Der favorisierte Standort gilt als Frischluftschneise und eines der entscheidenden Kiebitz-Habitate im westlichen Ruhrgebiet. © Manuela Hollstegge
Naturschutzbeirat

Naturschutzverbände äußern weiterhin Zweifel am Feuerwachen-Standort

Der Naturschutzbeirat sorgt sich um das Klima und den Kiebitz, wenn die neue Kirchhellener Feuerwache an die Ecke Rentforter Straße/In der Koppel kommt. Gutachten sollen Klarheit bringen.

Nabu und BUND haben auch im Naturschutzbeirat am Montag ihre Bedenken gegen den geplanten Feuerwachen-Neubau auf dem Grundstück Rentforter Straße/In der Koppel bekräftigt.

Bernd Rehfäuter vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) fasste die wichtigsten Argumente kurz zusammen: „Die Stadt hat den Klimanotstand ausgerufen und hier soll ein fürs Klima bedeutsamer Freiraum geopfert werden. Das passt nicht.“ Als Brutgebiet des Kiebitzes verdiene der Bereich außerdem Schutz.

Alessa Boachie vom BUND warb für die wertvolle Freiluftschneise und brachte den aus ihrer Sicht besser geeigneten Standort im Pinntal ins Gespräch. Das dort entdeckte und Feuerwehrplänen entgegenstehenden Biotop sei wohl eher eine Dornenhecke.

Künstliche Intelligenz kann Einsatzzeiten genau berechnen

Stadtplaner Oliver Schüttler erklärte erneut, dass das Pinntal sich wegen der Einsatzzeiten nicht als Standort für eine Feuerwache eigne. Als man den Standort vor 20 Jahren in den Flächennutzungsplan geschrieben habe, sei die Technik noch nicht zu so exakten Fahrzeitanalysen in der Lage gewesen wie heute. Man könne inzwischen Fahrten von jedem beliebigen Punkt zu einem anderen am Computer simulieren und genaue Fahrzeiten berechnen. So habe man gemerkt, dass man vom Pinntal nicht schnell genug jeden Einsatzort erreichen könne.

Auch im Naturschutzbeirat war die verkehrliche Anbindung der Feuerwache Thema. Noch steht ja nicht fest, dass die Stadt das an der Rentforter Straße liegende Grundstück kaufen kann. Seit Monaten wird auf aussichtsreiche Verhandlungen verwiesen. Bekommt die Stadt das Grundstück nicht, bleibt nur eine Erschließung über die Straße In der Koppel. Dagegen laufen die Anwohner, die ohnehin nicht glücklich sind mit der Feuerwache an diesem Standort, erst recht Sturm.

Offene Fragen zur verkehrlichen Anbindung

Generell, so versicherte Schüttler erneut, sei die verkehrliche Anbindung der Feuerwache gut gelöst. Der Kreisverkehr Rentforter Straße/Kirchhellener Ring sei ja eh geplant und bekomme nötigenfalls einen zusätzlichen „Stummel“ zur Feuerwache.

Mit der Anbindung der Wache an die Rentforter Straße seien die Verkehrsprobleme noch nicht am Ende, sagen andere kritische Stimmen: Das Ausrücken nach Grafenwald über die schmale Forststraße macht vielen Kirchhellenern ebensolche Bauchschmerzen wie der Weg zur nördlichen Bottroper Straße über die Oberhofstraße. Vorsitzender Hans-Jürgen Fey sprach gar von einem „elementaren Problem“.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
Zur Autorenseite
Petra Berkenbusch
Lesen Sie jetzt