Wer auf dem Kirchhellener Ring Richtung Hauptstraße unterwegs ist, hat an der Straße Am Schölsbach keine Vorfahrt mehr. Und niemand darf im sogenannten „Sichtdreieck“ parken oder halten. © Petra Berkenbusch
Tempo-30-Zone

Freie Sicht und Vorfahrt beim Einbiegen in den Kirchhellener Ring

Seit der Einführung von Tempo 30 am Kirchhellener Ring zwischen Haupt- und Hackfurthstraße gibt es mehr Halteverbote und neue Vorfahrtsregeln. Und unsichtbare „Sichtdreiecke“.

Während Tempo-30-Zonen von den meisten Anwohnern freudig begrüßt werden, trübt die Einrichtung von sogenannten „Sichtdreiecken“ an manchen Knotenpunkten die Stimmung, denn mit ihnen geht unter Umständen der Verlust von Stellplätzen einher.

Nach etlichen Beschwerden über solche absoluten Halteverbote prüft die Stadt Bottrop jetzt die Ausschilderungen noch einmal vor Ort und lichtet gegebenenfalls den Schilderwald. So geschehen nach Anwohnerbeschwerden an der Tannenstraße im Stadtteil Eigen.

Die Ausweisung zusätzlicher Tempo-30-Zonen ist ein Baustein des Klimaschutzteilkonzeptes Mobilität, an dessen Realisierung schon seit 2018 gearbeitet wird. Nach zahlreichen Abstimmungen, auch mit der Polizei und den Nahverkehrsunternehmen, und den finalen Beschlüssen in den politischen Gremien, hat eine beauftragte Firma Ende 2020/Anfang 2021 damit begonnen, die Maßnahmen umzusetzen.

Der Kirchhellener Ring soll „entschleunigt“ werden

Von den 14 Bottroper Straßen, auf denen die reduzierte Geschwindigkeit gelten soll, liegt nur eine im Kirchhellener Ortsgebiet: Der Kirchhellener Ring wurde zwischen Hackfurthstraße und Hauptstraße „entschleunigt“.

Überall da, wo das passiert, muss die Verwaltung die „Sichtdreiecke“ prüfen, also jenen Bereich, in dem ein Verkehrsteilnehmer freie Sicht haben muss, wenn er von einer untergeordneten in eine übergeordnete Straße einbiegen will. In einer 30er-Zone müssen die Schenkel dieses gedachten Dreieckes 30 Meter lang sein. Wo 50 km/h erlaubt sind, müssen es sogar 70 Meter sein, damit einbiegende Verkehrsteilnehmer eine Chance haben, Fahrzeuge auf der Vorrangstraße rechtzeitig zu erkennen. Parkende Fahrzeuge, Gartenzäune, Hecken oder ähnliches könnten die Straßenverkehrssicherheit gefährden.

Parken in den Einmüdungsbereichen wird nicht mehr geduldet

Ausdrücklich macht die Stadt deshalb darauf aufmerksam: „In Bereichen, wo das Gehwegparken auf Grund des hohen Parkdrucks geduldet wird, ist das zukünftig an den Einmündungsbereichen nicht mehr der Fall. Der Parkdruck, unter anderem in den vielen Wohnstraßen, darf nicht dazu führen, dass die Sicht nicht freigehalten wird.“

Kirchhellener Ring Tempo 30
Zwischen Hackfuhrtstraße und Hauptstraße wurde am Kirchhellener Ring eine Tempo-30-Zone eingerichtet. Das Tempolimit gilt auch in den Nebenstraßen. © Petra Berkenbusch © Petra Berkenbusch

Und das gelte nicht nur bei der Umsetzung der neuen Tempo-30-Zonen. Alle Kreuzungsbereiche der Stadt Bottrop müssen einer Prüfung standhalten, ob die Sichtdreiecke regelkonform freigehalten werden. Sollte das nicht der Fall sein, sei die Stadt Bottrop verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, damit die Sicht frei ist und es nicht zu vermeidbaren Unfällen kommt. Auch an den Einmündungen Papenheide und Am Schölsbach herrscht jetzt stellenweise absolutes Halteverbot, fallen einzelne Stellflächen am Straßenrand weg.

In Tempo-30-Zonen können sich übrigens auch die Vorfahrtregelungen ändern: Dort gilt grundsätzlich rechts vor links.

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Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
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Petra Berkenbusch

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