Berthold van Oepen - alias Prinz Paule - möchte endlich wieder auf die Bühne. Er kann sich gerade jedoch nicht vorstellen, dass das irgendwann mal wieder so unbeschwert möglich sein wird wie vor Corona. © Jana Kolbe (A)
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Der Wöller Prinz Paule will wieder auf die Bühne

Für den Grafenwälder Berthold van Oepen ist es schwer, nicht auf der Bühne stehen zu können. Er ist sich nicht sicher, ob es jemals wieder unbeschwerte Veranstaltungen geben wird.

Schnee, Eis, Kälte – eigentlich hätte in diesen Tagen auf dem Hans-Söller-Platz in Grafenwald das Festzelt für die große Karnevalssause aufgebaut werden sollen. Beim Blick aus dem Fenster ist Berthold van Oepen schon fast froh, dass die Kleine Karnevalsgesellschaft Grafenwald (2K2G) bereits im Juli vergangenen Jahres eben diese Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie abgesagt hat. Trotzdem ist dem selbst ernannten Prinz Paule das Herz schwer.

„Die Bühne fehlt mir total“, sagt er. Denn er steht nicht nur einmal im Jahr beim Grafenwälder Karneval darauf, sondern auch mehrmals im Jahr als Prinz Paule bei Paules Nacht. Er sei zwar froh, dass Comedy nur ein Hobby und er finanziell nicht aufs Auftreten angewiesen sei, aber hart sei die aktuelle Zeit trotzdem. Besonders das Unplanbare sei schwer zu verkraften.

„Normalerweise komme ich oft von der Arbeit nach Hause, setze mich an den Schreibtisch und schreibe was für die Bühne. Aktuell komme ich nach Hause und denke mir, wofür sollte ich was schreiben?“, erzählt van Oepen. Auch seine Frau Claudia sorge gerade nicht für bessere Stimmung, denn auch sie wäre ohne Corona aktuell eigentlich mit der Organisation des KFD-Karnevals im Pfarrheim beschäftigt.

Um auf bessere Gedanken zu kommen, trifft sich Berthold van Oepen regelmäßig mit Sänger-Kollege Dirk Bier von der gemeinsamen Band „Bierlaune“. „Erst haben wir uns nur gegenseitig unser Leid geklagt, jetzt wollen wir aber auch wieder zusammen Musik machen, einfach um drin zu bleiben“, so van Oepen.

Lichtblick könnte Veranstaltung im Hof Jünger sein

So ganz hat er die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass er bei „Paules Nacht im Hof“ am 24. April im Hof Jünger gemeinsam mit der Band „Mintgrün“ sowie dem Chor der „Acht Abgerichteten“ wieder auf der Bühne stehen darf. „Die Bands dürfen jedoch aktuell nicht gemeinsam proben, daher könnte es schwierig werden“, so van Oepen.

Er macht sich auch bereits Gedanken über die Zeit nach Corona und ist sich nicht sicher, ob Veranstaltungen wie die große Grafenwälder Karnevalssause wieder genau so möglich sein werden wie vorher: „Aktuell ist das unvorstellbar. Alleine, wenn ich an die ganzen Aerosole denke, die durch die Heizanlage durch das Zelt gepustet würden…“. Hinzu käme, dass das 2K2G-Team nicht jünger werde und nicht klar sei, wie lange alle noch bereit seien, den Stress rund um die Karnevalsparty mitzumachen.

Trotzdem hat Prinz Paule einen Text verfasst, in dem er von der großen Sause träumt. „Ich schließe die Augen und eine wohlige Wärme breitet sich unter meinem Leopardenmantel aus. Dann gehen der Scheinwerfer an, die Gäste stehen tanzend und klatschend Spalier und wir marschieren ein“, schreibt er. Doch dann weckt ihn leider seine Frau mit den Worten, dass er schon wieder in seinem Leopardenmantel eingeschlafen sei und zu spät zur Arbeit komme…

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge

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