Kokerei Prosper sorgt nach wie vor für erhöhte Schadstoffbelastung im Bottroper Süden

Kritik an ArcelorMittal

Rund um die Kokerei im Bottroper Süden sollen die Bürger auch weiterhin ihr selbst angebautes Gemüse nicht essen. Die Schadstoffbelastung durch die Kokerei ist immer noch zu hoch.

Bottrop

, 04.03.2020, 13:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Kokerei Prosper im Bottroper Süden.

Die Kokerei Prosper im Bottroper Süden. © picture-alliance / dpa/dpaweb

Es wird nicht besser: Die Bottroper Kokerei Prosper des Stahlkonzerns ArcelorMittal hat 2019 den Zielwert für die Abgabe von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) an die Umwelt erneut überschritten. Der Wert war sogar höher als im Vorjahr.

Die Stadt erneuert deshalb vorsorglich ihre Warnung, Gemüse aus Gärten im Bottroper Süden zu verspeisen und erweitert das betroffene Gebiet um zwei zusätzliche Stadtquartiere - ebenfalls im südlichen Stadtgebiet. Das Gemüse sei weiterhin zu stark mit krebserregenden Schadstoffen wie Benzo(a)pyren belastet. In den von der Verzehrwarnung betroffenen Stadtteilen wohnen rund 16.000 Menschen.

Defekte Ofentüren wurden erst spät repariert

In der Kokerei sollen inzwischen endlich alle beschädigten Ofentüren ausgetauscht worden sein. Dass weitere Defekte spätestens am Folgetag repariert sein müssen, will die Bezirksregierung demnächst streng überwachen. Außerdem hat sie unangekündigte Kontrollbesuche angekündigt, die Tag und Nacht geschehen können.

Oberbürgermeister Bernd Tischler hat die Kokereileitung für die späte Reparatur der Ofentüren kritisiert: Die Zusage, schnell für eine Reduzierung der Schadstoffbelastung im Bottroper Süden zu sorgen, sei nicht eingehalten worden.

Auch die Aufsichtsbehörde zeigte sich mit dem bisherigen Vorgehen der Kokereileitung unzufrieden.

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