Das Jugendhaus Kirchhellen ist zwar geöffnet, Kinder müssen sich jedoch an viele Regeln halten. Dennoch kommen sie sehr gerne. © Petra Berkenbusch (A)
Jugendarbeit

Jugendhäuser versuchen Kindern ein Stück Normalität zu schenken

Das „F!“ in Kirchhellen und der Freiraum in Grafenwald sind geöffnet. Auch wenn für die Kinder viele Regeln gelten, saugen sie Aktionen förmlich auf. Denn auch an ihnen zerrt die Pandemie.

Seit einigen Wochen darf in Kirchhellen – unter bestimmten Auflagen – wieder Jugendarbeit stattfinden. Darüber sind nicht nur die Mitarbeiter der Jugendhäuser froh, sondern vor allem auch die Kinder und ihre Eltern.

„Die Nachfrage, das F! zu besuchen, ist sehr groß“, sagt zum Beispiel Anna Schmidt vom Kirchhellener Jugendhaus „F!“. Jeden Tag gingen zahlreiche Mails von Eltern ein, die ihr Kind für Angebote der Einrichtung anmelden wollten. Viele seien sehr dankbar, dass das Betreuer-Team den Kindern die Möglichkeit gebe, ein Stück „normale Welt“ erleben zu dürfen.

Doch nicht alle Kinder können momentan ins „F!“ kommen. Denn pro Gruppe – so wollen es die Corona-Auflagen – dürfen nur fünf Kinder teilnehmen. Aktuell ist der Kinderbereich von Montag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Dienstags und Freitags sind zwei Gruppen im Haus. Diese werden räumlich voneinander getrennt und kommen und gehen durch verschiede Ein- beziehungsweise Ausgänge. Auch müssen die Kinder im Haus selbst eine medizinische Maske tragen und sich vorher per Mail anmelden.

Eltern können Kinder für Angebote in Kirchhellen anmelden

Eltern erhalten jeden Mittwoch per Mail die Angebote für die kommende Woche und können ihre Kinder dann entsprechend anmelden. Aktuelle Infos gibt es auch bei Facebook unter www.facebook.com/dasfkirchhellen.

Trotz der Einschränkungen ist sich Schmidt sicher, dass die Kinder im Jugendhaus eine gute Zeit haben: „Wir erleben die Kinder bei uns ausgelassen fröhlich und merken, wie wichtig der Besuch unserer Einrichtung für sie ist.“ Aktuell warte man auf die neue Coronaschutzverordnung und hoffe natürlich, dass das Kirchhellener Jugendhaus offen bleiben könne. Dennoch seien Maßnahmen, um weitere Ansteckungen zu vermeiden wichtig.

Britta Vollnhals leitet den Freiraum in Grafenwald.
Britta Vollnhals leitet den Freiraum in Grafenwald. Sie versucht, mit den Kindern das Beste aus der momentanen Situation zu machen. © Manuela Hollstegge (A) © Manuela Hollstegge (A)

Die Sorge vor einer möglichen erneuten Schließung treibt auch Britta Vollnhals um. Sie leitet die Kinder- und Jugendeinrichtung Freiraum der Evangelischen Kirchengemeinde in Grafenwald (Zur Grafenmühle 15). Dennoch versucht sie gemeinsam mit den Kindern, das Beste aus der Situation zu machen. „Wir machen, was geht. Als nächstes wollen wir zum Beispiel die Hochbeete bepflanzen“, erzählt sie.

Spontane Besuche sind im Freiraum Grafenwald nicht möglich

Geöffnet hat der Freiraum mittwochs und donnerstags von 15 bis 19 Uhr und freitags von 15 bis 17 Uhr. Auch in die Grafenwälder Einrichtung dürfen momentan nur fünf Kinder gleichzeitig kommen. Sie müssen Masken tragen und sich vorher via WhatsApp, SMS oder Anruf unter (0178) 1987824 oder per E-Mail an britta.vollnhals@ev-kirche-bottrop.de anmelden. „Viele Kinder sind vor Corona gerne spontan vorbeigekommen – das geht jetzt leider nicht mehr. Immer wieder stehen hier Kinder vor der Tür, die ich dann nicht reinlassen darf. Das ist schwierig“, so Vollnhals.

Daher sei es momentan ein fester Stamm von Kindern, die nahezu immer kämen. Man merke zwar, dass auch an ihnen die Pandemie zerre und sie „keinen Bock mehr“ hätten. „Aber sie freuen sich auch über die Angebote, sind hier bei uns einfach Kind und haben sich an die Masken gewöhnt. Manch Erwachsener klagt da deutlich mehr“, sagt die Leiterin. Mehr Infos auch unter www.freiraum-grafenwald.de.

Gänzlich auf Eis liegt momentan die Jugendarbeit im Kirchhellener Jugend-Kloster. Dort hatte zuletzt das Ostercamp aufgrund der hohen Infektionszahlen ausfallen müssen. „Dafür haben wir an Karfreitag etwas Tolles, Neues auf die Beine gestellt und werden etwas ähnliches auch zu Pfingsten wieder starten“, verrät Ökonomin Hildegard Kückelmann. Mehr Infos unter www.jugend-kloster.de.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge
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