Katharina Heinemann aus Kirchhellen hat gemeinsam mit ihrem ehemaligen Schulfreund Simon Janssen ein eigenes Modelabel gegründet. © privat
Mode

Kirchhellenerin gründet mit Schulfreund eigenes Modelabel

Die Kirchhellenerin Katharina Heinemann hat mit ihrem ehemaligen Schulfreund Simon Janssen ein eigenes Modelabel gegründet. Herzstück der Kollektion sind Koordinaten.

N 51 ° 36‘ 12“ E 06 ° 55‘ 17“ – das sind die Koordinaten vom Johann-Breuker-Platz in Kirchhellen. Für viele Kirchhellener werden diese Zahlen für Heimat stehen. Die Kirchhellenerin Katharina Heinemann und ihr ehemaliger Schulfreund Simon Janssen nutzen diese Zahlen für ihre Geschäftsidee und haben ein Modelabel gegründet.

Eine Begegnung, die Simon Janssen 2019 in einem Münsteraner Copy-Shop hatte, gab den Anstoß für das Projekt „richtung°heimat“. „Dort wollte eine Mutter ein Shirt für ihren Sohn, der bald für ein Jahr ins Ausland geht, mit den Koordinaten seines Heimatortes besticken lassen“, erzählt Katharina Heinemann. Die Idee habe den 29-Jährigen, der hauptberuflich junge Start-ups betreut, nicht mehr losgelassen.

Ende 2019 klingelte Heinemanns Telefon. Simon, mit dem sie in der gemeinsamen Heimatstadt Nettetal vor zehn Jahren das Abi gemacht hatte, hatte sich daran erinnert, dass sie Mode studieren wollte. „Er kennt sich zwar mit Marketing und Zahlen aus, suchte aber noch jemand mit textilem Hintergrund“, erzählt die 30-Jährige.

Mitte 2020 ging der Online-Shop an den Start

Und tatsächlich war sie zu dem Zeitpunkt bereits Produktmanagerin für Modedesign. Sie arbeitet beim Schermbecker Herrenausstatter Uli Schott und zog vor mehr als drei Jahren der Liebe wegen nach Kirchhellen. Die Idee, Mode mit Koordinaten zu machen, gefiel Heinemann sofort. Mitte des vergangenen Jahres wagten sie und Simon den Schritt und gingen mit ihrem Online-Shop www.richtungheimat.de an den Start.

Dort können die eigenen Wunschkoordinaten mittels Adresse und Google Earth haargenau ausgewählt werden. Anschließend kann sich der Käufer für ein Shirt oder einen Hoodie entscheiden, auf den die persönlichen Koordinaten dann gestickt werden.

Zum Valentinstag gibt es die Koordinaten auch in roter Farbe auf die Kleidung gestickt. © Julia Loehning © Julia Loehning

„Herzstück bei unserem Modelabel sind die Koordinaten. Wir wollen nachhaltige Kleidung machen, die zeitlos ist und möglichst lange getragen wird“, sagt die Kirchhellenerin. Gerne hätten sie die Shirts und Hoodies in Europa produzieren lassen, der Wunsch sei jedoch – vor allem bei der geringen Stückzahl zu Beginn – utopisch gewesen.

Kleidung kommt von zertifiziertem Großhändler

Also greifen die beiden Gründer erst einmal auf einen Großhändler zurück, der seine Basic-Kollektion aus Bio-Baumwolle und recyceltem Polyester aus Bangladesch bezieht. Bestickt wird die Kleidung in einer kleinen Stickerei in Münster. „Auf Dauer möchten wir auch selber Kleidung designen und gerne in Portugal produzieren lassen, aber wir müssen jetzt erst einmal gucken, wie gefragt unsere Produkte sind“, so Heinemann. Accessoires wie Mützen werden jedoch bereits in Deutschland hergestellt.

Bislang seien sie sehr zufrieden mit der Entwicklung ihres Labels. Besonders zu Weihnachten hätten viele ein individualisiertes Kleidungsstück bestellt, um es zu verschenken. „Es müssen ja auch nicht immer die Koordinaten des Heimatorts sein, es kann auch der Ort sein, an dem man geheiratet hat oder der Lieblingsurlaubsort“, erzählt die Kirchhellenerin.

Spenden gehen an soziale Projekte

Aktuell sind sie und Simon dabei, die Farbpalette bei den Shirts und Hoodies zu erweitern. Den beiden ist bei ihrem Projekt wichtig, ihrer Heimat mit ihren Produkten auch etwas zurückzugeben. Daher fließen fünf Prozent des Kaufpreises eines jeden Kleidungsstücks in ein soziales Projekt. Aktuell ist das das Projekt „draußen!“ – ein Münsteraner Wohnungslosen-Straßenmagazin. „Wohin das Geld geht, das soll immer mal wieder wechseln. Ich könnte mir auch vorstellen, dass wir mal ein Kirchhellener Projekt unterstützen“, erzählt Katharina Heinemann.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge

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