Die unfertigen Althoff-Arcaden (hinten l.), die Dauerbaustelle Hansazentrum (r.), viele Leerstände: Um die Bottroper Innenstadt zukunftstauglich zu machen, muss schnell viel passieren. © Petra Berkenbusch
Innenstadt-Umbau

Ein Masterplan soll die Tristesse der Bottroper Innenstadt „heilen“

Nach Corona soll für die Bottroper City eine neue Zeitrechnung beginnen. Bewährtes soll ausgebaut, Neues ohne Denkverbote diskutiert werden. Ein Bowlingcenter rückt in greifbare Nähe.

Die Bottroper Innenstadt hat es gerade nicht leicht: Das Hansazentrum steckt seit Jahren im Dauer-Umbau fest, die Althoff-Arkaden im ehemaligen Karstadt-Haus müssen sich nach dem Scheitern des Kaufhauses Moses neu erfinden, Bonita, Douglas und Christ haben der Hansastraße den Rücken gekehrt. Und dann noch Corona. Die Pandemie verstärkt die Tristesse.

An den Markttagen, mittwochs und samstags, blitzt ein bisschen von dem durch, was sein könnte in dieser Innenstadt, deren räumliche Voraussetzungen im Vergleich zu anderen Städten gar nicht so schlecht sind. Verwaltung und Politik wollen anknüpfen an die vorhandenen Stärken und sofort eine Innenstadtstrategie entwickeln. „Damit müssen wir jetzt schon beginnen“, erklärte Oberbürgermeister Bernd Tischler in einem Pressegespräch, „damit wir nach dem furchtbaren Lockdown sofort durchstarten können.“

Ambitioniertes Ziel: Leerstände senken und Besucherzahl erhöhen

Die Ziele sind sportlich: Bis 2023 sollen die Leerstände um 30 Prozent gesenkt und die durchschnittliche Besucherzahl um 30 Prozent gesteigert werden. Die Verbesserung des Wohn- und Versorgungsangebots soll die Kaufkraftbindung spürbar erhöhen. Sprich: Die Bottroper sollen ihr Geld möglichst in Bottrop ausgeben – zumindest einen großen Teil davon.

Gleichzeitig, so machten Hermann Hirschfelder (CDU/Vorsitzender Wirtschaftsförderungsausschuss) und Frank Beicht (SPD/Vorsitzender Planungausschuss) deutlich, müsse man allerdings akzeptieren, dass man nicht jedes leere Ladenlokal als Einzelhandelsstandort erhalten könne. Dinge neu denken, Trends aufgreifen, die Aufenthaltsqualität erhöhen und die City „schöner machen“ – dafür wollen Verwaltung und Politik möglichst viele Akteure an einen Tisch holen.

Den „Bottroper Weg“ sollen möglichst viele mitgehen

Die, die jetzt schon auf vielen Ebenen die Innenstadt im Blick haben und dort tätig sind, sollen mit Immobilienbesitzern, Investoren, Banken und Menschen mit guten Ideen vernetzt werden. Dafür wird eigens die „Geschäftsstelle Innenstadt“ gegründet mit einem(r) hauptamtlichen Zentrenmanager(in). Und gemeinsam, dafür wirbt der Oberbürgermeister, soll dann mal wieder ein „Bottroper Weg“ gefunden werden.

Oberbürgermeister Bernd Tischler © Berthold Fehmer (A) © Berthold Fehmer (A)

Und dort sollen möglichst nicht die „Miesmacher“ freie Fahrt haben, hofft Hermann Hirschfelder. Es sei längst nicht alles so schlecht in Bottrops City, wie es von vielen gemacht werde. Und unternehmerische Entscheidungen könnten von Politik und Verwaltung ebenso wenig beeinflusst werden, wie der Ausbruch einer Pandemie. Aber es gebe Lichtblicke.

Ein Lichtstreif am Horizont: Bowling im Hansazentrum

Dazu gehöre die Entwicklung des Hansazentrums, für die auch die Stadt sich mit der Aufstellung eines Sanierungsplans Hansaviertel gerade mächtig ins Zeug legt. Immerhin wurde gerade vor wenigen Tagen bekannt, dass das Unternehmen Brunswick für das geplante Bowlingcenter im Hansazentrum schon öffentlich einen Betreiber sucht. Und den lockt man mit einem modernen Bowling- und Entertainmentcenter im Zentrum von Bottrop, in dem „neben einem Multiplex-Kino weitere attraktive Ankermieter zur Seite stehen“ werden.

Die Wochenmärkte mittwochs und samstags, der Feierabendmarkt, die Idee für einen Erlebnismarkt am Samstagnachmittag in der Stadt, die Gastromeile an der Gladbecker Straße, die Rettung des Modehauses Mensing und viele andere Mut machende Mosaiksteinchen seien wichtige Eckpfeiler für den unausweichlichen Wandel der Innenstadt. Oberbürgermeister Tischler ist davon überzeugt, dass „die Innenstadt von morgen anders aussehen wird als die, die wir alle noch kennen.“

„Wir wollen eine attraktive Stadt für unsere Bürger“, wirbt Frank Beicht für den „Bottroper Weg“, getragen von der Hoffnung, dass die mit noch so viel gutem Willen nicht steuerbaren Einflüsse endlich mal einen Bogen um Bottrop machen.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
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Petra Berkenbusch

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