„Der Impfling“ auf dem Weg ins Bottroper Impfzentrum © Maria Dehling
Coronavirus

Doris Kahnert schmiedet nach dem ersten Impftermin bereits weitere Pläne

„Geschafft. Und das ging so schnell und alle waren so gut drauf.“ Die 81-jährige Doris Kahnert aus Kirchhellen strahlte nach ihrer Impfung. Jetzt plant sie schon nächste Unternehmungen.

Sonntagabend 17 Uhr: Sohn Rainer fährt mit Mutter Doris zum Bottroper Impfzentrum. Noch kurz einmal die Unterlagen prüfen: Impfausweis, Krankenkassenkarte, Bestätigungsschreiben und verordnete Medikamente – alles dabei.

Kurz nach 17 Uhr steigen Mutter und Sohn auf dem Parkplatz des Impfzentrums am Südring 79 aus und werden vom Sicherheitsdienst direkt einladend begrüßt. Vom ihm erfahren sie auch direkt, was sie als nächstes erwartet. Mutter Doris schnappt sich ihre Tasche.

„Wenn Mia das schafft, dann schaffe ich das auch“

In Vertretung von Sohn Rainer bittet sie, dass ich, die Autorin dieses Artikels, sie begleite und erhalte auch schon die Unterlagen von ihr.

Am Vortag hatte ihr Sohn Peter von seiner 94-jährigen Schwiegermutter erzählt, die schon am Tag nach der Impfung wieder Socken strickte. „Wenn Mia das schafft, dann schaffe ich das auch“, sagte Doris Kahnert voller Überzeugung. Natürlich hatte sie sich auch im Bekanntenkreis umgehört, auch keiner von ihnen hatte über Probleme nach der Impfung geklagt. Also, ab ins Vorzelt des Impfzentrums.

Hier wird die Temperatur gemessen, die Unterlagen und der Termin werden noch einmal gegengeprüft und schon geht´s weiter.

Doris Kahnert und Sohn Rainer bei der Abfahrt in Kirchhellen
Doris Kahnert und Sohn Rainer bei der Abfahrt in Kirchhellen © Maria Dehling © Maria Dehling

Zwei junge Soldaten vom Kasernenstandort Augustdorf bei Paderborn begrüßen uns freundlich und erzählen dem Impfling, was ihn gleich erwartet. Dann folgt ein kurzes Gespräch am Empfang. Auch hier werden die Unterlagen noch einmal geprüft. Dann geht’s in einen separaten Raum zum Aufklärungsgespräch. Eine Ärztin klärt hier noch einmal Vorerkrankungen und erkundigt sich nach den aktuell einzunehmenden Medikamenten. Doris Kahnert versichert noch einmal: „Auch nach der Grippeimpfung im Januar, das war meine erste im Leben, habe ich nichts gemerkt. Das wird jetzt auch so sein“, ist sie sicher.

Dann geht’s zum eigentlichen Pieks in den nächsten Raum. „Setzen Sie sich doch bitte, es reicht, wenn Sie den Ärmel des Pullovers einfach hochkrempeln. Kurz die Einstichstelle desinfizieren. Ja, und das war es auch schon“, beruhigt die junge Dame bei der Impfung. „30 Minuten bleiben Sie jetzt noch bitte zur Beobachtung bei uns. Mein Kollege nimmt Sie nimmt in den Wartebereich.“

Hier sind Stuhlreihen mit großem Abstand aufgestellt, Fernsehmonitore sollen für Abwechslung sorgen und die Wartezeit verkürzen. Für uns zwei vergeht die Zeit riesig schnell: Doris Kahnert überlegt ein neues Auto zu kaufen, ihr alter Audi gibt nach 24 Jahren den Geist auf. Und sie sehnt das Ende des Lockdowns endlich so sehr herbei.

„Wir müssen noch viele Geburtstage nachholen und jeder wird in unserem Freundeskreis mit einem gemeinsamen Mittagessen gefeiert. Auch wollen wir endlich wieder zusammen im Dorf frühstücken.“ Und dann ihr Kirchendienst in der evangelischen Gemeinde. 34 Jahre ist sie dort im Einsatz und das sollte, wenn möglich, so weitergehen.

Viele Pläne für die Zeit nach dem Lockdown

Das Kaffeekochen für die Seniorennachmittage, die Vorbereitungen für die Gottesdienste – es fehlt ihr. Und schon sind die 30 Minuten um. Wir verlassen das Impfzentrum, draußen wartet Sohn Rainer. „Du, Rainer, es war gar nicht schlimm, und alles ging so schnell. Die sind gut organisiert, wir mussten nirgendwo warten“, resümiert Doris Kahnert und ab geht´s nach Kirchhellen. Ihren Folgetermin hat sie am 19. März. Die kurze Nachfrage am Tag darauf: „Alles bestens, ich habe gut geschlafen. Mir geht es gut.“

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