Blühpaten gesucht: Kirchhellener Landwirt plant Bienenparadies in Bottrop

Aktion Bienenglück

Insektenschutz liegt Rudolf Askemper am Herzen. Statt Mais will der Kirchhellener Landwirt Wildkräuter und Kulturplanzen aussäen. Für seine Aktion „Bienenglück“ sucht er Paten.

Kirchhellen

, 23.03.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Blühpaten gesucht: Kirchhellener Landwirt plant Bienenparadies in Bottrop

Noch hocken Rudolf Askemper und Enkelin Nina (4) im Gras. Schon bald soll sich die 2,5 Hektar große Ackerfläche des Landwirts in ein blühendes Biotop verwandeln - wenn sich genug Paten finden. © Robert Wojtasik

Über Insektenschutz könnte Rudolf Askemper stundenlang reden. Das Thema liegt dem Landwirt aus Kirchhellen am Herzen. Mit Streuobstwiesen und Blühstreifen an den eigenen Ackerflächen setzt sich der Familienbetrieb Askemper seit Jahren für ein insektenfreundliches Landschaftsbild ein.

In der öffentlichen Debatte zum Insektensterben würden die Landwirte oft Prügel beziehen, sagt Askemper: „Ja, die Landwirtschaft ist sicherlich auch mit schuld daran, aber genauso andere auch.“ Dabei könne jeder mit wenig Aufwand dazu beitragen, dass Bienen, Libellen, Zitronenfalter & Co. hierzulande wieder bessere Lebensbedingungen vorfinden.

Auf möglichst viele Mitstreiter hofft Askemper nun auch bei seinem neuesten Projekt. Der rührige Landwirt plant ein Bienenparadies mitten in Bottrop. Auf einer 2,5 Hektar großen Ackerfläche auf dem Liesenfeldhof im Stadtteil Boy will er ab Mai eine insektenfreundliche Blühmischung mit Ringelblumen, Klatschmohn und verschiedenen Nelkenarten einsäen - sofern sich genug Blühpaten finden.

So werden Sie Blühpate

  • Wer sich entschlossen hat, Blühpate zu werden, schreibt eine E-Mail an BienenglueckBottrop@web.de und teilt die gewünschte Quadratmeterzahl mit.
  • Im Gegenzug erhält der Pate die Kontodaten. Nach Eingang des Geldbetrags bekommt der Pate ein Zertifikat über die Patenschaft.
  • Mitmachen kann man bereits ab 1 Euro. Damit die Fläche richtig aufblüht und die gewünschte Wirkung erzielt, werden mindestens 1000 Quadratmeter angelegt.

Blühpate kann jeder werden, der sich für Insektenschutz einsetzen möchte und bereit ist, einen finanziellen Beitrag zu leisten. Pro Quadratmeter Blühfläche berechnet Askemper 1 Euro. Das muss sein, weil der Landwirt den Insekten zuliebe auf den Anbau von Mais verzichten würde, mit dem er normalerweise sein Geld verdient.

Paten können ihre Flächen jederzeit besuchen. Der genaue Ort ist im Patenschaftszertifikat vermerkt. Familie Askemper bittet allerdings darum, die Fläche nach Möglichkeit nicht zu betreten, um Pflanzen und Tiere nicht zu stören. „Mit einer Patenschaft eignet man sich nichts an“, stellt Rudolf Askemper klar. „Man leistet einen Beitrag dafür, dass wir die Einsaat übernehmen und uns ein Jahr lang um die Pflege kümmern.“

Blühpaten gesucht: Kirchhellener Landwirt plant Bienenparadies in Bottrop

Rudolf Askemper erklärt Enkelin Nina die Artenvielfalt von Insekten in der Region. Der Kirchhellener Landwirt setzt sich seit Jahren für den Insektenschutz ein. © Robert Wojtasik

Laut einer aktuellen Studie sind weltweit mehr als 40 Prozent der Insekten vom Aussterben bedroht. Auch in Deutschland sei die Lage alarmierend, warnt der Nabu. Laut der aktuellen Roten Liste NRW sind 51,6 Prozent der Bienen- und Wespenarten gefährdet. Gründe sind unter anderem der Verlust von Flächen durch Bebauung, der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und der Rückgang der Blütenpflanzen.

Anfang Mai, wenn die Zeit der Nachtfröste vorbei ist, will Askemper mit der Aussaat beginnen. Genutzt wird ausschließlich Saatgut einer Fachfirma, die gezielt Produkte für bestimmte Regionen herstellt. „Saatgut aus dem Baumarkt sieht hinterher vielleicht schön aus“, sagt Rudolf Askemper. „Aber den Insekten tut es nicht gut, weil die Blüten häufig so dicht sind, dass die Insekten gar nicht an die Nährstoffe kommen.“

Lesen Sie jetzt