Blick auf die alte Bürgermeistervilla von der Holthausener Straße aus. Die Villa liegt im Bebauungsplangebiet, das grüne Feld im Vordergrund nicht. © Petra Berkenbusch
Baugebiet

Grünes Licht für Baupläne an der Holthausener Straße

Zwischen Holthausener und Bottroper Straße in Kirchhellen soll künftig gebaut werden. Lange hatte sich die Kirchhellener Politik dagegen gesträubt, jetzt hat die Verwaltung nachgebessert.

Seit 2013 gibt es Pläne, freie Grundstücke südlich der Holthausener Straße und westlich der Bottroper Straße zu bebauen. Doch vor allem die Kirchhellener Bezirksvertreter lehnten diese Pläne lange Zeit ab. Das hat sich inzwischen geändert und jetzt hat auch der Rat grünes Licht für die Pläne gegeben.

Als die Bottroper Verwaltung 2013 vorgeschlagen hatte, für diese Flächen einen Bebauungsplan aufzustellen und somit auch den westlichen Ortsrand Kirchhellens zu definieren, hatten sowohl der Kirchhellener Bezirksvertreter als auch der Planungausschuss dagegen gestimmt. Doch der stetig steigende Bedarf an neuem Wohnraum – auch in Kirchhellen – hat inzwischen zu einem Umdenken geführt.

Sozialer Wohnungsbau an Holthausener Straße denkbar

2016 beschloss der Rat das „Wohnbauflächenkonzept 2025“ mit einem besonderen Fokus auf Möglichkeiten für sozialen Wohnungsbau. Zwar sind die Flächen an der Holthausener Straße noch nicht Bestandteil des Konzepts, laut Verwaltung eigneten sie sich jedoch trotzdem für „wohnbauliche Entwicklung“, eventuell sogar für den sozialen Wohnungsbau.

Für die ersten Entwürfe hagelte es Kritik aus der Kirchhellener Politik. Viele Bezirksvertreter äußerten die Sorge vor hohen Bauten. Nach der Bürgerbeteiligung im Sommer 2018 waren außerdem Fragen zur Geruchsbelästigung durch nahegelegene landwirtschaftliche Betriebe und zur Entwässerung aufgekommen. Auch zur Einbindung der dort befindlichen und unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Bürgermeistervilla und zum Verhalten bei der Entdeckung von archäologischen Funden hatte es Klärungsbedarf gegeben.

An dieser Stelle – zwischen Holthausener Straße und Bottroper Straße soll in Kirchhellen künftig gebaut werden. © Stadt Bottrop © Stadt Bottrop

Die Verwaltung hat nun nachgebessert. Das sind die jetzigen Pläne: Im rückwärtigen Bereich des Geländes sind drei Gebäude geplant, teils auf städtischem teils auf privatem Gebiet. Ein viertes Gebäude könnte unmittelbar an der Holthausener Straße gebaut werden. Die Art der Bebauung soll sich an den bereits bestehenden Gebäuden der Umgebung orientieren. Konkret heißt das: Möglich sind maximal zwei Vollgeschosse – von der Höhe her entweder ein Staffelgeschoss oder ein ausgebautes Dach.

Blick aus Kirchhellener Bürgermeistervilla soll frei bleiben

Der Blick aus der ehemaligen Bürgermeistervilla heraus Richtung Westen soll frei gehalten werden. Sollten bei den Bauarbeiten archäologisch interessante Funde gemacht werden, muss das sofort dem LWL gemeldet werden. Der Fund darf nicht bewegt werden und die Mitarbeiter des LWL haben dann das Recht, die Baustelle für nähere Untersuchungen zu betreten.

Als Ausgleich für den Eingriff in die Natur werden Ackerflächen in unmittelbarer Nachbarschaft des Baugebiets zu Streuobstwiesen umgewandelt. Zudem sollen Ersatzquartiere für dort lebende Zwergfledermäuse angebracht werden. Der in der Alleestraße in Richtung „Auf der Bredde“ liegende Kanal soll erneuert und als Regenwasserkanal genutzt werden. Dieser mündet dann in den Mischwasserkanal ein. In Zukunft soll die Regenwasservorflut dann zum Nebenlauf des Bräukebaches weitergeführt werden.

Während ein TÜV-Gutachten keine Geruchsbelastung durch landwirtschaftliche Betriebe voraussagt, könnte es Konflikte durch die benachbarten Tennisplätze des KTC „In Himmel“ geben. Vor allem in den späten Abend- beziehungsweise Nachtstunden könnten Flutlichtspiele für Lärm sorgen. Laut Verwaltung sei hier eine bauliche oder organisatorische Regelung spätestens im Bauantragsverfahren erforderlich. Nachdem der Rat jetzt die Ergänzungen abgesegnet hat, wird als nächstes die Offenlegung der Pläne folgen.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge
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