Der Freiraum in Grafenwald hat kleine Tüten für die Kinder gepackt, die normalerweise immer in die Einrichtung der Evangelischen Kirchengemeinde Bottrop kommen. © privat
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Freiraum Grafenwald: Fehlende Perspektive ist Belastungsprobe

Seit über drei Monaten ist die Kinder- und Jugendeinrichtung Freiraum in Grafenwald geschlossen. Nicht an allen Kindern geht das spurlos vorbei, erzählt Leiterin Britta Vollnhals.

Wir haben gerade keinen besonderen Optimismus, was eine baldige Öffnung unserer Einrichtung angeht“, sagt Britta Vollnhals. Sie leitet seit fast zwei Jahren die Kinder- und Jugendeinrichtung Freiraum der Evangelischen Kirchengemeinde in Grafenwald. Die aktuelle Situation rund um die Corona-Pandemie empfindet sie als „sehr belastend“.

Seit November des vergangenen Jahres sind die Türen des Freiraums in Grafenwald verschlossen. Damals hatte die Stadt Bottrop aufgrund steigender Corona-Fallzahlen ihre eigenen Jugendeinrichtungen geschlossen und die Evangelische Kirchengemeinde hatte nachgezogen. Damals sollte die Schließung nur für einen Monat gelten – bis jetzt sind daraus schon mehr als drei geworden. Ein Ende ist nicht absehbar.

Unklar, ob es im Freiraum in Grafenwald Ferienspaß geben wird

Genau das ist, was Britta Vollnhals zu schaffen macht: „Es gibt keine Perspektive momentan, man kann nichts planen.“ So sei sie zum Beispiel unsicher, ob sie ein Ferienspaß-Programm für die Osterferien planen solle. Klar sei jedoch: „Sobald wir dürfen, legen wir sofort wieder los!“

Britta Vollnhals leitet den Freiraum in Grafenwald.
Britta Vollnhals leitet den Freiraum in Grafenwald. Sie versucht, trotz Corona mit den Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu bleiben. © Manuela Hollstegge (A) © Manuela Hollstegge (A)

Denn für die Sozialarbeiterin, die auch an der Grundschule in Grafenwald im Einsatz ist, ist auch klar, dass die Schließung sowie der Lockdown Spuren bei den Kindern hinterlassen werden. „Bei manchen klappt das Lernen zu Hause zum Beispiel sehr gut, andere sind total unmotiviert und machen kaum was“, erzählt sie.

Um den rund 15 Kindern, die ansonsten regelmäßig den Freiraum besuchen, eine kleine Freude zu bereiten, hat sie kleine Tüten zum Abholen gepackt. Darin finden sich Materialien und Anleitung, um einen Makramee-Schlüsselanhänger zu basteln. Zu festgelegten Zeiten konnten sich die Kinder am Montag (22. Februar) die Tüten am Freiraum abholen.

Die Aktion sei ein voller Erfolg gewesen, freut sich Vollnhals. Zudem habe sie die Gelegenheit gehabt, ein bisschen mit den Kindern ins Gespräch zu kommen. „Bei manchen war noch alles gut und sie waren fröhlich, andere haben kaum ein Wort raus bekommen und man hat gemerkt, dass sie traurig sind“, erzählt sie.

Weitere Projekte sind bereits in Planung

Die Frage, wann der Freiraum wieder öffnet, hätten jedoch fast alle gestellt. Viele Kinder könnten nicht richtig verstehen, warum sie nicht mehr kommen dürften. Um trotz Corona weiterhin in Kontakt zu bleiben, möchte die Sozialarbeiterin bald zu einer Online-Konferenz via Zoom einladen. Auch eine „Frühlingstüte“ mit einem Bastelprojekt ist schon in Planung.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge

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