Die Bullemänner kommen mit neuem Programm - Es geht auch um Sex

dzInterview

Das mitterweile 16. Programm bringen die Bullemänner mit Muffensausen auf die Bühne. Sie treten gerne auf dem Land auf. Augustin Upmann spricht mit uns darüber, warum das so ist.

Kirchhellen

, 15.01.2020, 14:33 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Bullemänner hatten 1994 ihre große Geburtsstunde. Seitdem sind 25 Jahre vergangen und gestritten haben sich die Kabarettisten Augustin Upmann und Heinz Weißenberg seither so gut wie nicht. Vielleicht liegt das daran, dass sie sich seit ihrer Kindheit in Selm kennen.

Im Jahr 2008 wurde aus dem Duo ein Trio. Svetlana Svoroba ist Pianistin und begleitet die beiden Kabarettisten auf der Bühne. Doch nicht nur das. Sogar eigene Sketche bekommt der „Neuzugang“ der Bullemänner.

Wie kommt man auf den Namen Bullemänner?
Das war das Gespenst aus unserer Kindheit, das uns Angst gemacht hat. Früher wurde das zur Erziehung benutzt, nach dem Motto: Wenn ihr nicht artig seid, dann kommt der Bullemann aus dem Keller. Das ist auch ein Teil unseres Programms ‚Muffensausen‘, denn die Welt ist voll mit Bullemännern. Denken wir nur mal an aktuelle Beispiele wie Donald Trump oder den türkischen Präsidenten Erdoğan.

Sie haben ja das neue Programm bereits angesprochen. Wie würden Sie das beschreiben? Ist es sehr politisch angehaucht? Könnte man ja meinen, nach Ihrer letzten Aussage.

Teils, teils. Eigentlich gucken wir immer, was für Themen vor der eigenen Haustür ankommen. Da hätten wir im letzten Programm (Schmacht) zum Beispiel das Thema Zuwanderung gehabt. Das Grundprinzip ist aber, dass die ganze Welt sich in der Dorfpfütze widerspiegelt.

Jetzt war beispielsweise in der Familie auch die AfD ein Thema. Aber im Programm gibt es auch allerhand an Quatsch und Unfug, eben mitten aus dem Leben. Da sind viele Farben des Lebens drin, wie Alltag, Mann und Frau, Sex und natürlich politische Themen, die sich dann meist auch lokal wiederfinden lassen. In der ersten Viertelstunde reiten wir durch aktuelle Themen, wie zum Beispiel das Thema Wolf. Da gehen die Meinungen ja auch auseinander.

Sie kommen aus Selm, das ist eine ländliche Gegend. Was halten Sie persönlich von den ganzen Bauernprotesten, die zurzeit stattfinden?
Im Grunde sind sie Spielball der Agrarindustrie und die zerreibt die Familienbetriebe. Dass die Bauern sauer sind, kann ich verstehen, aber ein Wandel ist trotzdem nötig, gerade, was das Klima angeht.

Findet das Thema auch im Programm Muffensausen seinen Platz?

Ja, tatsächlich gibt es da einen ganz guten Witz: Da wird einer gefragt, warum die Kartoffeln denn so klein sind. Antwortet der andere: Das ist keine Kartoffel, das ist Mais. Und: Die Bauern haben eine neue Berufskrankheit: die Staublunge. Außerdem wird der Ärztemangel auf dem Land ein Thema. Die Landesregierung will den Weg für Quereinsteiger frei machen. Eine abgeschlossene Metzgerlehre reicht.

Kommen Sie selbst von einem Bauernhof?

Heinz kommt von einem kleinen Kotten in Ondrup, das liegt zwischen Selm und Südkirchen. Mein Vater kam vom Hof und wurde Landtierarzt.

Für Landeier ist ja die Heimat etwas sehr Wichtiges. Ist das auch ein großes Thema für Sie?
Das Thema Heimat ist zurzeit sehr groß und das überall - egal, ob in der Presse oder in der Politik. Bei uns sagt man, Heimat ist da, wo meine Rechnungen ankommen. Meine Tochter hat eine etwas modernere Definition dafür: Heimat ist wo mein Internet ist.

Die Bullemänner kommen mit neuem Programm - Es geht auch um Sex

Mit bekanntem westfälischen Humor möchten die Kabarettisten Augustin Upmann und Heinz Weißenberg das Publikum wieder begeistern. © Foto Andreas Hofmann

Sie treten am Freitag, 17. Januar, wieder in Kirchhellen auf, das ist auch eher ländlich. Unterscheidet sich ein Auftritt dort von Auftritten in größeren Städten?
Wir treten in Kirchhellen schon seit 20 Jahren auf und es ist immer schön. Da kommen mehrere Generationen zusammen, es wird gelacht und die Leute sind locker. In größeren Städten ist alles immer etwas steifer. Wir kommen gern nach Kirchhellen, das Publikum da ist aufgeschlossen, im positiven Sinne.

Was glauben Sie, woran liegt es, dass das Publikum auf dem Land etwas lockerer ist?
Das ist meistens eine Dorfgemeinschaft. Da trifft ländlich auf Ruhrgebiet, genau wie in Selm zum Beispiel auch. Die Leute, die dahin kommen, bilden einen Querschnitt der Gesellschaft.

Zu guter Letzt: Das neue Jahr ist noch jung. Haben Sie sich gute Vorsätze gefasst, oder haben sie die schon wieder verworfen?
Genusstrinken und ich mache eine lange Fastenzeit bis Ostern.

Nicht, dass Sie es übertreiben und vor Schwäche von der Bühne fallen.
Eher unwahrscheinlich. Ich habe noch ein paar Reserven von Weihnachten.


Karten
Wer am 17. Januar beim Auftritt im Brauhaus am Ring in Kirchhellen noch dabei sein möchte, der hat gute Chancen, denn es gibt noch Restkarten zu kaufen. Die Kosten pro Karte betragen 24 Euro. Los geht’s um 20 Uhr. Brauhaus am Ring Kirchhellener Ring 80 - 82 46244 Bottrop - Kirchhellen Tel. 02045/959000
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