Ein Team des Jugend-Klosters Kirchhellen hatte zu Pfingsten einen ganz besonderen Gottesdienst vorbereitet. Im Jugendhaus setzten die Organisatoren auf Musik, Licht und eigene Texte. © Maria Dehling
Jugend-Kloster

Jugend-Kloster machte Pfingstgeschichte mit Licht und Ton greifbar

Ein neunköpfiges Team des Kirchhellener Jugend-Klosters hatte zu Pfingsten einen Gottesdienst der besonderen Art erarbeitet. Sie ließen begeisterte, aber auch nachdenkliche Besucher zurück.

Das letzte Wochenende noch einmal im Blick: Das Gefühl vieler Menschen, ob jung oder alt war es, endlich Pfingsten, ein langes Wochenende, doch was war noch mal der Hintergrund, was war eigentlich Pfingsten? Die Akteure des Kirchhellener Jugend-Klosters haben sich diesem Thema an fünf Tagen auf besondere Weise genähert.

Es ist der drittgrößte Feiertag der Christen, das Kommen des Heiligen Geistes, das Stimmengewirr beim Turmbau zu Babel und der Geburtstag der Kirche. Der Name Pfingsten leitet sich vom griechischen Wort „pentecoste“ ab, das die Zahl 50 bezeichnet – der 50. Tag nach Ostern. Ein neunköpfiges Team hatte sich am Jugend-Kloster zu Pfingsten – und damit nach Ostern ein zweites Mal – von der Bibelgeschichte inspirieren lassen und sie auf den heutigen Alltag mit Instrumentalmusik, beeindruckender Lichttechnik und eigenen Texten übertragen.

Das Ergebnis faszinierte an fünf Tagen mehrere hundert Gläubige. Für sie gab es am Ende neue Denkanstöße und Vorsätze für den eigenen Alltag, die sie mit großem Dank mit nach Hause nahmen. „Darauf habe ich 50 Jahre gewartet. Ich bin begeistert. Dieses andere Format ist für mich Offenheit und Wertschätzung zugleich. Das gibt mir sehr viel,“ so ein älterer Besucher.

Mit eigenen Texten brachten die Akteure des Jugend-Klosters in Kirchhellen die Besucher zum Nachdenken.
Mit eigenen Texten brachten die Akteure des Jugend-Klosters die Besucher zum Nachdenken. © Maria Dehling © Maria Dehling

Der diesmalige Veranstaltungsort war das Jugendhaus. Beim Eintritt kam zunächst Ernüchterung über das einfache Bühnenbild auf: Lampen, Leinwand und Nebelschwaden. Johannes Schroers, verantwortlich für die Organisation: „Die sieben Gaben des Heiligen Geistes standen für uns im Mittelpunkt. Denn mit diesen Gaben wollte Gott den Menschen Hilfestellung geben. Das klingt heute zwar altertümlich, ist es aber nicht. Das haben wir mit dem Turmbau zu Babel bestehend aus Oberflächlichkeit und Abgrenzung in der Einleitung deutlich machen wollen. Diese Geschichte macht deutlich, wie wichtig das Verstehen, das Miteinander, das Abwenden von Pauschalaussagen und die eigene Wahrnehmung für jeden Einzelnen von ist.“

Packende Szene mit Sprechgesang und Lichteffekten

Nach einer kurzen Begrüßung durch Pater Francis Da Cunha wurden Kartons aufgebaut, immer höher ging es hinaus. Die Bauer riefen: „Bis zum Himmel soll es reichen, wir sind die Größten, die Besten.“ Plötzlich verstanden sie sich nicht mehr, redeten in unterschiedlichen Sprachen. „Der Turm muss kleiner werden, wir wollen zu viel.“ Eine packende Szenerie, die durch Instrumentalmusik, Sprechgesang und Lichteffekte, die Dramatik des damaligen Geschehens deutlich machte.

Die sieben Gaben Gottes zu Pfingsten Weisheit, Erkenntnis, Einsicht, Rat, Stärke, Frömmigkeit und Gottesfurcht wurden jetzt deutlich. Doch was sind meine Stärken, Talente und Fähigkeiten? Für was bin ich dankbar? Bin ich offen für Neues und Veränderungen? Wer oder was gibt mir Kraft? Die Texte der jungen Leute luden zum Nachdenken ein und nach dem gemeinsamen „Vaterunser“ mit Pater Francis zum Abschluss blieben viele Besucher noch eine Weile auf ihren Plätzen.

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