Jörg Umberg hofft, dass Erntehelfer auch weiterhin auf seinen Hof in Kirchhellen kommen können und dass sein Hygienekonzept greift. © Ralf Pieper (A)
Ernte

Landwirt bangt um Erntehelfer aus dem Ausland

Der Kirchhellener Landwirt Jörg Umberg weiß nicht genau, wie lange und zu welchen Bedingungen er noch Erntehelfer auf seinen Hof holen kann. Außerdem treibt ihn eine weitere Sorge um.

Sicher ist nur, dass nichts sicher ist und sich alles ändern kann – das ist das Einzige, was der Kirchhellener Landwirt Jörg Umberg momentan mit Sicherheit sagen kann. Für ihn und andere Hofbesitzer beginnt jetzt die Zeit, in der sie auf die Unterstützung von Erntehelfern aus dem Ausland angewiesen sind. Doch Corona vereinfacht die Situation nicht gerade, hinzu kommt außerdem eine andere große Sorge.

„Ständig ändern sich die Bestimmungen, daher weiß ich teilweise nicht, was morgen ist. Jetzt funktioniert alles, aber die Frage ist, ob das so bleibt“, sagt Jörg Umberg. Aktuell hat er 20 Erntehelfer auf seinem Hof am Overhagener Feld. Sie kommen aus Polen und Rumänien. Polen wurde wegen sehr hoher Neuinfektionszahlen vor wenigen Tagen als Hochrisikogebiet eingestuft.

„Unsere Helfer von dort sind glücklicherweise aber schon länger hier“, so Umberg. Vor der Einreise mussten aber auch sie einen negativen Corona-Text vorweisen können. Gleiches gilt für die Erntehelfer aus Rumänien. Dort ist der Test zwar nicht vorgeschrieben, „aber wir möchten ihn trotzdem haben“, erklärt der Landwirt.

Hygienekonzept mit getrennten Gruppen für Helfer

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Hof ein Hygienekonzept für die Helfer entwickelt. So werden sie in Gruppen eingeteilt, die zusammen arbeiten, essen und zusammen wohnen. Wer frisch angereist ist, wird in einem Quarantänebereich untergebracht.

In der nächsten Woche soll ein kleiner Kiosk eingerichtet werden, an dem die Helfer Lebensmittel bestellen und abholen können. „Damit wollen wir verhindern, dass alle ins Dorf zum Einkaufen gehen und sich vielleicht dort irgendwo anstecken“, so Umberg.

„Wir könne nicht zwei Wochen keine Erdbeeren ernten“

Auch, wenn das Hygienekonzept im vergangenen Jahr gut funktioniert hat, bleibt die Sorge vor einem positiven Corona-Fall unter den Arbeitskräften und die Frage, was dann passiert. „Ich weiß nicht, ob dann unser ganzer Betrieb geschlossen wird. Aber selbst wenn nicht – wenn mehr als die Hälfte der Arbeiter in Quarantäne sitzt, wäre das eine Katastrophe. Wir können nicht zwei Wochen keine Erdbeeren ernten, dann ist alles vergammelt“, erklärt der Landwirt seine Sorgen.

In den nächsten Wochen werden immer mehr Erntehelfer auf den Kirchhellener Hof kommen – erst für die Spargelernte, dann für die Obsternte. Im Mai werden rund 120 Arbeiter auf den Feldern rund um den Hof Umberg arbeiten – wenn sich die Bestimmungen für die Einreise von Erntehelfern nicht wieder ändern.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge

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