Der Kirchhellener Werner Heitland bastelt aus Schrott neue Gegenstände - so wie zum Beispiel seine „Datenbank“. © Valerie Misz
Kunst

Kirchhellener macht aus Schrott und Müll Kunst

Der Kirchhellener Werner Heitland hat als Rentner ein eher ungewöhnliches Hobby entwickelt - aus Schrott bastelt er neue Gegenstände. Sein neuestes Projekt ist eine „Datenbank“.

Der Kirchhellener Werner Heitland war Lehrer an einer Sonderschule. Er unterrichtete Musik und Werken. Seine Leidenschaft für das Musizieren und Handwerken hat er bis heute nicht abgelegt. Auf seinem Grundstück hat er eine Garagenwerkstatt und ein Lager mit den verschiedensten Materialien. Dinge, die andere als wertlos bezeichnen, rettet er vor dem Müll.

Getreu dem Motto „Aus allem kann man alles machen“ verschwindet er hin und wieder in seiner Werkstatt. Vor einigen Jahren machte er schon auf sich aufmerksam, weil er einen besonderen Zaun baute: eine Grundstücksbegrenzung aus alten Fahrrädern und Heizungsrohren. Auch sein Tannenbaum aus CD`s fand in der Nachbarschaft großen Anklang. Während des Schnees im vergangenen Winter hatte er ihn im Vorgarten platziert und mit diversen Lichtern ausgestattet.

Kirchhellener lässt sich von Kleinigkeiten inspirieren

Musik und Handwerk sind für ihn keine zwei Welten. Sein ganzes Leben, seine Erfahrungen und Persönlichkeit, prägen seine Ideen. In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit der Fotografie und Grafik. Auch dort findet er einen Weg aus allem etwas zu machen. Fotos, die theoretisch unbrauchbar wären, werden zu spannenden Montagen zusammengestellt. „Das spielt alles ineinander. Ich liebe komplexe Gedankengänge und Wortspiele. Manchmal inspirieren mich schon Kleinigkeiten“, sagt der Kirchhellener.

Eine Grundstücksbegrenzung der etwas anderen Art: Werner Heitlands Fahrradzaun.
Eine Grundstücksbegrenzung der etwas anderen Art: Werner Heitlands Fahrradzaun. © Valerie Misz © Valerie Misz

Daher kam auch seine neueste Idee: eine Datenbank aus alten Datenträgern. „Die Disketten hatte ich noch von alten Aufnahmegeräten für meine Instrumente. Ich wollte sie nicht wegschmeißen“, erzählt er. Einen wirklichen Plan gibt es bei seinen Basteleien nicht. Das ergibt sich alles aus den Materialien, die er Stück für Stück auswählt.

Aus Disketten wurde eine „Datenbank“ gebaut

So begann er bei dem Bau seiner „Datenbank“ mit 3,5-Zoll Disketten, die mit Heißkleber verbunden wurden. Da die Konstruktion zu instabil war, nahm er Leerrohre, die sonst in der Elektrik benutzt werden. „Trotzdem kann sich natürlich niemand auf diese Bank setzen. Die einzigen, die dort sitzen dürfen, sind die Playmobilfiguren“, sagt Werner Heitland mit einem Augenzwinkern.

Eigentlich macht er diese Dinge nur aus Spaß, aber die Datenbank hat jetzt trotzdem ihren Platz vor der Haustür gefunden. Im Wenkendiek in Kirchhellen kann sie betrachtet werden. „Es ist immer eine Frage der Interpretation: Ist es nun Quatsch oder eine außergewöhnliche, bewundernswerte Idee? Mir machen diese Dinge Freude. Ich verstecke mich auch nicht.“ Aktuell gibt es eine kleine Schöpfungspause, aber die Ideenschmiede von Werner Heitland schläft nie.

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