johann-Breuker-Platz begrünen.

Andrea Swoboda möchte den Johann-Breuker-Platz begrünen. © Archiv

Einzelhandel

Wie kann man den Einzelhandel in Kirchhellen stärken - besonders in Zeiten von Corona? Von Maßnahmen wie dem kostenlosen Parken in der Bottroper Innenstadt hält Swoboda nichts. Kirchhellen beziehe seine Attraktivität aus seinem dörflichen Charakter und seinem „einzigartigen Charme“. Um diesen zu bewahren, müssten „die Haupteinkaufsachse und der Marktplatz als Hitze-Insel mit Blick auf die Klimakrise besonders sensibel weiterentwickelt werden.“ Vorstellen könnte sich die Grünen-Politikerin begrünte Überdachungen, Fassadenbegrünung sowie Schatten- und Trinkwasserspender.

Verkehrssicherheit

Eine konkrete Maßnahme, die sie umsetzen würde, um Kirchhellen verkehrssicherer zu machen, nennt Andrea Swoboda nicht. Sie möchte Verkehrsteilnehmer achtsamer machen, „mit einem solidarischen Blick aufeinander“.

Bottrop vs. Kirchhellen

Klare Worte findet die 51-Jährige jedoch hinsichtlich des Gefühls vieler Kirchhellener bei Verwaltung und Politik oft „außen vor“ zu sein. „Kirchhellen wird offenkundig und nachweislich anders behandelt als die Bezirke Mitte und Süd im Rathaus “, sagt sie. Man habe das Gefühl, als werde Kirchhellen abgestraft, „weil es nicht SPD wählt“. Ihr sei es jedoch wichtig, die Stadtteile zu vernetzen und einen Zusammenhalt herzustellen.

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