Die Stadt Bottrop möchte auch in Zukunft die Installation von Photovoltaikanlagen vor Ort fördern. © picture alliance / dpa
Photovoltaik

Bottrop möchte Energiewende mit Fördermitteln vorantreiben

Die Stadt Bottrop möchte die Installation von Photovoltaikanlagen weiter fördern und plant, den städtischen Stromverbrauch mit Einzahlungen in einen Fördertopf zu kompensieren.

In Kirchhellen wird so viel Strom produziert, wie verbraucht wird. Der Ortsteil ist also autark. Das könnte vor allem daran liegen, dass es dort viele Ein- und Zweifamilienhäuser gibt, auf denen sich Photovoltaikanlagen einfacher anbringen lassen als auf Mietshäusern. Um die Installation solcher Anlagen in ganz Bottrop zu fördern, hat die Stadt Bottrop 2019 die Solaroffensive gestartet. Eine erste Bilanz liegt nun vor.

Im vergangenen Jahr hat Bottrop den Klimanotstand ausgerufen. Den Kommunen kommt bei der Energiewende und in Sachen Klimaschutz eine zentrale Bedeutung zu, darauf weist das Klimaschutzgesetz des Landes NRW noch einmal eindrücklich hin. 2019 rief Bottrop daher die Solaroffensive ins Leben, um einen zusätzlichen Anreiz zur Einrichtung von Photovoltaikanlagen zu schaffen.

Mit dem Förderprogramm konnte für über 100 Anlagen – 50 in 2019 und 52 in 2020 – eine Starthilfe gegeben werden, bilanziert der Fachbereich Umwelt und Grün in einem aktuellen Bericht. Dort heißt es auch, dass beim Bau einer Photovoltaikanlage oft auch Sanierungsmaßnahmen am Gebäude durchgeführt würden. Damit erzeuge man „zusätzliche Wirtschaftseffekte in Bottrop und dem direkten Umfeld“.

Die Stromerzeugung durch Sonnenlicht habe seit Jahren eine hohe Akzeptanz unter den Bottroper Bürgern und überzeuge außerdem durch vergleichsweise geringe Kosten und eine sichere und zuverlässige Technik. Daher hat die Stadt im Doppelhaushalt 2020/2021 für beide Jahre eine Fördersumme von 30.000 Euro für die Solaroffensive eingeplant.

Stadt erzeugt verbrauchten Strom nicht selbst

Die Stadt erzeugt indes ihren jährlich verbrauchten Strom nicht selbst. Für Photovoltaikanlagen geeignete Dächer wurden in der Vergangenheit verpachtet, da dies damals die wirtschaftlichere Alternative war. Um trotzdem nachhaltig zu bleiben, möchte die Stadt den verbrauchten Strom mit Zuschüssen in den Ausbau Erneuerbarer Energien vor Ort kompensieren.

Der Rat der Stadt entscheidet im Februar darüber, ob für 2021 eine Relation mit dem Normalstromverbrauch in den öffentlichen Gebäuden hergestellt wird. Für jede verbrauchte Megawattstunde sollen 4,58 Euro in den Fördertopf für „Neue Erneuerbare Energien für Bottrop“ fließen. In den vergangenen sechs Jahren sind nach Angaben der Verwaltung durchschnittlich 6.612 Megawattstunden in diesen Gebäuden verbraucht worden. 2019 lag der Verbrauch rund 1 Prozent unter diesem Durchschnitt und knapp 1,5 Prozent unter dem von 2018. Damit die Förderung nicht weniger wird, schlägt der Fachbereich Umwelt und Grün vor, dass der Betrag für die Neuinvestitionen je Megawattstunde längerfristig anwachsen sollte.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge
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