CDU stellt Jugendhaus infrage

Diskussion neu entbrannt

Braucht Kirchhellen ein neues Jugendhaus? Eigentlich steckten die Mitglieder der Bezirksvertretung am Dienstag mitten in der Haushaltsberatung, doch schnell ging es aufgrund eines Einwandes der SPD um grundsätzliche Fragen.

Kirchhellen

, 09.11.2016, 16:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
CDU stellt Jugendhaus infrage

In einem überarbeiteten Konzept stellt jetzt der Fachbereich Jugend und Schule vor, wie das Jugendhaus am ehemaligen Spargelhof Beckmann aussehen könnte.

Die Fraktion vermisste im Haushaltsentwurf die im Jugendhilfeausschuss vereinbarte Einstellung von 140 000 Euro für den Bau und die Planung eines neuen Jugendhauses am ehemaligen Spargelhof Beckmann (wir berichteten). Bernhard Steinmann (CDU) favorisierte weiterhin den von seiner Partei schon öfter ins Gespräch gebrachten Standort an der Bezirksvertretung.

Und er ging noch weiter: „Bevor man Millionen verbrennt, sollte man erst einmal prüfen, ob ein neues Jugendhaus überhaupt sinnvoll ist“, sagte er. Für ihn gebe es wichtigere Probleme, wie beispielsweise die desolate Situation der Bezirkssportanlage. Dort werde das Geld dringender gebraucht. Rückendeckung bekam er dabei von Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder: „Ich bin da sehr zwiegespalten. Wenn wir uns um die Sporthallen kümmern, tun wir ja auch etwas für unsere Jugend.“

Jugendliche auffangen

„Nicht alle Jugendlichen werden durch Sportvereine abgefangen. Genau für diese brauchen wir eine offene Jugendarbeit, damit sie nicht weiter einfach nur rumgammeln“, warf Willi Kaminski (SPD) ein. Und auch Sigrid Lange (Grüne) mahnte: „Der Bedarf für eine Jugendeinrichtung ist da, denn die Villa Körner ist abgängig.“ Für sie sei der ehemalige Spargelhof Beckmann als Standort dafür gesetzt.

Das sah Willi Stratmann (SPD) ähnlich: „Die Anwohner an der Bezirksvertretung wehren sich schon mit einer Unterschriftenliste gegen die Einrichtung eines Jugendhauses. Die, die in das Neubaugebiet rund um den Hof Beckmann gezogen sind, wussten, dass dort eventuell ein Jugendhaus hinkommt.“

Mehr Weitblick gewünscht

Mit sieben zu fünf Stimmen wurde der Antrag der SPD, die 140 000 Euro in den Haushalt 2017 einzubringen, abgelehnt. „Es geht um sehr viel Geld und ich wünsche mir da ein bisschen mehr Weitblick. Wir sollten mit den Geldern des Bezirks sorgfältig umgehen“, erklärte Ludger Schnieder zum Abschluss der Diskussion. Bei der eigentlichen Entscheidung sei man jedoch außen vor – die liege alleine beim Jugendhilfeausschuss. Die Bezirksvertreter könnten mit ihrem Votum nur mahnende Worte zu Protokoll geben. 

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