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Kabeldiebstähle verursachen große Schäden für die Handwerker

dzBaustelle am Schultenkamp

Seit 2004 wird im Schultenkamp in Kirchhellen gebaut. Ein neues Wohngebiet entsteht hier. Doch in letzter Zeit haben die Handwerker vor Ort ein Problem: Ihr Material wird gestohlen.

von Kevin Kallenbach

Kirchhellen

, 11.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Jörg Schwalvenberg, Geschäftsführer des Elektronikbetriebs Schwalvenberg, ist fassungslos. Über Nacht sind Unbekannte auf das Gelände der Baustelle am Schultenkamp eingedrungen und haben an insgesamt 14 Einfamilienhäusern die gerade verlegten Außenkabel gestohlen.

Kabeldiebstahl hat Konsequenzen für Handwerker

Egal, ob es sich um dicke Kabel für den Anschluss von Elektro-Autos handelte oder um dünne Internetkabel mit nur geringen Mengen des Edelmetalls: „Alles ist restlos gestohlen worden“, meint der 51-Jährige im Gespräch mit der Redaktion.

Kabeldiebstähle verursachen große Schäden für die Handwerker

Die Diebe haben die Kabel einfach an den Wand abgeschnitten und anschließend mitgenommen. © Privat

Der reine Materialschaden sei mit etwa 200 Euro nicht so hoch, aber: Auf etwa 19.500 Euro schätzt Schwalvenberg den Verlust für sein Unternehmen, denn: „Wir müssen die abgeschnitten Kabel ausbauen und neu einsetzen. Das ist nicht nur für uns Mehrarbeit. Auch der Verklinkerer muss die Wände wieder aufstemmen“, sagt Schwalvenberg.

Kosten bleiben beim Unternehmen

Besonders ärgerlich: Ein Großteil der Kosten wird auf ihn selbst zurückfallen. Die Versicherung möchte den Schaden nämlich nicht übernehmen, da die Kabel im Außenbereich der Baustelle lagen. Durch seine Bauwesenversicherung seien aber nur Kabel im Innenbereich der Häuser gegen Diebstahl versichert.

Das ist ein zusätzlicher Stressfaktor für Schwalvenberg, der schon genug damit zu tun habe, die abgesprochenen Termine jetzt noch im Zeitplan einzuhalten. Denn die gestohlenen Kabel müssen alle ersetzt werden. „Die verlorene Arbeitszeit müssen wir jetzt irgendwie wieder reinbekommen“, meint Schwalvenberg. „Wir versuchen alles, damit es nicht zu Bauverzögerungen kommt.“

Weitere Diebstähle in den Wochen zuvor

Und er ist nicht der einzige Handwerker auf der Baustelle, der in letzter Zeit von Diebstählen geplagt wird. Auch das Bauunternehmen Gebrüder Brun, das Maurereiarbeiten innerhalb der Baustelle ausführt, wurde in den vergangenen Wochen mehrmals bestohlen.

Hier haben die Diebe sogar ein 150 Meter langes Stromkabel entwendet. Diese sind aber essenziell für die Bauarbeiten vor Ort. So mussten an einem Tag die Bauarbeiten komplett eingestellt werden. Bestellte Monteure wurden unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt.

Mit Notlösungen ausgeholfen

Auch hier sei ein Schaden von mehreren Tausend Euro entstanden. „Am Ende haben wir uns mit einem Notstrom-Aggregat ausgeholfen“, sagt Geschäftsführer Günter Brun.

Sowohl er als auch Jörg Schwalvenberg vermuten, dass die Diebstähle gezielt organisiert werden: „Keiner fährt einfach durch die Gegend und klaut Baustellenkabel. Das muss man schon entsprechend vorbereitet sein.“

Polizei ermittelt

Die bereits informierte Polizei will sich zu diesen Vermutungen nicht äußern, sie ermittelt in den Fällen noch. Polizeisprecherin Ramona Hörst sagt: „Der Diebstahl von Kabeln kommt aufgrund des Metallkerns aus Kupfer immer mal wieder vor. Das ist kein neues Phänomen.“

Deshalb wird dazu geraten, Material und Werkzeuge nicht ungesichert herumliegen zu lassen. Selbst wenn es zusätzliche Arbeit bedeute, sei man am Ende des Tages besser beraten, die Dinge gut wegzuschließen.

Zeugen, die in der Nacht von Dienstag (9. April) auf Mittwoch (10. April) verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen haben, werden gebeten, sich an die Polizei zu wenden: (0800) 2361111.
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