Jahresrückblick: Wolfsrisse in Kirchhellen entfachten Diskussion

Jahresrückblick 2020

Wolfsrisse verschiedener Art haben in 2020 die Diskussion über Wölfin Gloria erneut angefacht. Die Meinungen von Naturschützern und Tierhaltern gehen weit auseinander.

Kirchhellen

, 31.12.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Riss eines Ponys in Kirchhellen durch einen Wolf fachte die Diskussion über den Umgang mit Gloria noch mehr an.

Der Riss eines Ponys in Kirchhellen durch einen Wolf fachte die Diskussion über den Umgang mit Gloria noch mehr an. © privat (A)

Wölfin Gloria sorgte in 2020 für Wirbel in Kirchhellen. Ein sehr gut besuchter Info-Abend zum Thema Wolf im Hof Jünger hatte im Februar gezeigt, dass das Interesse an der Thematik im Ort groß ist.

Im April kam der Verdacht auf, dass ein Wolf ein totgeborenes Kalb auf dem Hof Steinmann angefressen hat. Dass Wölfe in Kirchhellen unterwegs sind, bewies Anfang Juli ein Video. Aufgenommen hatte es der Kirchhellener Thomas Kahnert. Er filmte, wie ein Tier durch ein Kornfeld an der Straße „Langer Weg“ lief. Im August bestätigte dann das LANUV, dass es sich dabei tatsächlich um einen Wolf gehandelt hatte.

Riss eines Ponys sorgte für Diskussionen

Ende Juli dann der nächste Fall: Wölfe töten zwei Schafe des Ehepaares Jansen, drei weitere werden verletzt. Bereits damals vermutete das Ehepaar, dass der Wolf aus dem Stand über den 1,50 Meter hohen Stromzaun gesprungen sei.

Zwei Wolfsangriffe in einer Nacht gab es Mitte August. Da wurde der Wolf in einem Damwildgehege gesichtet, wenig später tötete er erneut zwei Schafe bei Familie Jansen. Angefacht wurde die Diskussion über eine mögliche Entnahme der Wölfin erneut durch den Riss eines Ponys in Kirchhellen im Oktober.

Während der NABU weiterhin auf die Errichtung von wolfssicheren Zäunen setzt und rät, Tiere nachts im Stall unterzustellen, fordert beispielsweise der betroffene Schafhalter Georg Jansen eine Entnahme der Wölfin. Auch Kirchhellens Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder hält eine nächtliche Stallhaltung für wenig artgerecht und fordert alle Beteiligten auf, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, bevor die Fronten sich weiter verhärten würden.

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