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Grafenwälder beliefert Restaurants mit Delikatessen

dzLebensmittelunternehmen

Claus Stratmann liefert Delikatessen von Grafenwald aus in Restaurants in ganz Nordrhein-Westfalen. Zum Ausgleich hat er sich jetzt drei Hochlandrinder auf die Weide geholt.

Grafenwald

, 30.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Claus Stratmann setzt sich auf seine „Feierabendbank“ und lässt den Blick über die große Wiese am Rande von Grafenwald schweifen. Drei schottische Hochlandrinder grasen darauf und blicken neugierig zu ihm herüber. Seit wenigen Wochen gehören Abigail, Ruby und Adele zu ihm und seiner Lebensgefährtin.

„Ich wollte schon immer diese Rinder haben“, sagt der 53-Jährige. Jetzt hat er sich den Wunsch erfüllen können. Abgekauft hat er sie einem Landwirt aus Datteln, der sie aufgrund von Futtermangel nicht mehr halten konnte.

Schottische Hochlandrinder sind robust und mit wenig zufrieden

„Die Hochlandrinder werden schon seit 200 Jahren gezüchtet, sind robust und zufrieden, wenn sie Wasser und Futter haben“, erklärt er, warum es unbedingt diese Rasse sein musste.

Claus Stratmann ist gelernter Landwirt. Daher war bereits vor dem Kauf der Rinder klar, dass diese Tiere irgendwann geschlachtet werden. „Wir tun jetzt mal so, als ob es diesen Plan immer noch gibt“, sagt Stratmann. An den „Tag X“ wolle er aber jetzt noch nicht denken.

Zwei Jahre bleiben die Rinder auf jeden Fall auf der Weide

Mindestens zwei Jahre sollen die Tiere sowieso auf der Weide bleiben. Dann sind sie laut dem 53-Jährigen ausgewachsen und das Fleisch ist schmackhaft. Damit es besonders gut wird, weiden die Tiere auf unterschiedlichen Wiesen, auf denen Stratmann verschiedene Kräuter angepflanzt hat.

Ob es bei den drei Rindern in Grafenwald bleibt, ist jedoch ungewiss. Denn der Tierarzt stellte bei der ersten Untersuchung der Tiere die Vermutung in den Raum, dass die zweijährige Abigail trächtig sein könnte.

Grafenwälder beliefert Restaurants mit Delikatessen

Seit wenigen Wochen leben die Hochlandrinder bei Claus Stratmann in Grafenwald. © Manuela Hollstegge

Während die einjährigen Ruby und Adele noch schüchtern sind, lässt sich Abigail bereits aus der Hand mit trockenen Brötchen füttern. „In den ersten Tagen habe ich mich öfter auf meine Bank gesetzt und mit den Tieren geredet“, erzählt der Landwirt.

Geld verdienen wird Claus Stratmann mit seinen neuen Freunden wohl nicht. Sie sind für ihn eher ein Hobby. Hauptberuflich handelt er daher seit 2005 mit Lebensmitteln und Getränken. „Finefood Connection“ heißt sein Unternehmen, das er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin betreibt.

„Ich habe einen Hang zu guten Lebensmitteln“

Das Hauptgeschäft besteht darin, Restaurants mit Delikatessen, hauptsächlich Fisch, Meeresfrüchten und Fleisch, zu beliefern. Aber auch Käse, Wein, Schnäpse und österreichische Spezialitäten gehören zum Sortiment. „Ich habe einen Hang zu guten Lebensmitteln“, erklärt Stratmann. Sein Vater hatte einen Eisgroßhandel - die Lebensmittelbranche ist ihm also seit vielen Jahren bekannt.

„Ich habe sehr viele Kontakte und weiß einfach, wo es gute Lebensmittel gibt“, so der Landwirt. Ein besonderes Augenmerk legt er dabei auf gleichbleibend gute Qualität. Die Menschen, die die Waren produzieren, die er dann weiter verkauft, kennt er, die Orte hat er mindestens einmal besucht. Auch auf dem weltweit größten Großmarkt Rungis in Paris war er schon, da er durch einen Bekannten auch Waren von dort bezieht.

Manchmal muss Stratmann auch spontan sein

Ein wirkliches Lager hat Stratmann dabei nicht. An jedem Abend telefoniert er mit seinen Käufern und fragt, welche Ware sie benötigen. Oft weiß er bereits, wann welcher Kunde was braucht. Manchmal muss er aber auch spontan sein, wenn zum Beispiel ein Koch plötzlich dringend für eine große Gesellschaft frische Jakobsmuscheln benötigt.

Grafenwälder beliefert Restaurants mit Delikatessen

Adele und Ruby sind gerade erst ein Jahr alt. © Manuela Hollstegge

Morgens packt er sich sein Auto voll und fährt auf festgelegten Touren seine Kunden an. Dienstags geht es zum Beispiel Richtung Dortmund, mittwochs Überland gen Kleve, Kalkar bis hin nach Münster. Aber auch nach Essen und Gelsenkirchen liefert er. „Köche, die mich kennen, empfehlen mich weiter, oder nehmen mich als Lieferanten quasi mit, wenn sie ihren Arbeitsplatz wechseln. Die Gastronomie ist ein Dorf“, sagt Claus Stratmann. Privatkunden beliefert er nicht.

Um in finanziell schwierigen Monaten wie Januar oder Februar gut über die Runden zu kommen, verkauft er nebenbei auch noch Kaminholz. Holz hacken, Waren ausliefern, Kunden anrufen, sich um Weiden und Rinder kümmern - langweilig wird es dem Grafenwälder in nächster Zeit nicht werden.

Eine Internetseite hat Claus Stratmann nicht („Die brauche ich nicht.“). Mehr Informationen über die „Finefood Connection“ gibt es jedoch bei Facebook.
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