Geplanter Aldi-Neubau am Kirchhellener Ring wirft viele Fragen auf

dzAldi in Kirchhellen

Aldi Süd plant den Abriss seiner Filiale an der Hauptstraße und einen Neubau am Kirchhellener Ring. Während die Verwaltung städtebauliche Bedenken hat, haben die Kirchhellener andere Sorgen.

Kirchhellen

, 03.09.2019, 19:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Discounter Aldi Süd plant einen Abriss seiner Filiale an der Hauptstraße mit anschließendem Neubau nebenan am Kirchhellener Ring. Dies bestätigte Aldi-Sprecherin Carina Loose auf Nachfrage. Ob der Discounter diese Pläne umsetzen kann, ist aber noch alles andere als sicher.

Das neue Bottroper Einzelhandeskonzept lässt den geplanten Neubau derzeit nicht zu. Denn der Neubau läge zu großen Teilen außerhalb des darin festgelegten Zentralen Versorgungsbereichs für Kirchhellen. Deshalb hat Aldi angeregt, diesen zu erweitern. „Wir befinden uns diesbezüglich in Gesprächen mit der Verwaltung und es ist noch nicht geklärt, in welcher Form das Vorhaben umgesetzt wird“, so Carina Loose.

Gegen eine Vergrößerung der Verkaufsfläche am bestehenden Standort bestünden keine Bedenken, teilte die Verwaltung mit. Doch Aldi plant den großen Wurf: Um rund die Hälfte soll die Verkaufsfläche anwachsen - von derzeit 1250 Quadratmetern auf etwa 1800 Quadratmeter.

Städtebauliche Fragen sind zu klären

Warum so groß? Der Discounter rüstet derzeit alle Filialen nach einem neuen Einrichtungskonzept um. Großzügiger und heller sollen die Einkaufsmärkte werden. „In unseren modernisierten Filialen schaffen helle Holzelemente, klare Grautöne und LED-Beleuchtungen eine angenehme und warme Einkaufsatmosphäre“, heißt es im Marketing-Sprech des Discounters. Auch das Backwaren-Angebot sowie das Fertig-Sortiment mit einem Snack-Regal sollen ausgeweitet werden, wie Sprecherin Carina Loose mitteilt.

Aus dem geplanten Neubau ergebe sich eine Reihe von städtebaulichen Fragestellungen, so die Verwaltung. So seien insbesondere die Auswirkungen auf die Verkehrssituation, den ruhenden Verkehr, die Gestaltung der Fassadenrückseite sowie die Auswirkungen auf die gegenüberliegende Seite des Kirchhellener Rings zu beachten.

„Eine zusätzliche Ausweitung des zentralen Versorgungsbereiches ist daher im Einzelhandelskonzept nicht berücksichtigt“, heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung. Erst wenn die städtebaulichen Fragen geklärt seien, sei eine Erweiterung des zentralen Versorgungsbereichs möglich.

Was wird aus dem Festplatz?

Sorgen, dass der Ortskern zwischenzeitlich ohne Discounter dastehen könnte, muss sich niemand machen. „Die alte Filiale an der Hauptstraße wird erst geschlossen und abgerissen, wenn der Neubau am Kirchhellener Ring eröffnet wurde“, sagt Aldi-Sprecherin Loose. Auch die an der Hauptstaße befindlichen Büros und Praxen blieben erhalten.

Derweil machen sich viele Kirchhellener ganz andere Sorgen. So entbrannte in einer lokalen Facebook-Gruppe eine emotionale Diskussion über die Pläne des Discounters. Dabei galt die größte Sorge der Diskussionsteilnehmer dem Festplatz. „Schützen- und Brezelfest im Ort ‚ade‘“, kommentierte ein Kirchhellener. „Die rücksichtslose Bebauung auf Kosten der Allgemeinheit und der Tradition im Dorf geht weiter.“ „Das Schützen- und Brezelfest hat im Dorfkern zu bleiben, alles andere hat sich dem unterzuordnen“, so ein weiterer Kommentar.

„Wir sind da im Boot, können aber noch nicht darüber sprechen“, sagt dazu Stefan Janinhoff, Geschäftsführer der Brezelgesellschaft. Erst in den nächsten Tage wolle er sich im Detail zu dem Thema äußern. Nur soviel: Zwar sei der Festplatz von den Plänen betroffen, solle aber erhalten bleiben. Ein Umzug des Brezelfestes sei nicht geplant.

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