Die Brüder Felix und Johannes Miermann (v.l.) sind zufrieden mit den Entwicklungen rund um die Silphie und freuen sich mit Imker Werner Gahlen über die positiven Auswirkungen auf die Natur. © Valerie Misz
Umwelt

Bienen fühlen sich sichtlich wohl auf den Silphie-Feldern in Kirchhellen

Vor vier Jahren ging die Familie Miermann aus Kirchhellen neue Wege und legte ein Staudenfeld zur alternativen Energiegewinnung an. Davon profitiert die Umwelt, insbesondere die Bienen.

Die Donau-Silphie ist eine äußert ungewöhnliche Pflanze mit vielen Vorteilen für Landwirtschaft und Natur. Seit geraumer Zeit wird sie auch in Kirchhellen angebaut und als Alternative zum Mais für die Strom- und Gasgewinnung der Biogasanlage vom Hof Miermann genutzt. Im Gegensatz zum Mais wird die Silphie nur einmal ausgesät und hat eine Lebenszeit von bis zu 15 Jahren. „In der Anschaffung ist sie teurer als Mais, aber man spart sich jährlich auch viel Arbeit“, erklärt Felix Miermann.

Auf Grund des regnerischen Sommers konnte die Silphie in diesem Jahr sogar noch besser wachsen. „Wir stehen vor der dritten Ernte und erwarten einen noch größeren Ertrag als im vergangenen Jahr“, freut sich Johannes Miermann Junior. Die Felder sind dicht bewachsen, gelbe Blüten ragen bis zu drei Meter aus dem Blütenmeer heraus. Auch nach der Ernte wachsen die Stauden innerhalb kurzer Zeit wieder bis auf Kniehöhe und bieten insbesondere in den kalten Monaten einen Rückzugsort für Niederwild wie Wildkaninchen.

Familie Miermann investiert weiter in den Silphie-Anbau

Junglandwirt Johannes Miermann arbeitet zielstrebig an einem Ausbau des Silphie-Anbaus: „Wir haben kürzlich neue Äcker in Schermbeck mit der Silphie bestückt. Damit haben wir die Anbaufläche mehr als vervierfacht.“ In Zukunft könnte noch mehr dazukommen, denn aktuell laufen noch Forschungen, wie aus der Silphie Papier hergestellt werden kann. „Das ist nochmal ein anderer Wirtschaftszweig, der nur mithilfe großer Kooperationspartner erschlossen werden kann. Dahin ist es noch ein langer Weg“, sagt der ambitionierte Landwirt.

Der Hobbyimker und Kräuterpädagoge Werner Gahlen ist besonders leidenschaftlich, wenn es um die Silphie-Felder geht. Denn in der angrenzenden Kleingartenanlage betreut er in einem Bienenhaus fünf Honigbienenvölker. „Die Silphieblüte bietet den Wild- und Honigbienen bis in den Herbst hinein eine Nahrungsquelle. Dieses Jahr hatten die Bienen mit vielen Herausforderungen zu kämpfen, insbesondere auch durch den vielen Regen“, bedauert der Imker. Schon viele Jahre setzt sich Werner Gahlen für den Schutz von Bienen ein, deshalb ist die Freude über solch eine Nahrungsquelle immens.

Schon seit 24 Jahren ist Werner Gahlen Imker. Die Entwicklungen im Hinblick auf das große Bienensterben bereiten ihm Sorge.
Schon seit 24 Jahren ist Werner Gahlen Imker. Die Entwicklungen im Hinblick auf das große Bienensterben bereiten ihm Sorge. © Valerie Misz © Valerie Misz

Wildbienen werden oft vergessen

„Wildbienen fliegen je nach Art nur fünf bis 200 Meter weit. Sie werden beim großen Bienensterben oft vergessen. Dabei sind sie wichtig, denn sie schwärmen im Gegensatz zu den Honigbienen schon bei vier und nicht erst bei zwölf Grad aus“, so Gahlen. Damit sind die Wildbienen für die Bestäubung im Frühjahr unentbehrlich. Das Silphie-Feld gibt ihnen ein optimales Zuhause: „Es ist eine Win-Win-Situation für die Stauden und die Bienen.“ Kürzlich erntete der Imker seinen ersten Silphie-Honig, der sich durch eine zitronige Note auszeichnet.

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