Der kleine Bergmann bringt Grillgewürze auf den Markt

dzGeschäftsidee

Marc Bergermann und Roland Kabitzke verkaufen zwei Grillgewürze exklusiv aus dem Pott. Mit einem besonderen Namen sollen sie die Bergbautradition aufrechterhalten.

Kirchhellen

, 20.09.2018, 04:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Marc Bergermann und Roland Kabitzke grillen gerne. Und das nicht nur einmal im Monat, wenn die Sonne scheint, sondern mindestens einmal pro Woche. „Manchmal grillen wir auch fünfmal die Woche“, sagt Roland Kabitzke.

Am liebsten grillen sie gemeinsam mit der Grillgruppe „Bauer Bu und seine Grillfreunde“ auf dem Bauernhof Sagel in Kirchhellen. Auch beim Grillfest in Kirchhellen waren die beiden mit dabei.

Sie grillen zu jeder Jahreszeit

Sie grillen zu jeder Jahreszeit, sogar im Winter. „Eine ‚Grillsaison‘ gibt es für mich nicht“, sagt Kabitzke. „Im Winter grillt man dann vielleicht kein Schwein, sondern eher Wild. Auch das Nachtischgrillen ist toll zur kalten Jahreszeit. Da gibt es dann gegrillte Erdbeeren mit Marshmallows, Tonkabohne und Minze.“

Jetzt haben die beiden sogar zwei Grillgewürze auf den Markt gebracht, die an die Bergbautradition im Pott erinnern sollen und viele Grillabende verfeinern dürften: die Basisgewürzmischung „St. Barbara“ und die Fischwürzmischung „Wetterwirtschaft“. Die Gewürze gibt es online und in vielen Geschäften im Ruhrgebiet und in der näheren Umgebung zu kaufen.

„St. Barbara ist ein Allround-Gewürz, das perfekt zu Steaks, Hähnchen und Pulled Pork passt. Ich habe aber auch schon von Leuten gehört, die es für Thunfisch und auch für Gemüse verwendet haben“, sagt Bergermann. Drin enthalten sind Meersalz, Rohrzucker, Knoblauch, Paprika, Kreuzkümmel, Zwiebel, Chili, Pfeffer und Senfmehl.

Mit dem Fischgewürz hat Kabitzke auch schon sein Omelett gewürzt

Das zweite Gewürz „Wetterwirtschaft“ ist erst seit drei Wochen auf dem Markt und besonders für Fisch und Gemüse geeignet. „Es gibt hier aber keine klaren Regeln. Beim Grillen kann man kreativ sein und sich ausprobieren. Ich habe mit dem Fischgewürz auch schon Hähnchen und mein Omelett beim Frühstück gewürzt“, sagt Marc Bergermann. Bei diesem Gewürz stehen Dill, Zitronenschale und Ingwer im Vordergrund neben Meersalz, Rohrzucker, Rosmarin, Zwiebel, Pfeffer, Schnittlauch, Knoblauch und Salbei.

Die Gewürzmischung „Wetterwirtschaft“ eignet sich besonders für Fisch und Gemüse.

Die Gewürzmischung „Wetterwirtschaft“ eignet sich besonders für Fisch und Gemüse. © Alina Meyer

„Wir haben nur Bio-Zutaten für die Gewürze verwendet. Das steht nur noch nicht auf der Verpackung drauf, weil wir noch nicht zertifiziert sind“, sagt der 41-jährige Marc Bergermann. Die Gewürze sollten aber nicht nur schmecken, sondern auch ansprechend aussehen. „Das Logo hat ein Grafiker für uns gestaltet“, sagt Bergermann. Es besteht aus einer Kohlestruktur und Piktogrammen, die bildlich beschreiben, für welches Fleisch das Gewürz geeignet ist.

Mit den Gewürzen soll die Bergbautradition aufrechterhalten werden

„Unsere Gewürze sind nach Begriffen aus dem Bergbau benannt, weil wir hier aus einer Bergbauregion kommen und die Sprache aus dem Bergbau am Leben erhalten wollen. Das wollen wir auch unseren Kunden mitgeben“, sagt Bergermann.

Die beiden Grillfreunde kennen sich übrigens von der Arbeit. Marc Bergermann aus Kirchhellen ist IT-Berater beim MAN-Konzern und arbeitet bei MAN Energy Solutions SE in Oberhausen-Sterkrade. Roland Kabitzke arbeitet im gleichen Unternehmen im Bereich Personalentwicklung.

„Wir waren nie unter Tage, kennen aber trotzdem Tausende Geschichten und Anekdoten von den Vätern, Tanten und Onkeln, die im Bergbau tätig waren. Deshalb haben wir uns ‚Der kleine Bergmann‘ genannt“, sagt Roland Kabitzke. „Wir sind also die Nachkommen - der kleine Bergmann -, der andächtig den Geschichten lauscht und die Tradition weitertragen möchte. Auch wir identifizieren uns mit dem Bergbau. Die Kohle hat damals die Menschen zusammengeführt und uns auch - nur eben mit der Grillkohle.“ Dass Bergermanns Nachname dem Firmennamen ähnelt, sei übrigens purer Zufall.

Die Kunden lernen alte Begriffe aus dem Bergbau kennen

Die Kunden bekommen mit den Gewürzen ein Stück Kulturgut mit und erfahren in einen Vermerk auf der Tüte, dass es sich bei St. Barbara um die Schutzpatronin der Bergleute handelt. Als „Wetterwirtschaft“ wird die Frischluftversorgung unter Tage bezeichnet.

Roland Kabitze testet das Grillgewürz „St. Barbara“ auf der Hand.

Roland Kabitze testet das Grillgewürz „St. Barbara“ auf der Hand. © Alina Meyer

Auf der Rückseite der Verpackung unter der Frage „Für wat?“ steht genauer beschrieben, wofür das Gewürz geeignet ist und auch, wie sich eine Marinade zubereiten lässt. „St. Barbara“ ist in einer 200-Gramm-Tüte abgefüllt. Fünf Lagen Rippchen könne man damit in etwa marinieren. „Wir wollen aber bald auch eine großzügige 750-Gramm-Packung auf den Markt bringen.“ Das Gewürz Wetterwirtschaft gibt es bislang in einer 100-Gramm-Packung. Davon brauche man beim Würzen nicht so viel.

Gäste durften die Gewürze bei einer Verköstigung probieren

Bei einer Verköstigung in Roland Kabitzkes Vorgarten konnten Freunde und Nachbarn vorbeischauen und die neuen Gewürze an Lachs, Würstchen, Kartoffeln und Crème fraîche probieren. „Für Fischliebhaber ist das Gewürz ‚Wetterwirtschaft‘ eine tolle Sache. Hier kann man besonders den Dill gut herausschmecken“, lobte bei dieser Gelegenheit etwa Testerin Swenja Bellinghausen aus Kirchhellen.

Marc Bergermann und Roland Kabitze grillen für ihr Leben gern und haben nun zwei Grillgewürze auf den Markt gebracht.

Marc Bergermann und Roland Kabitze grillen für ihr Leben gern und haben nun zwei Grillgewürze auf den Markt gebracht. © Alina Meyer

Bis die zwei Grillfreunde ihr erstes Stück Fleisch mit dem eigenen Gewürz verspeisen konnten, hat es etwa ein Jahr gedauert. „Wir haben natürlich viel ausgetestet, immer wieder neu gemischt, gegrillt und probiert, bis die Mischung dann so war, wie wir sie uns vorgestellt haben“, sagt Marc Bergermann. Gemischt wurden die Zutaten bei einem Lohnabfüller in Würzburg. „Der hat sich auch um die rechtlichen Dinge und Angaben wie Allergene gekümmert, die auf der Verpackung stehen müssen.“

Die beiden haben noch viel vor: „Wir haben noch mindestens drei weitere Gewürze geplant. Im Frühjahr wird es etwas Süßes geben“, kündigt Roland Kabitzke an.

Online sind Wetterwirtschaft und St. Barbara bei Amazon und in ausgewählten Geschäften erhältlich. Dazu gehört mittlerweile Edeka Honsel in Dorsten, Edeka May in Gladbeck, Edeka Gerdes in Oberhausen, die Fleischerei Abbenhaus in Gladbeck, das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum, ein Grillgeschäft in Duisburg und ein Ruhrgebietsladen mit drei Filialen. Ab Oktober kann man die Gewürze zusätzlich bei Edeka Zierles in Oer-Erkenschwick kaufen. Ziel ist es, in allen Städten im Kreis Recklinghausen vertreten zu sein.
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