So kennen die meisten den Kirchhellener Klaus Lange - als Spaßmacher Clown Ugolino. Doch die Corona-Pandemie setzt dem 62-Jährigen ordentlich zu. © Archiv
Coronavirus

Clown Ugolino: „Finanziell bin ich am Limit!“

Der Kirchhellener Klaus Lange, alias Clown Ugolino, hat ein hartes Jahr hinter sich. Kaum Auftritte, geringe Einnahmen, wenig Applaus. Die Stadt Bottrop hätte mehr tun können, findet er.

Strahlende Augen, Kinderlachen, Applaus – all das vermisst der Kirchhellener Klaus Lange. Den meisten dürfte er als Clown Ugolino bekannt sein. Den 62-Jährigen trifft die Corona-Pandemie auch finanziell hart. Er hätte sich von der Stadt Bottrop mehr Unterstützung gewünscht.

„Finanziell bin ich am Limit“, sagt Lange. Er lebt vom Kindertheater, doch Auftritte sind seit Monaten so gut wie unmöglich. Im vergangenen Dezember hatte er einen Auftritt, im Dezember 2019 waren es noch 20. „Glücklicherweise habe ich eine Frau, die Geld verdient und das Jahr 2019 war für mich ein gutes Jahr, aber irgendwann sind die Reserven auch aufgebraucht“, erzählt der Kirchhellener.

Von der im vergangenen Sommer versprochenen Soforthilfe für Künstler in Höhe von 9.000 Euro sind ihm am Ende nach Abrechnung und Rückzahlung 2.000 Euro geblieben. „Dann kam noch mal ein bisschen was im Herbst, aber ansonsten ist man auf sich gestellt“, so Klaus Lange. Hinzu käme, dass man für die Anträge zumindest im vergangenen Jahr einen Steuerberater habe engagieren müssen, der natürlich auch bezahlt werden wollte.

Ein bisschen enttäuscht ist der 62-Jährige auch von der Stadt Bottrop. Andere Städte hatten die durch Verstöße gegen die Corona-Auflagen eingenommenen Bußgelder an Künstler gespendet, in Bottrop sei ein solcher Antrag gescheitert. Auch andere Möglichkeiten, Künstler zu unterstützen – wie beispielsweise kleine Open-Air- oder Hinterhof-Konzerte – seien in Bottrop nicht genutzt worden. „Aus Bottrop kommt da irgendwie nix. Da bin ich schon ein bisschen traurig drüber.“

Kirchhellener darf wieder in Kitas auftreten

In den nächsten Wochen kann Klaus Lange immerhin wieder einige wenige Kinder zum Lachen bringen: Mehrere Auftritte in Kitas stehen für ihn an. Dort darf er in den einzelnen Gruppen der Einrichtung auftreten. Für ihn bedeutet das aber auch: Mehrere Auftritte für das gleiche Honorar.

„Ich freue mich wirklich darauf, aber in so kleinen Gruppen aufzutreten, ist oft anstrengender als vor 50 oder 60 Kindern, da die Eigendynamik fehlt“, so Lange. Hinzu kommt, dass es auch immer sein kann, dass er kein Honorar bekommt. Denn für ihn ist es selbstverständlich, dass die Einrichtungen kostenlos stornieren können, wenn aufgrund von Corona kein Auftritt stattfinden kann.

Lange, der seit 1988 als Clown Ugolino unterwegs ist, versucht, sich in der Zeit ohne Auftritte irgendwie anders sinnvoll zu beschäftigen: „Die Wohnung ist frisch tapeziert und ich schreibe an einem neuen Bühnenprogram.“ Auch mit seinen Enkelkindern verbringt er gerne Zeit – aber all das ersetze natürlich keinen Auftritt. Auch seine VHS-Theater- und Gitarrenkurse pausieren momentan. Wann und wie es weitergeht, ist für ihn nicht absehbar. „Das ist das große Problem, das die ganze Sache noch schwieriger macht“, sagt er.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge

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