Karla Vosbeck geht ein Schuljahr in Georgia zur High School

„Alles ist einfach größer, breiter und höher“, sagt Karla Vosbeck über ihre neue Heimat. Für zehn Monate ist die 15-Jährige in Macon in den USA. Das Leben ist spannend und aufregend. Kaum Zeit also, um Heimweh nach Feldhausen zu haben, wie Karla im Interview berichtet.

Feldhausen

von Ronny von Wangenheim

, 23.09.2015, 12:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wo genau verbringst Du Dein Schuljahr? Macon ist eine mittelgroße Stadt im Staat Georgia und in keiner Weise mit Feldhausen zu vergleichen. Teile sind wirklich typisch amerikanisch, andere Teile sind ein wenig heruntergekommen. Allerdings muss ich sagen, es gibt auch sehr viele schöne Ecken, wie zum Beispiel den See Tobesofkee, und es gibt viel Wald. Zu meiner Gastfamilie zählen die Gasteltern und ihre vier Kinder Tobias (15), Gabriel (11), Fabian (17) und Antonia (13).

Und Du gehst dort auch zur Schule? Meine Schule, die Central High School, ist eine typisch amerikanische High School. Das heißt, wir haben Lunch in der Schule, haben jeden Tag den gleichen Stundenplan und verbringen viel Zeit in der Schule, und alle haben den sogenannten „school spirit“, was ich einfach nur klasse finde.

Du machst viel Sport? Ich bin schon in einem Sportteam, dem Cross Country Team, das ist so etwas wie Leichtathletik. Ich hatte schon ein erstes Rennen und das ist echt gut gelaufen.

Was gefällt Dir besonders? Wirklich cool finde ich zum Beispiel, dass man sich in den meisten Fastfood-Restaurants sein Getränk wieder auffüllen kann. Und dass in der Schule und in der ganzen Nation dieser unglaubliche Zusammenhalt herrscht. Außerdem sind die meisten Amerikaner einfach super freundlich und man kommt schnell ins Gespräch. Des Weiteren liebe ich Football Spiele und einiges an Essen hier ist auch ziemlich gut, man muss aber echt aufpassen, da das Meiste sehr ungesund ist.

Hast Du Dir alles so vorgestellt? Einiges hier ist auch komplett anders. So gibt es zum Beispiel nicht diese High School-Film typische Gruppenaufteilung und nicht jeder Amerikaner ist oberflächlich. Außerdem ist die Schule wesentlich anstrengender, als ich es erwartet habe. Ich brauchte wirklich meine Zeit, mich an all das Neue hier zu gewöhnen. Andere Sachen haben sich aber bestätigt – so sind wirklich viele Amerikaner übergewichtig.

Wie entstand Deine Entscheidung, für ein Schuljahr ins Ausland zu gehen? Ich wusste schon seit ungefähr zwei Jahren, dass ich unbedingt ein Jahr in den USA verbringen wollte. Ich wollte einfach neue Erfahrungen sammeln, fürs Leben lernen, die Sprache vertiefen und natürlich ganz viele, neue, nette Leute kennenlernen und ganz viel Spannendes erleben.

Warum gerade Amerika? Ich war schon immer an den USA interessiert, einfach weil alles immer hierher kommt, und die meisten Leute so viele Vorurteile gegen die Amerikaner haben. Ich wollte hinter die Fassade blicken und mir ein eigenes Bild von meinen USA machen. Es war eine Menge Arbeit, all die Bewerbungen und Anträge zu schreiben, und man muss es wirklich wollen, um es zu schaffen und durchzuziehen, aber ich kann schon jetzt sagen: Es hat sich gelohnt.

Du hast außerdem ein Stipendium bekommen? Das ELE-Stipendium war einfach eine super Unterstützung, so kann ich mir hier doch das ein oder andere Football-Spiel oder einen Besuch in der Mall erlauben. Außerdem entlastet es meine Eltern in Deutschland, denen ich einfach unglaublich dankbar dafür bin, dass sie mir das hier ermöglicht haben. Und meine beiden Geschwister müssen nicht ganz so viel zurückstecken.

Du hast ja zu Hause in Feldhausen viele Hobbys, bist beispielsweise Trainerin der Voltigiermannschaft beim Reiterverein Gladbeck, oder? In Deutschland habe ich sehr viel Zeit mit meinem Lieblingshobby Voltigieren verbracht, darauf muss ich hier leider verzichten. Ich vermisse mein Team wirklich sehr. Außerdem habe ich seit acht Jahren in Dorsten Tennis gespielt, ich bin Babysitten gegangen, habe Nachhilfe gegeben, war Messdienerin und habe es geliebt, Zeit mit meiner Familie und Freunden zu verbringen.

Was vermisst Du? Am meisten vermisse ich natürlich meine Familie und meine Freunde, aber da ich hier echt immer wieder so viel Neues erlebe und lerne, hält es sich in Grenzen. Eine andere Sache, die ich wirklich vermisse, ist es, einfach aufs Fahrrad zu springen und zu meinen Freunden, Verwandten oder zu meinem Sport zu fahren! Das hätte ich in Deutschland echt mehr zu schätzen wissen müssen.

Was hast Du noch geplant? Meine Gasteltern und ich haben unter anderem einen Trip nach Pennsylvania geplant, einen Camping-Trip an die Küste Georgias über die Herbstferien und eventuell einen Trip nach Florida nächsten Frühling. Dazu kommen noch große Cross-Country- Wettkämpfe wie das „state final“. In der Frühjahrs-Saison will ich gerne Fußball spielen, da meine Gastgeschwister das auch machen.

 

Karla Vosbeck besucht das Heisenberg-Gymnasium in Gladbeck. Sie ist Mitglied in der KJG Feldhausen und gehört zur Tanzgarde Feldhausen. Das Stipendium erhielt sie von der Junior-Akademie der Emscher-Lippe-Energie (ELE). Für das Schuljahr 2016/17 sind Bewerbungen für Schüler möglich, die mit einer anerkannten Austauschorganisation im Ausland zur Schule gehen. Entscheidend sind gute Noten, aber auch vielseitige Interessen und gesellschaftliches Engagement der Jugendlichen. Im ELE-Blog berichtet Karla über ihre Erfahrungen.

 

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