Auf den Schulhöfen müssen die Kirchhellener Schüler schon länger keine Masken mehr tragen. Die Neuerung mit der Maskenpflicht am Platz wurde erst zu Beginn der Woche eingeführt. © Aileen Kurkowiak
Coronavirus

Kirchhellener Schüler tragen weiterhin Maske

Seit Dienstag sind die Schüler in NRW nicht mehr verpflichtet, einen Mund-Nasenschutz an den Sitzplätzen zu tragen. Das entfachte Diskussionen. Doch in Kirchhellen sind sich (fast) alle einig.

Mehr als ein Jahr Maskenpflicht an deutschen Schulen liegt zurück. Am 2. November kam dann die Lockerung der Regel und vermeintlich auch eine große Entlastung für die Schülerschaft – zumindest in NRW.

Von Beginn an wurde dieses Vorgehen, vor allem mit Blick auf die steigenden Inzidenzen, stark diskutiert und es war unklar, wer von dieser neuen Freiheit überhaupt Gebrauch machen würde. Nach Rücksprache mit den Kirchhellener Schulleitern zeigt sich: Fast niemand nimmt die neue Freiheit in Anspruch – zum Wohle aller.

Große Bereitschaft aller Beteiligten

Eines lief an allen Kirchhellener Schulen ähnlich ab: Bevor es zum tatsächlichen Eintreten der Lockerungen kam, verschickten die Schulleiter der Grund- und weiterführenden Schulen E-Mails mit Informationen an Lehrer, Schüler und Eltern. Immer mit dem Tenor: „Ja, die Maskenpflicht am Platz entfällt, aber es handelt sich nicht um eine Aufforderung.“

Dirk Willebrand, der Schulleiter des Vestischen Gymnasiums Kirchhellen (VGK), startete sogar eine Umfrage und wollte im Vorfeld wissen, wie alle Beteiligten zu den neuen Regeln stehen. Das Ergebnis war ziemlich eindeutig: „Sowohl die Lehrer als auch die Eltern und Schüler stimmten mit bis zu 85 Prozent dafür ab, dass die Masken dennoch weiterhin getragen werden sollten. Die Frage lautete: ‚Wenn Ihr selber entscheiden dürftet, würdet Ihr die Maske weiterhin tragen?‘ Nach nun einer Woche spiegeln sich diese Aussagen auch in der Realität wider.“

Die Vernunft siegt bei fast allen

An der Sekundarschule läuft es ähnlich. „Tatsächlich hat sich gezeigt, dass die Vorsicht und die Vernunft der großen Mehrheit siegen, denn nach den Herbstferien gab es bereits zwei positiv auf Corona getestete Schüler an unserer Schule“, erklärt Schulleiter Stefan Völlmert. „Ich würde sagen, dass die Quote derjenigen, die freiwillig die Masken auch am Platz tragen, bei rund 90 Prozent liegt.“

Auch an den Grundschulen machen fast alle mit: „Das liegt vor allem an der aktuellen Situation der steigenden Zahlen. Sogar die Kleinen tragen die Maske aus Solidarität“, meint Marie-Luise Schrader, Schulleiterin der Grundschule Grafenwald. „Ich musste mich als Schulleiterin gar nicht groß an einer Diskussion beteiligen. Fast alle ziehen freiwillig mit.“

Am VGK zeigt sich die Solidarität vor allem am Beispiel der Q2. Diese stimmte sich während ihrer Abschlussfahrt nach Berlin intern ab, entschied sich geschlossen, die Masken weiterhin zu tragen, um sich gegenseitig zu schützen. Vor allem mit Blick auf die Abiturprüfungen. Eine potenzielle Quarantäne während der Vorbereitungen sei schließlich nicht hilfreich, so die Schüler.

„Auch, wenn das Weglassen der Maske aus pädagogischer Sicht sicherlich sinnvoll wäre, kann ich die Entscheidung der Landesregierung nicht auf allen Ebenen nachvollziehen“, sagt Dirk Willebrand.

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